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Domino-System Weltwirtschaft
Nobelpreisträger rechnet mit Trump ab: „Sieht düster aus für die USA“
Nobelpreisträger Paul Romer warnt vor Trump-Politik. USA droht institutioneller Kollaps. Auch Deutsche Wirtschaft stagniert zum dritten Mal.
Washington/Berlin – In einem aktuellen Interview mit der Wirtschaftswocheäußert sich der Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Romer äußerst pessimistisch über die Zukunft der USA unter Donald Trump. „Es sieht düster aus für die USA“, warnt der renommierte Ökonom. Seine Befürchtung: „Kaum einer hat bisher verstanden, wie schlimm es wirklich wird. Trump könnte buchstäblich zum Diktator werden“.
Romer, der 2018 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften erhielt, sieht die Gefahr nicht nur in Trumps Wirtschaftspolitik, sondern vor allem in der systematischen Zerstörung staatlicher Institutionen. „Trump zerstört die Institutionen, die es der US-Regierung ermöglichen, auf Krisen zu reagieren“, erklärt der Experte gegenüber der Wirtschaftswoche.
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USA vor historischem Bevölkerungsrückgang: Wirtschaftsnobelpreisträger warnt vor institutionellem Kollaps
Die Warnungen des Nobelpreisträgers erhalten durch aktuelle Entwicklungen zusätzliche Brisanz. Laut Handelsblattstehen die USA vor einem „historischen Bruch“: Zum ersten Mal in der Geschichte des Landes könnte die Bevölkerung 2025 schrumpfen. Ursache ist Trumps harte Anti-Migrationspolitik, die laut Studien von Pew Research und dem American Enterprise Institute zu mehr Ab- als Zuwanderung führen wird. Das American Enterprise Institute rechnet mit einem Bevölkerungsrückgang von 525.000 Menschen, während Pew Research einen noch stärkeren Rückgang prognostiziert. Diese Entwicklung bedroht das traditionelle amerikanische Wachstumsmodell fundamental, da laut Handelsblatt „die stetige Zunahme der amerikanischen Einwohnerzahl für die Volkswirtschaft essenziell“ war.
Während die USA mit demografischen Problemen kämpfen, stagniert Deutschland bereits zum dritten Mal in Folge. Laut den aktuellen Daten des Bundeswirtschaftsministeriums ist das preisbereinigte BIP im zweiten Quartal 2025 um 0,1 Prozent zurückgegangen. Auf die Frage nach Deutschlands ökonomischen Problemen antwortet Romer: „Wachstum kommt von besseren Ideen und von der Offenheit, Dinge anders zu machen. Ohne den Mut für Experimente ist Wachstum nur schwer zu erzielen“. Der Nobelpreisträger betont dabei einen oft übersehenen Aspekt: „Zwei Drittel der Wirtschaftsleistung eines Staates beruhen auf den Fähigkeiten seiner Arbeitskräfte“.
Paul Romer erhielt 2018 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften – jetzt rechnet er schonungslos mit Trumps Zerstörung amerikanischer Institutionen ab.
Deutschland vor drittem Stagnationsjahr in Folge: Demografischer Wandel als Wachstumsbremse
Die Bedeutung der Demografie für das Wirtschaftswachstum zeigt sich in den Zahlen: Zwischen 1990 und 2025 wuchs die US-Wirtschaft laut Handelsblatt „jährlich fast doppelt so stark wie die der EU“. Ein wesentlicher Grund liegt in der unterschiedlichen Altersstruktur – das amerikanische Durchschnittsalter liegt „fast zehn Jahre unter dem deutschen“, was laut Handelsblatt „ein klarer Standortvorteil“ ist, da „eine jüngere Bevölkerung innovativer und dynamischer“ ist. Von 2023 auf 2024 wuchs die US-Bevölkerung noch um 3,3 Millionen Menschen, wobei laut US-Census „mehr als vier Fünftel auf die Nettozuwanderung zurück“ gingen. Diese Entwicklung droht Trump nun zu stoppen.
Trotz der düsteren Prognosen für die USA sieht Romer durchaus positive Beispiele in Europa. Besonders hebt er die Subventionierung von Airbus hervor: „Die Anschubfinanzierung für Airbus – vielleicht eine der besten Subventionen jemals“, erklärt der Ökonom gegenüber der Wirtschaftswoche. Das Erfolgsgeheimnis von Airbus liegt laut Romer in der strategischen Weitsicht: „Als es so aussah, dass der große amerikanische Konkurrent Boeing scheitern würde, war Airbus als weiterer Flugzeugproduzent verlässlich zur Stelle“. Europa solle sich häufiger an diesen Erfolg erinnern: „Europa scheint unter einem Minderwertigkeitskomplex zu leiden. Mein Plädoyer ist deshalb: Denkt öfter an Airbus!“
Warnung vor chaotischer Krisenbewältigung: Ökonomen als Teil des Problems
Bemerkenswert selbstkritisch äußert sich der Nobelpreisträger über seine eigene Zunft. Bereits 2020 stellte Romer die provokante These auf, dass „Ökonomen mehr Schaden anrichten, als sie Gutes bewirken“. Diese Einschätzung hat er nicht revidiert: „Legt man eine Kosten-Nutzen-Analyse an, würde ich sagen: Die wenigen schädlichen Punkte überwiegen in ihrer Tragweite die vielen kleinen guten. Also: ja“. Als konkretes Beispiel nennt Romer die großen Technologiekonzerne: „Die großen Techmonopole dürften zum Beispiel gar nicht existieren“. Die Schuld dafür sieht er auch bei Ökonomen, die argumentierten, „solange Monopolisten effizient arbeiteten, sei alles okay“.
Besonders alarmierend sind Romers Warnungen vor der amerikanischen Krisenfähigkeit unter Trump. „Sollte eine tiefe Wirtschaftskrise kommen oder die nächste Pandemie, wäre die Regierung gelähmt und handlungsunfähig – wie ein verschrecktes Reh im Scheinwerferlicht“, prognostiziert der Experte. Als Beleg für diese Befürchtung führt Romer Trumps Außenpolitik an: „Der chaotische Versuch, Frieden zwischen Russland und der Ukraine zu bewirken, zeigt, worauf wir uns einstellen müssen in einer richtigen Krise. Das schadet den USA und dem Rest der Welt“. Während Deutschland bereits mit den Folgen einer alternden Gesellschaft kämpft, drohen den USA durch Trumps Politik ähnliche strukturelle Probleme – mit weitreichenden Konsequenzen für die Weltwirtschaft. (ls)