Belastung für Arbeitnehmer
Engpässe belasten Wirtschaft: In diesen 15 Berufen ist der Fachkräftemangel am größten
Der Fachkräftemangel belastet die deutsche Wirtschaft zunehmend. In einigen Berufen ist die Suche nach Beschäftigten für Unternehemn besonders schwer. Die größten Engpässe in der Übersicht.
Nürnberg – Unternehmen in Deutschland fällt es zunehmend schwer, Fachkräfte zu finden. Laut dem arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) konnten 2023 branchenübergreifend 570.000 Stellen nicht besetzt werden. Die betroffenen Firmen produzieren damit weniger, als sie eigentlich könnten. Die Folge laut den Ökonomen: 2024 hat die Wirtschaft dadurch 49 Milliarden Euro verloren.
Ursachen des Fachkräftemangels: Alterung der Gesellschaft und „Bildungslücke“
Durch den demografischen Wandel verschärft sich der Fachkräftemangel. Besonders durch den Ruhestand der geburtenstarken Jahrgänge der Boomer-Generation verlassen zahlreiche Arbeitskräfte ihre Unternehmen. Laut Prognose der IW-Ökonomen steigen die Kosten dadurch auf 74 Milliarden Euro – allein im Jahr 2027.
Doch nicht nur für die Unternehmen bietet der Fachkräftemangel Verluste. Dadurch steige auch die Last auf das bestehende Personal, warnt die Gewerkschaft Verdi. Der Druck auf die Beschäftigten sei höher, zudem könnten die Arbeitsbedingungen schlechter sei.
Neben der Alterung der Gesellschaft führt die Gewerkschaft Verdi auch eine „Bildungslücke“ als Ursache des Fachkräftemangels an. Trotz der qualitativ hohen Ausbildung bestehe eine Diskrepanz zwischen erworbenen Fähigkeiten und den Anforderungen des Arbeitsmarktes. Das betreffe die berufliche Ausbildung, aber auch Studiengänge an Universitäten und Hochschulen. Dazu verlassen jährlich 25.000 Kinder und Jugendliche die Schule ohne Abschluss.
Fachkräftemangel trifft Deutschland: Arbeitsagentur beobachtet Engpassberufe
Doch nicht alle Branchen sind gleichermaßen vom Fachkräftemangel betroffen. Dieser herrscht vor allem in sozialen, gesundheits- und technischen Berufen. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) beobachtet die Lage und bewertet einmal pro Jahr die Fachkräftesituation am Arbeitsmarkt. Auf Grundlage von sechs statistischen Indikatoren werden dabei für Berufsgattungen ein Punktewert ermittelt. Relevant sind dabei:
- Vakanzzeit
- Verhältnis von Arbeitssuchenden und Stellen
- Berufsspezifische Arbeitslosenquote
- Veränderung des Anteils sozialversicherungspflichtig beschäftigter Ausländer
- Abgangsrate aus der Arbeitslosigkeit
- Entwicklung der mittleren Entgelte
Ist der Datenpunkt nach Analyse der Arbeitsagentur größer gleich 2,0 handelt es sich um einen sogenannten Engpassberuf. Unter 1,5 liegt kein Engpass vor. Daziwschen werde die Entwicklung des Berufs weiter beobachtet, erklärt die BA.
Rubriklistenbild: © Harald Tittel/dpa









