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Baustelle Deutschland

Klatsche für Merz: „Der Begriff Bau-Turbo ist total übertrieben“

Die Merz-Regierung verspricht einen Bau-Turbo für den Wohnungsbau. Experten zweifeln an der Wirksamkeit. Nur 2 Prozent des Sondervermögens fließen in bezahlbaren Wohnraum.

Berlin – Die Merz-Regierung bewirbt ihren neuen Gesetzentwurf als revolutionären „Bau-Turbo“ für den deutschen Wohnungsmarkt. Doch Experten aus der Baubranche und Mieterverbände üben harte Kritik an den angekündigten Maßnahmen. Der Deutsche Mieterbund bezeichnet die Pläne gar als unzureichend, während Branchenkenner das Versprechen als „Luftnummer“ entlarven.

Bauministerin Hubertz verspricht Planungszeit-Revolution: Mieterbund kritisiert minimale Mittelzuteilung

Bauministerin Verena Hubertz (SPD) kündigte im Juli ambitionierte Ziele an: „Mit dem Gesetzesentwurf zünden wir jetzt den Bau-Turbo. So werden aus durchschnittlich fünf Jahren zwei Monate Planungszeit“. Die im Juni vom Kabinett beschlossene Novellierung des Baugesetzbuches soll Baugenehmigungsverfahren radikal beschleunigen und Gemeinden erlauben, von bisherigen Planungsvorschriften abzuweichen. Aus dem neu geschaffenen Sondervermögen Infrastruktur sollen rund elf Milliarden Euro über die nächsten Jahre in den Wohnungsbau fließen. Für 2025 sind rund 327 Millionen Euro für Wohnungsbauprogramme vorgesehen. Hubertz betonte dabei: „Deutschland wird weitergebaut und wir sagen klar: Wir schaffen damit bezahlbaren und klimafreundlichen Wohnraum.“

Der Deutsche Mieterbund reagierte auf Anfrage von IPPEN.MEDIA mit scharfer Kritik. Der Verein bemängelte, dass nur etwa zwei Prozent des 500-Milliarden-Euro-Sondervermögens für den Wohnungsbau vorgesehen sind. Zum Vergleich: In die Deutsche Bahn fließe aus dem Sondervermögen fast das Zehnfache. „Der Deutsche Mieterbund fordert einen deutlich höheren Anteil aus dem Sondervermögen für den sozialen Wohnungsbau und den Bau bezahlbarer Mietwohnungen für Normalverdienende zur Verfügung zu stellen“, teilte der Verein mit. Konkret fordert der Mieterbund, dass „Bund und Länder insgesamt 12,5 Milliarden Euro pro Jahr für den Wohnungsbau zur Verfügung stellen“ müssen.

Vermisste Kinder: Rebecca, Maddie, Sandra – die mysteriösesten Fälle, die Deutschland beschäftigen

Demonstration um Emanuela Orlandis Verschwinden, Juni 2023.
Der Vermisstenfall von Emanuela Orlandi zählt zweifellos zu den mysteriösesten ungelösten Fällen. Er spielt in Italien, im Vatikan. Obwohl das Verschwinden der damals 15-Jährigen im Jahr 1983 fast 42 Jahre zurückliegt, bleiben die Hintergründe weiterhin ungeklärt. Sie ist die Tochter eines damals Bediensteten von Papst Johannes Paul II. Im Laufe der Jahre wurden zahlreiche Theorien über das Verschwinden von Emanuela Orlandi aufgestellt: Von einer Entführung durch die Mafia, um Druck auf den Vatikan auszuüben, bis hin zu Verbindungen zur Attentatsverschwörung gegen Papst Johannes Paul II. und zur römischen Unterwelt. © Vandeville Eric/ABACA/IMAGO
Fahndungsfoto von Edith Trittenbass.
Am 3. Mai 1986 verließ die blonde achtjährige Edith Trittenbass um 8 Uhr ihr Elternhaus in Gass-Wetzikon in der Schweiz. Sie machte sich zu Fuß auf den Weg zur Schule in Wolfikon. Dort kam das Mädchen jedoch nie an. Seitdem gilt sie als vermisst. Eine Belohnung von 20.000 Franken wurde für Hinweise, die zur Aufklärung des Falls beitragen, ausgesetzt. 2018 wurde Edith Trittenbass nach 32 Jahren für verschollen erklärt, doch der Fall gilt weiterhin als eines der rätselhaftesten Verbrechen der Schweiz. © Kantonspolizei Bern
Felix Tschök wird noch immer vermisst.
Felix Tschök wird seit dem 28. Dezember 1984 in Dresden vermisst – er war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal fünf Monate alt. Die Eltern stellten den Kinderwagen mit dem schlafenden Felix am Seiteneingang eines Kaufhauses neben anderen Kinderwagen ab, doch nach 30 Minuten war das Baby verschwunden. Neun Tage später wurde in Dresden ein Findelkind gefunden, weshalb die Ermittler vermuten, dass sowjetische Soldaten ihr krankes Kind gegen den gesunden Felix ausgetauscht haben könnten. Die Eltern suchen bis heute nach ihrem Sohn und führen eine Website mit Chronologie und Fotos. © https://wo-ist-felix.info/
Katrin Jarosch war 13, als sie verschwand. Seit 1989 wird schon nach der Teenagerin aus Sandkrug gesucht.
Die 13-jährige Katrin Jarosch aus Karbow-Sandkrug in Mecklenburg-Vorpommern wird seit dem 21. Januar 1989 vermisst. Sie brach am frühen Morgen mit dem Fahrrad vom Wohnhaus ihrer Großmutter auf, um ihre Großcousine Sabrina zur Schule abzuholen, die nur 150 Meter entfernt wohnte. Katrin kam dort jedoch nie an und verschwand spurlos auf diesem kurzen Weg. Später wurden ihr Schulranzen und ihr rotes 26er-Fahrrad mit Laub bedeckt in einem nahegelegenen Waldstück gefunden. Trotz jahrzehntelanger Ermittlungen wurden weder eine Leiche noch ein Täter gefunden. 2024 wurde ein Teich abgepumpt, nachdem Leichenspürhunde dort angeschlagen hatten, doch auch diese Aktion brachte keine neuen Erkenntnisse. © Polizei/privat
Fahndungsfoto Emin Önen.
Im Mai 1993 verschwand in Kerpen-Buir der zehnjährige türkische Junge Emin Önen, der von seiner Familie auch Nemir (kurdisch für „unsterblich“) genannt wurde. Der Fall wurde auch in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ behandelt. © Polizeipressestelle Nordrhein-Westfalen, Rhein-Erft-Kreis
Fahndungsfoto von Manuel Schadwald.
Der 12-jährige Manuel Schadwald aus Berlin-Lichtenberg verschwand am 24. Juli 1993 spurlos auf dem Weg zum Freizeit- und Erholungszentrum (FEZ) und kam dort nie an. Er wollte mit Freunden das Ferienprogramm besuchen, doch seine Spur verlor sich bereits auf dem Weg dorthin. Trotz intensiver Ermittlungen der Berliner Polizei über mehr als drei Jahrzehnte und mehrfacher Behandlung bei „Aktenzeichen XY“ konnte sein Schicksal nie geklärt werden. © Polizei Berlin
Schwarz-weißes Portraitbild Seike Sörensen.
Seike Sörensen verschwand am 5. August 1993 mit elf Jahren in Drelsdorf in Nordfriesland, nur sechs Tage nach ihrem Geburtstag. Sie besuchte ihre Großmutter, die etwa 10 Minuten außerhalb des Dorfes lebte, und machte sich am frühen Abend auf den Heimweg. Ihr Fahrrad wurde noch am selben Tag von den Eltern am Wegesrand gefunden, doch von Seike selbst fehlt bis heute jede Spur. Die Polizei geht von einem Verbrechen aus, der Fall gilt als Cold Case. © Polizei Flensburg
Die amerikanische Schauspielerin Romina Power und die italienische Sängerin Albano mit ihrer Tochter Ylenia Carrisi, 1970er Jahre.
Ylenia Carrisi, die 23-jährige Tochter der italienischen Sänger Al Bano und Romina Power, verschwand im Januar 1994 spurlos in New Orleans, Louisiana. Sie war auf einer Reise durch die USA und hielt sich im French Quarter auf, wo sie zuletzt gesehen wurde. Trotz intensiver Suchaktionen und internationaler Medienaufmerksamkeit konnten die Umstände ihres Verschwindens nie geklärt werden. 2014 wurde sie auf Antrag ihres Vaters von einem italienischen Gericht für tot erklärt, doch was damals in New Orleans geschah, bleibt bis heute ein Rätsel. Offiziell gilt sie aber inzwischen nicht mehr als vermisst. © Cola Images/IMAGO
Fahndungsfoto: „Debbie“ Sassen verschwand am 13.02.1996.
Deborah „Debbie“ Sassen verschwand am 13. Februar 1996 im Alter von acht Jahren in Düsseldorf-Wersten, nachdem sie am Vormittag noch die Grundschule am Rheindorfer Weg besucht hatte. Auf ihrem nur etwa einen Kilometer langen Heimweg zwischen Schule und Elternhaus verschwand sie spurlos und kam nie zu Hause an. Die Polizei geht von einem möglichen Gewaltverbrechen aus, da das Mädchen auf der kurzen Strecke ohne jede Spur verschwand. Trotz intensiver Ermittlungen über fast 30 Jahre hinweg und wiederholten Plakatkampagnen konnte der Fall bis heute nicht aufgeklärt werden. © Polizei Düsseldorf
Foto von René Hasee im Jahr seines Verschwindens im Garten der Großeltern.
Der sechsjährige René Hasee aus Elsdorf bei Bergheim verschwand am 21. Juni 1996 spurlos während eines Sommerurlaubs in Aljezur an der portugiesischen Algarve. Er war mit seiner Mutter und deren neuem Lebensgefährten in einem Restaurant, als er plötzlich verschwand. Der Fall gewann neue Aufmerksamkeit, als bekannt wurde, dass der Ferienort nur etwa 40 Kilometer von Praia da Luz entfernt liegt, wo elf Jahre später Madeleine McCann verschwand. Da der Maddie-Verdächtige Christian B. zwischen 1995 und 2007 an der Algarve lebte, prüfen Ermittler mögliche Verbindungen zwischen beiden Fällen. Von René fehlt bis heute jede Spur. © Hasee
Wird seit 10. September 1996 vermisst: Annika Seidel.
Die elfjährige Annika Seidel aus Kelkheim wird seit dem 10. September 1996 vermisst. Sie wollte für ihren neuen Hund, den sie fünf Tage zuvor zu ihrem 11. Geburtstag geschenkt bekommen hatte, ein Flohspray in einer Zoohandlung besorgen. Sie trennte sich dafür von ihrer Mutter und machte sich alleine auf den nur 500 Meter entfernten Weg zur Zoohandlung. Von diesem Einkauf kehrte sie jedoch nie zurück. Zeugen wollen Annika vor der geöffneten Beifahrertür eines weißen Autos mit kroatischem Kennzeichen gesehen haben, auch gab es Sichtungen in den folgenden Tagen in der Nähe des Gimbacher Hofs. Die Polizei geht davon aus, dass Annika einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist und nicht mehr lebt. Der Fall gilt als Cold Case. © -
Ein Bild der vermissten Tanja Mühlinghaus.
Die 15-jährige Tanja Mühlinghaus aus Wuppertal verschwand im Oktober 1998 auf dem Weg zur Schule und kam dort nie an. Nach ihrem Verschwinden erhielten ihre Eltern mysteriöse Briefe von ihrer Tochter. Der Fall wurde bei „Aktenzeichen XY“ behandelt und löste ein großes Medienecho aus. Bis heute bleibt unklar, was mit Tanja geschehen ist. Der Fall gilt als ungelöst. © Tanja Mühlinghaus/Youtube/WDR Lokalzeit MordOrte/https://www.youtube.com/watch?v=xNqKtU4wnYE
Vermisste Hilal aus Hamburg.
Hilal Ercan verschwand als Zehnjährige am 27. Januar 1999 in Hamburg-Lurup, nachdem sie ein gutes Schulzeugnis nach Hause gebracht hatte und sich zur Belohnung Süßigkeiten kaufen durfte. Sie verließ das achtstöckige Mehrfamilienwohnhaus in der Elbgaustraße und machte sich auf den Weg zur nahegelegenen Elbgaupassage, kam aber nie zurück. 25 Jahre später ist das Ermittlungsverfahren noch immer anhängig, eine Leiche wurde nie gefunden und es konnte bis heute kein Beschuldigter ermittelt werden. © Polizei Hamburg/dpa
Bild von Katrin Konert: Sie wird seit dem 1. Januar 2001 vermisst.
Katrin Konert wird seit dem 1. Januar 2001 vermisst. Letztmalig wurde sie im Bereich des Ortskerns von Bergen an der Dumme gesehen. Sie war auf dem Weg nach Hause. Laut Polizeidirektion Lüneburg besteht der Verdacht eines Verbrechens. Die ca. 1,60 m große, schlanke Katrin Konert hatte schwarz gefärbte, kinnlange Haare. Die Polizeidirektion Lüneburg hat eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro für sachdienliche Hinweise ausgesetzt, die zur rechtskräftigen Verurteilung des Täters führen. © Polizeidirektion Lüneburg
Fahndungsfoto von Ewa Wolynska.
Die 10-jährige Ewa Wolynska wird seit dem 5. April 2002 um etwa 18 Uhr in Kolobrzeg (Kolberg), Polen, vermisst. Sie verschwand beim Spielen mit Nachbarskindern spurlos und kam nicht nach Hause zurück. Das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) führt den Fall in seiner Vermissten-Fahndung, da Ewa Hinweisen zufolge im Sommer 2007 in Hamburg gesehen worden sein könnte. Auch wird ein Bezug nach Stuttgart nicht ausgeschlossen. Mehr als 20 Jahre nach ihrem Verschwinden ist der Fall noch immer ungelöst und Ewa gilt weiterhin als vermisst. © Bundeskriminalamt
Vermisstenfoto Felix Heger.
Für den vermissten Felix Heger gibt es sogar eine eigene Website. Seit dem 08.01.2006 wird der damals fast 3-Jährige vermisst, nachdem er zwei Tage zuvor von seinem Vater zum gemeinsamen Wochenende abgeholt wurde. Diesen fand man am 26.02.2006 tot auf. Noch immer ist der Verbleib des Kindes allerdings ungeklärt. © Polizeipräsidium Mannheim/Martin Wachter
Maddie McCann
Die 3-jährige Madeleine „Maddie“ McCann verschwand am 3. Mai 2007 aus der Ferienwohnung ihrer Familie in Praia da Luz, Portugal. Während die Eltern in einem nahegelegenen Restaurant zu Abend aßen, schlief Maddie mit ihren beiden jüngeren Zwillingsgeschwistern im Apartment. Als die Mutter gegen 22 Uhr nach den Kindern sehen wollte, war Maddie verschwunden. Der Fall wurde zu einem der meistberichteten Vermisstenfälle und löste eine internationale Fahndung aus. © Dpa/Luis Forra
Bild von Amy Fitzpatrick von der offiziellen Website.
Die 15-jährige Amy Fitzpatrick aus Irland verschwand am 1. Januar 2008 spurlos in Mijas Costa, Spanien, wo sie mit ihrer Familie lebte. Sie war an Neujahr bei Freunden zum Babysitten und machte sich in den frühen Morgenstunden auf den kurzen Heimweg, kam aber nie zu Hause an. Trotz intensiver Suchaktionen der spanischen und irischen Behörden sowie internationaler Medienaufmerksamkeit konnte Amy nie gefunden werden. Ihre Mutter Audrey Fitzpatrick kämpfte auch Jahre danach um Aufklärung und hielt regelmäßig Mahnwachen ab, doch der Fall bleibt bis heute ungelöst. © https://www.searchforamy.com/
Fahndungsfotos von Livia und Alessia Schepp.
Die sechsjährigen Zwillinge Livia und Alessia Schepp verschwanden am 30. Januar 2011 spurlos aus Saint-Sulpice im Kanton Waadt in der Schweiz, nachdem ihr Vater Matthias Schepp sie entführt hatte. Der Vater fuhr mit den Mädchen nach Frankreich und beging am 3. Februar 2011 in Cerdon Suizid, nachdem er sich vor einen Zug geworfen hatte. In einem Abschiedsbrief gestand Matthias Schepp, seine Töchter getötet zu haben, doch die Leichen der Zwillinge wurden trotz intensiver Suchaktionen nie gefunden. Mehr als 14 Jahre nach ihrem Verschwinden gelten Livia und Alessia weiterhin offiziell als vermisst. © dpa
Fahndungsfoto von Lars Joa­chim Mittank, Aufnahmedatum 2013.
Lars Mittank verbrachte seinen Urlaub mit Freunden in Varna, Bulgarien, vom 30. Juni bis zum 7. Juli 2014. Am 5. Juli 2014 erlitt er bei einem Streit einen Schlag auf sein linkes Ohr, was zu einer erheblichen Hörminderung führte. Daraufhin suchte er am 7. Juli 2014 einen Arzt auf, der ihm vom Fliegen abriet. Seine Freunde flogen wie geplant am 7. Juli 2014 nach Deutschland zurück. Lars Mittank begab sich zunächst in ein Krankenhaus, erhielt dort jedoch keine weitere Behandlung. Am Morgen des 8. Juli 2014 suchte er einen Arzt am Flughafen in Varna auf. Gegen 10 Uhr Ortszeit verließ er plötzlich die Praxis und den Flughafen ohne erkennbaren Grund und ließ sein gesamtes Gepäck sowie sein Handy zurück, seine gebuchten Ersatzverbindungen nutzte er nicht. Das BKA sucht noch heute nach Mittank. © Bezirkskriminalinspektion Itzehoe
Die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord gab am 08.05.2015 ein Foto der seit 02.05.2015 vermissten fünfjährigen Inga heraus.
Die fünfjährige Inga Gehricke verschwand am 2. Mai 2015 spurlos während einer Familienfeier im Diakoniewerk Wilhelmshof bei Stendal in Sachsen-Anhalt. Das Mädchen aus Schönebeck war zuvor mit anderen Kindern unterwegs. Trotz intensiver Suchaktionen mit Hunderten von Einsatzkräften und einer groß angelegten Öffentlichkeitsfahndung konnte Inga bis heute nicht gefunden werden. Eine achtköpfige Ermittlungsgruppe der Polizei arbeitet auch zehn Jahre später noch an dem Fall, der als einer der bekanntesten ungelösten Vermisstenfälle Deutschlands gilt. Für Hinweise, die zur Aufklärung führen, ist eine Belohnung von 50.000 Euro ausgesetzt. © Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord/dpa
Foto von der vermissten Leonie Gritzka.
Die 15-jährige Leonie Gritzka aus Remscheid wird seit dem 23. Juli 2016 vermisst, nachdem sie sich gegen 16 Uhr von ihrer Mutter verabschiedet und die Wohnung verlassen hatte. Als sie nicht wie erwartet zurückkehrte, informierte die besorgte Mutter noch am selben Abend die Polizei und erstattete eine Vermisstenanzeige. Eine Freundin erzählte den Ermittlern später, Leonie sei in ein schwarzes Auto gestiegen und mit zwei Männern weggefahren. Mehr als acht Jahre nach ihrem Verschwinden ermittelt die Polizei weiterhin in dem Fall und verfolgt immer wieder neue Spuren, doch die Jugendliche konnte bis heute nicht gefunden werden. © fkn
15-jährige Rebecca Reusch
Die 15-jährige Rebecca Reusch aus Berlin-Rudow wird seit dem 18. Februar 2019 vermisst. Sie verbrachte die Nacht zuvor bei ihrer Schwester Jessica und deren Ehemann Florian R. und wollte am Morgen direkt zur Schule gehen. Sie schickte noch ein Snapchat-Foto an eine Freundin, ihr Handy war zuletzt um 7:46 Uhr im WLAN ihrer Schwester eingeloggt. In der Schule erschien sie jedoch nie, und am Nachmittag meldeten ihre Eltern sie als vermisst. Die Polizei geht inzwischen von einem Tötungsdelikt aus, eine Leiche wurde jedoch nie gefunden. © dpa
Fahndungsfoto Sandra Wißmann.
Sandra Wißmann wird seit dem 28. November 2000 vermisst, bei ihrem Verschwinden war sie zwölf Jahre alt. Die Ermittlungen des Landeskriminalamtes führten bislang zu keinen konkreten Anhaltspunkten auf das Schicksal des Mädchens. Es wird davon ausgegangen, dass Sandra Wißmann Opfer eines Kapitalverbrechens wurde. © Polizei Berlin
Blaulicht Polizei
Die 17-jährige Jara V. aus Haßloch in Rheinland-Pfalz wird seit dem 8. Februar 2022 vermisst. Sie wurde an diesem Tag gegen 8:45 Uhr zuletzt im Bereich der Lindenstraße in Haßloch gesehen. Die Polizei vermutet, dass sich die Jugendliche in einer hilflosen Lage befinden könnte. Jara ist etwa 1,55 bis 1,60 Meter groß, wiegt rund 55 Kilogramm, ist schlank und hat braune, lange Haare. Trotz intensiver polizeilicher Suchmaßnahmen und einer Öffentlichkeitsfahndung mit Foto konnte die 17-Jährige bis heute nicht gefunden werden, weshalb ihre besorgten Eltern mit dem Appell „Jara, bitte melde dich bei deinen Eltern, du kannst nach Hause!“ an sie appellieren. © Friso Gentsch/dpa/Polizeipräsidium Rheinpfalz
Nisa aus Ludwigshafen
Die 16-jährige Nisa aus Ludwigshafen wird seit dem 8. April 2022 vermisst. Die Polizei vermutet, dass sie sich auf den Weg nach Berlin machen wollte. Nisa ist etwa 1,60 Meter groß und von schlanker Statur. Trotz einer Öffentlichkeitsfahndung und intensiver Suchmaßnahmen konnte das Mädchen bis heute nicht gefunden werden, weshalb die Polizei weiterhin um Hinweise aus der Bevölkerung bittet. In Medienberichten wird der Fall im Zusammenhang mit möglicher Radikalisierung durch Salafisten erwähnt. © Kriminalinspektion Ludwigshafen

Luftschlösser statt Wohnungen: Zech-Vorstand entlarvt Bau-Turbo als Marketing-Versprechen

Besonders deutliche Kritik kommt von Olaf Demuth, Vorstand der Zech-Group. Gegenüber der Wirtschaftswoche erklärte er: „Der Begriff Turbo ist total übertrieben als Überschrift über dem Projekt“. Ein Turbo entfalte „enorme Kraft rapide“ – das könne er sich „bei Bauprojekten in Städten und Gemeinden nicht vorstellen“. Demuth zweifelt grundsätzlich an der Umsetzbarkeit: „Die Vorstellung, dass Genehmigungen in nennenswertem Umfang wirklich in acht Wochen erfolgen, halte ich für weltfremd“. Der Experte verweist auf die komplexen Voraussetzungen des Gesetzentwurfs, die eine Abweichung von Bauleitplänen nur unter strengen Bedingungen erlauben.

Statt der versprochenen Reduzierung von fünf Jahren auf zwei Monate sieht Demuth eine deutlich bescheidenere Verbesserung: „In drei statt fünf Jahren ab Antragstellung wird konkret fertiggestellt, was Frau Hubertz da als Turbo anstößt“ . Problematisch sei zudem, dass die Gesetzesnovelle nur eine Richtlinie darstelle, „die es den Kommunen erlaubt, sie anzuwenden – sie sind aber nicht dazu verpflichtet“.

Deutscher Wohnungsbau: Während Bauministerin Hubertz einen „Bau-Turbo“ verspricht, kritisieren Experten die Pläne als unrealistisch.

Realistische Zeitersparnis deutlich geringer als versprochen: Alternative Lösungsansätze aus der Praxis

Der Zech-Vorstand kritisiert auch die Befristung des Gesetzes bis Ende 2030: „Mit der Befristung ist das Gesetz Vergangenheit, bevor es überhaupt spürbar Wirkung entfalten kann“. Seine Einschätzung: „Der Hubertz-Bau-Turbo ist also aus Sicht eines Praktikers was – eine Luftnummer?“ Als echten Gamechanger schlägt Demuth vor, die bereits genehmigten, aber nicht gebauten 760.000 Wohnungen zügig zu aktivieren. Sein Vorschlag: „Am besten durch steuerliche Anreize, die sofort wirken – wie zum Beispiel eine Mehrwertsteuersenkung auf sieben Prozent für den Wohnungsbau, begrenzt auf kostengünstigen Wohnungsbau“ .

Der Deutsche Mieterbund fordert zusätzlich 60.000 neue, auch für Normalverdiener erschwingliche Mietwohnungen pro Jahr, insbesondere in Großstädten und Ballungszentren. Der geplante Bau-Turbo liefere hierfür „leider kaum Anreize, da weder Mietpreis- noch Baukostengrenzen vorgesehen sind“, kritisiert der Verein. (ls)

Rubriklistenbild: © IMAGO / dts Nachrichtenagentur

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