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Steigende Kosten im Gesundheitswesen

Krankenkassen-Direktor warnt: „Schmerzgrenze überschritten“ durch enormen Beitragsanstieg

Die Krankenkassenbeiträge haben zum Jahreswechsel spürbar zugelegt. Experten prognostizieren, dass dieser Trend anhalten wird.

Berlin – Die Bundesbürger müssen sich auf steigende Krankenkassenbeiträge einstellen. Fachleute warnen vor erheblichen Mehrkosten für die Beitragszahler. Jens Baas, Chef der Techniker Krankenkasse (TK) mit knapp 12 Millionen Versicherten, sagte der Bild: „Die Beitragssteigerungen werden weitergehen, wenn nichts passiert, und zwar massiv. Wir werden auch unter dem Jahr immer wieder Erhöhungen bei Kassen sehen. Spätestens zum Jahreswechsel 2026/2027 kommt der nächste große Sprung.“

Viele gesetzliche Krankenkassen in Deutschland haben zum Jahreswechsel die Beiträge erhöht. Der entsprechende Zusatzbeitrag, den die Kassen jeweils selbst erheben, ist zum Teil um deutlich mehr als einen Prozentpunkt gestiegen. Dazu kommt eine Beitragssteigerung in der Pflegeversicherung um 0,2 Prozentpunkte. Die Steigerungen belasten auch Arbeitgeber, die die Beiträge hälftig zahlen.

Experte warnt vor dem ungebremsten Anfeuern der Beitragsspirale

TK-Chef Baas prognostiziert: „Ein Plus von 0,5 oder 0,6 Beitragspunkten ist durchaus möglich“. Für Versicherte würde das nach Bild-Auswertung zusätzliche Abgaben in Höhe von rund 10,5 Euro monatlich bei einem Bruttogehalt von 3500 Euro bedeuten. Das sind 126 Euro mehr im Jahr. Bei einem Verdienst von 4500 Euro brutto kämen demnach 13,5 Euro pro Monat hinzu; 162 Euro mehr im Jahr. Der durchschnittliche Beitragssatz liegt derzeit bei 17,6 Prozent.

Die Bundesbürger müssen sich auf steigende Krankenkassenbeiträge einstellen. (Symbolfoto)

Hohe Kosten: Besonders betroffen sind die Krankenhäuser

Besonders betroffen ist der Krankenhausbereich. Statistiken der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) zeigen, dass sich die Ausgaben für Krankenhausbehandlungen zwischen 2019 und 2023 um 17 Prozent erhöht haben. Bundesweit lagen sie im Jahr 2024 bei rund 102 Milliarden Euro, also ein Drittel der GKV-Ausgaben. Gesundheitsexperten sehen die Gründe dafür hauptsächlich in der Tarifentwicklung für das ärztliche und nichtärztliche Personal in den Kliniken. Weiterhin werden der medizinische Fortschritt – Behandlungsmethoden und Arzneimittel – die allgemeine Preissteigerung und Inflation als Kostentreiber seitens Kassen genannt.

Rubriklistenbild: © Enters/Imago

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