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Neue Zahlen
Rente reicht nicht: Warum immer mehr Rentner arbeiten müssen
Obwohl sie schon Rente bekommen, arbeiten Millionen Deutsche weiter. Kritik an steigender Altersarmut wird lauter. Ein Blick auf die Zahlen.
Berlin – In Deutschland ist fast jeder fünfte Mensch über 65 Jahren von Armut bedroht. Kein Wunder also, dass Vorschläge für mehr soziale Gerechtigkeit wie die des „Boomer-Soli“ auf breiten Anklang (oder Ablehnung) stoßen. Fragen der Altersabsicherung sind wichtig. Neue Zahlen der Deutschen Rentenversicherung verdeutlichen das: Knapp 1,5 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland arbeiten trotz Rente weiterhin. Viele davon, um über die Runden zu kommen.
1,46 Millionen Rentner arbeiten weiter – Tendenz steigend
Die Linke stellte zu den arbeitenden Rentnerinnen und Rentnern eine Anfrage an die Bundesregierung, die die neuen Zahlen hervorbrachte. Die Antwort liegt dieser Redaktion vor. Am 31. Dezember 2023 waren demnach insgesamt 1,46 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland erwerbstätig. Zum Vergleich: Im Jahr 2018 lag diese Zahl noch bei etwa 1,2 Millionen, auch im Vorjahr war die Zahl noch niedriger.
Knapp 300.000 der arbeitenden Rentnerinnen und Rentner erhielten bereits vor Erreichen der Regelaltersgrenze ihr Altersgeld und arbeiteten weiter. Besonders auffällig ist die steigende Zahl von Menschen, die über das Minijob-Niveau hinaus arbeiten: 2018 waren es etwa 25.000 Menschen, die vor dem regulären Renteneintrittsalter über dem Geringfügigkeitsniveau arbeiteten. Ende 2023 waren es bereits über 116.000 – mehr als viermal so viele.
Linke schlägt Alarm: „Niemand sollte gezwungen sein, im Alter weiterzuarbeiten“
Auch bei den Rentnerinnen und Rentnern, die das offizielle Renteneintrittsalter überschritten haben, nimmt die Zahl der Erwerbstätigen zu. 2018 waren es noch 1,03 Millionen, 2023 stieg die Zahl auf 1,18 Millionen. Die Mehrheit von ihnen, über 900.000, ist geringfügig beschäftigt, also als Minijobber tätig.
Millionen Rentnerinnen und Rentner arbeiten trotz Altersgeld weiter. Für die Linke Renten-Politikerin Sarah Vollath eine „besorgniserregende Entwicklung“.
Sarah Vollath, Bundestagsabgeordnete und Sprecherin für Renten- und Alterssicherungspolitik der Linken, sieht in diesem Trend Grund zur Besorgnis. „Die Zahl der RentnerInnen, die nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiterarbeiten müssen, ist erneut stark gestiegen. Das ist eine besorgniserregende Entwicklung – gerade in Verbindung mit der gleichzeitig steigenden Altersarmut“, sagte sie der Frankfurter Rundschau von IPPEN.MEDIA. „Niemand sollte dazu gezwungen sein, im Alter weiterzuarbeiten, weil die Rente nicht reicht“, warnt die Linke.
Arbeiten trotz Rente: Altersarmut doch kein so großes Problem?
Die von der Rentenversicherung veröffentlichten Daten erfassen zwar nicht, wie viele Menschen aus finanzieller Notwendigkeit und wie viele aus anderen Gründen weiterarbeiten. Einen Hinweis darauf gibt aber der Alterssicherungsbericht (ASID) des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales aus dem Vorjahr. Darin heißt es, dass Altersarmut in Befragungen nicht der meistgenannte Grund für die steigende Zahl der Weiterarbeitenden ist.
„Entgegen der These, dass dies Ausdruck steigender Altersarmut sei, zeigen die Daten der ASID – wie auch die anderer Studien – dass die höhere Erwerbstätigkeit im Alter vor allem Ausdruck veränderter Lebensentwürfe, weg von einem passiven Lebensabschnitt hin zu einer aktiven Teilnahme an Wirtschaft und Gesellschaft zu werten ist“, heißt es im Bericht.
Renten-Meilensteine in Deutschland in Bildern – von Bismarck über Riester bis Müntefering
27 Prozent der Befragten gaben darin an, aus „Spaß an der Arbeit“ weiterzuarbeiten. Soziale Gründe, wie das Bedürfnis nach einer Aufgabe und der Kontakt zu anderen Menschen, wurden von jeweils 21 Prozent genannt. 14 Prozent der Befragten arbeiten aus finanzieller Notwendigkeit, während 13 Prozent sich mit dem zusätzlichen Einkommen „etwas mehr leisten können“ möchten.
Merz-Regierung muss aktiv werden
Für die Linken-Politikerin Vollath steht fest, dass CDU, CSU und SPD im Kampf gegen Altersarmut aktiv werden müssen: „Wir brauchen endlich gute Renten für alle, damit die Menschen ihren Lebensstandard auch im Alter halten können. Die Bundesregierung muss endlich handeln und eine echte Rentenreform auf den Weg bringen. Viele der bisher vorgeschlagenen Maßnahmen sind da eher ein Tropfen auf dem heißen Stein.“