Schon ab 1 Euro
Geldanlage für den Nachwuchs: Wie ein neues ETF-Kinderdepot ein Vermögen aufbauen kann
Langfristige Investitionen können sich lohnen. Nun gibt es ein ETF-Depot, mit dem Eltern für ihre Kinder anlegen können. Es soll die Zukunft der Jüngsten absichern helfen.
Hamm – Wer ein Meister werden will, übt sich dem altbewährten Sprichwort nach bekanntlich früh. Eine Binsenweisheit, die sich ganz grundlegend auch auf Zinseszins-Geldanlagen übertragen lässt: Wer früh investiert, kann im Alter womöglich in großem Maß von seinen früheren Anlagen profitieren. Jedoch waren die Möglichkeiten, als Eltern mittels Exchange-Traded-Funds (ETF) langfristig in die finanzielle Zukunft und Unabhängigkeit seiner Kinder zu investieren, bislang durchaus begrenzt. Das jedoch könnte sich nun ändern: Ein digitaler Finanzdienstleister plant nämlich, ab dem Sommer auch Depots für Kinder anzubieten.
Scalable bietet Eltern die Möglichkeit, ein ETF-Depot für ihre Kinder anzulegen
Das Unternehmen Scalable Capital mit Sitz in München will Eltern schon bald eine Möglichkeit bieten, mittels ETF-Sparplänen langfristig im Namen ihrer Kinder für diese zu investieren. Und schon jetzt öffnet die Warteliste für investierfreudige Eltern. Für langfristigen finanziellen Erfolg setzt Scalable Capital bei seinem Angebot unter anderem auf den Zinseszinseffekt.
Und jener Effekt ist umso wirkungsvoller, je früher mit dem Vermögensaufbau begonnen wird. Mit Blick auf den globalen Aktienindex MSCI etwa wird deutlich, dass dieser im Zeitraum von 1970 bis Ende 2024 eine durchschnittliche Jahresrendite von 7,7 Prozent aufweist, wie das Online-Branchenmagazin Fund Research schreibt. Bei einer derartigen durchschnittlichen jährlichen Rendite lässt sich schon mit niedrigschwelligen monatlichen Investitionen ein langfristig komfortables finanzielles Polster für die eigenen Kinder kreieren.
Selbst mit niedrigschwelligen ETF-Sparplänen lässt sich langfristig ein finanzielles Polster schaffen
Wie sehr sich langfristige Geldanlagen mittels Zinseszinsen lohnen können, verdeutlicht folgende Beispielrechnung: Wer auf Grundlage der durchschnittlichen MSCI-Jahresrendite von 7,7 Prozent ab der Geburt seines Kindes monatlich 10 Euro investiert, schafft bis zur Volljährigkeit des Kindes mit 18 Jahren ein Depot von rund 4369 Euro. Zusammen setzen sich diese aus Einzahlungen in Höhe von 2161 Euro und 2208 Euro an Zinsen.
Ließe man jene 4369 Euro nun – ohne weitere monatliche Investitionen – bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren unangerührt, würde der Zinseszinseffekt den Betrag zum Zeitpunkt der Volljährigkeit bis zum Renteneintrittsalter 49 Jahre später auf ein Endkapital von 165.559 Euro anwachsen lassen. Da Investitionen dem Beispiel nach mit der Volljährigkeit aufhörten, verbleibt das investierte Kapital dem Beispiel nach bis zum Renteneintritt bei 2161 Euro, während sich in der Zwischenzeit Zinseszinsen von insgesamt 161.190 Euro auf den letztendlichen Betrag niederschlagen.
ETF-Kinderdepot in Aussicht – „Um die Zukunft der jüngsten Generation Deutschlands zu sichern, braucht es mehr private Vorsorge“
Der Computer Bild zufolge plant der Anbieter Scalable Capital, die Kinderdepots ab Sommer schrittweise einzuführen. Was sich für Eltern auch lohnen kann: Sämtliche Sparpläne für über 2700 ETF sowie Aktien und Fonds sind kostenlos. Zudem läuft ihre Einrichtung flexibel ab, denn initiieren lassen sie sich ab einer monatlichen Sparrate von nur einem Euro. Auch lassen sich die eigenen Sparpläne vom Smartphone oder dem Tablet aus verwalten: Denn das Kinderdepot lässt sich direkt über die Scalable-App öffnen und steuern.
„Um die Zukunft der jüngsten Generation Deutschlands zu sichern, braucht es mehr private Vorsorge“, kündigt Erik Podzuweit, Gründer und Co-CEO von Scalable Capital, an. Das Unternehmen selbst leiste seinen Beitrag dafür, indem es nun Kinderdepots mit gebührenfreien ETF-Sparplänen ab einem Euro anbietet.
Podzuweits Aussagen zufolge befindet sich seine Sichtweise damit sehr nahe an einem Vorhaben, das sich auch die Regierungskoalition aus Union und SPD zu Beginn ihrer Legislaturperiode unlängst auf die Fahnen schrieb: Die Einführung einer sogenannten Frühstart-Rente, die schon im kommenden Jahr wirksam werden soll. Konkret sieht der Plan vor: Jedes Kind, das eine Bildungseinrichtung in Deutschland besucht, soll ab Jahresbeginn 2026 ab dem Alter von sechs Jahren bis zum 18. Lebensjahr monatlich zehn Euro vom deutschen Staat erhalten. Dieses Geld soll in ein „individuelles, kapitalgedecktes und privatwirtschaftlich organisiertes Altersvorsorgedepot“ fließen, wie der neu ernannte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) unlängst gegenüber der Tagesschau ausführte. (fh)
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