Belastung für Arbeitnehmer

Engpässe belasten Wirtschaft: In diesen 15 Berufen ist der Fachkräftemangel am größten

Ein Koch steht an einer Arbeitspfläche in einer Küche und richtet seine Zutaten, darunter sind Tomaten.
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Viele Restaurants müssen mehrere Ruhetage machen oder können nur mittags oder abends öffnen, weil ihnen Mitarbeiter fehlen. Besonders bei ausgebildeten Köchen haben es Unternehmen schwer, Personal zu finden. Aber auch im Service bleiben zahlreiche offene Stellen unbesetzt. In der Engpass-Analyse der Bundesagentur für Arbeit (BA) ergibt sich ein Index-Wert von 2,3.
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Es gibt kaum noch Nachwuchs: Die Zahl der Auszubildenden im Fleischerhandwerk geht seit Jahren zurück. Laut dem Zentralverband des Deutschen Handwerks machten rund 2300 Menschen eine Ausbildung, zur Jahrtausendwende waren es noch 9500 Azubis. Ergebnis ist eine Fachkräftelücke. In der gesamten Lebens- udn Genussmittelherstellung ergibt sich im BA-Index ein Wert von 2,3 und damit ein Engpass.
Ein Mann arbeitet in einer Werkstatt von Lufthansa Technik am Triebwerk eines Flugzeuges.
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Im Bereich der Luft- und Raumfahrttechnik beobachtet die BA ebenfalls einen Fachkräftemangel. Das gilt auch für den Schiffbau. Gemeinsam kommen die Felder in der Engpassanalyse auf einen Indexwert von 2,3.
Ein Mitarbeiter der Rochlitzer Porphyr Manufaktur zersägt mit einer Steinsäge einen Porphyrblock.
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In den großen Debatten rund um den Fachkräftemangel finden das Feld der Naturstein-, Mineral- und Baustoffherstellung kaum statt. Dabei beobachtet die BA bei ihrer Analyse ebenfalls einen Engpass. Der Wert liegt bei 2,3.
Ein Bauer kontrolliert das Schneidwerk seines Mähdrescher.
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Systemrelevant: Ohne die Landwirtschaft bleiben alle ohne Nahrung. Trotz der Bedeutung haben Betriebe Schwierigkeiten, geeignete Fachkräfte zu finden, berichtet das Branchemagazin Top Agrar. Im Index der BA liegt die Branche beim Wert von 2,3 – und damit im Bereich eines Engpasses.
Eine medizinische Fachangestellte führt eine Spritze an den Oberarm eines älteren Mannes, um ihn zu impfen. Im Hintergrund sitzt eine Ärztin.
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Medizinsche Fachangestellte, kurz MFA, sind gefragt: Im Berufsfeld der Arzt- und Praxishilfe stuft die BA den Engpass mit 2,5 ein. Besonders kritisch ist die Fachkräftelücke im Bereich der zahnmedizinischen Fachangestellten.
Auf einem Plakat einer Steuerberatungsfirma werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Azubis, Steuerfachangestellte, Steuerfachwirte, Steuerberater und Bilanzbuchhalter gesucht.
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Auszubildende, Steuerfachangestellte, Fachwirte und Steuerberater gesucht: Auch im Bereich der Steuerberatung beobachten Fachleute einen Engpass, der BA-Index zeigt den Wert 2,5.
Eine Kundin steht vor der Auslage einer Metzgerei, in der verschiedene Wurstsorten liegen. Sie deutet auf eine Wurst. Hinter der Theke steht einer Verkäuferin.
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Allein in München und Oberbayern fehlen laut Industrie- und Handelskammer (IHK) über 2000 Verkäuferinnen und Verkäufer in Metzgereien, doch das Problem ist nicht regional begrenzt. Die BA verbucht für alle Berufe im Verkauf von Lebensmitteln eine Arbeitskräftelücke. Der Engpass-Indikator ergibt den Wert 2,5.
Zwei Techniker mit grellgelben Jacken stehen oben auf einem großen Windrad.
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Auch der Energiesektor sucht händeringend nach Fachkräften. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) warnt, dass der Mangel die Energiewende gefährden könne. Die BA bewertet die Lücke mit dem Indexwert von 2,5 – damit gibt es im Bereich der Energietechnik ebenfalls einen Engpass.
Eine Mitarbeiterin eines Automatisierungstechnik-Unternehmens prüft eine Platine mit einer Lupe.
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Automatisierungstechnik und Mechatronik ist ein weiteres Berufsfeld, wo Unternehmen mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen haben. Der Engpassindex der BA zeigt den Wert 2,5.

Der Fachkräftemangel belastet die deutsche Wirtschaft zunehmend. In einigen Berufen ist die Suche nach Beschäftigten für Unternehemn besonders schwer. Die größten Engpässe in der Übersicht.

Nürnberg – Unternehmen in Deutschland fällt es zunehmend schwer, Fachkräfte zu finden. Laut dem arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) konnten 2023 branchenübergreifend 570.000 Stellen nicht besetzt werden. Die betroffenen Firmen produzieren damit weniger, als sie eigentlich könnten. Die Folge laut den Ökonomen: 2024 hat die Wirtschaft dadurch 49 Milliarden Euro verloren.

Ursachen des Fachkräftemangels: Alterung der Gesellschaft und „Bildungslücke“

Durch den demografischen Wandel verschärft sich der Fachkräftemangel. Besonders durch den Ruhestand der geburtenstarken Jahrgänge der Boomer-Generation verlassen zahlreiche Arbeitskräfte ihre Unternehmen. Laut Prognose der IW-Ökonomen steigen die Kosten dadurch auf 74 Milliarden Euro – allein im Jahr 2027.

Doch nicht nur für die Unternehmen bietet der Fachkräftemangel Verluste. Dadurch steige auch die Last auf das bestehende Personal, warnt die Gewerkschaft Verdi. Der Druck auf die Beschäftigten sei höher, zudem könnten die Arbeitsbedingungen schlechter sei.

Neben der Alterung der Gesellschaft führt die Gewerkschaft Verdi auch eine „Bildungslücke“ als Ursache des Fachkräftemangels an. Trotz der qualitativ hohen Ausbildung bestehe eine Diskrepanz zwischen erworbenen Fähigkeiten und den Anforderungen des Arbeitsmarktes. Das betreffe die berufliche Ausbildung, aber auch Studiengänge an Universitäten und Hochschulen. Dazu verlassen jährlich 25.000 Kinder und Jugendliche die Schule ohne Abschluss.

Fachkräftemangel trifft Deutschland: Arbeitsagentur beobachtet Engpassberufe

Doch nicht alle Branchen sind gleichermaßen vom Fachkräftemangel betroffen. Dieser herrscht vor allem in sozialen, gesundheits- und technischen Berufen. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) beobachtet die Lage und bewertet einmal pro Jahr die Fachkräftesituation am Arbeitsmarkt. Auf Grundlage von sechs statistischen Indikatoren werden dabei für Berufsgattungen ein Punktewert ermittelt. Relevant sind dabei:

  • Vakanzzeit
  • Verhältnis von Arbeitssuchenden und Stellen
  • Berufsspezifische Arbeitslosenquote
  • Veränderung des Anteils sozialversicherungspflichtig beschäftigter Ausländer
  • Abgangsrate aus der Arbeitslosigkeit
  • Entwicklung der mittleren Entgelte

Ist der Datenpunkt nach Analyse der Arbeitsagentur größer gleich 2,0 handelt es sich um einen sogenannten Engpassberuf. Unter 1,5 liegt kein Engpass vor. Daziwschen werde die Entwicklung des Berufs weiter beobachtet, erklärt die BA.

Rubriklistenbild: © Harald Tittel/dpa

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