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Ab 1. Januar 2025

„Grundsteuer-Wahnsinn“ ab 2025: Kosten bis zu 996 Prozent höher – doch einige haben Glück

Ab dem 1. Januar 2025 wird die reformierte Grundsteuer fällig. Dies führt für eine Vielzahl von Hauseigentümern zu erhöhten Kosten. Ein Kenner der Materie nennt es "Wahnsinn".

Berlin – Zum neuen Jahr 2025 müssen Haus- und Wohnungsbesitzer die neue Grundsteuer erstmals zahlen. Die langwierige bürokratische Vorbereitung findet ihr Ende. Doch mit der Reform wird Wohnen für viele Menschen deutlich teurer. „Es zeichnet sich eine massive Steuererhöhung ab“, sagte Kai Warnecke, Präsident des Eigentümerverbands Haus & Grund der Bild.

„Grundsteuer-Wahnsinn“: Haus- und Wohnungsbesitzer müssen 2025 deutlich mehr zahlen

Warnecke hat den Schuldigen in der Politik ausgemacht: „Die Verantwortung dafür trägt Olaf Scholz: erst als Finanzminister, jetzt als Bundeskanzler.“ Die Grundsteuer-Reform war 2019 beschlossen worden – als Reaktion auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Scholz war damals Finanzminister in der Großen Koalition unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU). „Das ist der Scholz'sche Grundsteuer-Wahnsinn, der das Wohnen noch teurer macht“, erklärte der Verbandschef kurz vor der Umsetzung der Reform der Bild.

Durch die Grundsteuer-Reform wird der Traum vom eigenen Haus für viele Eigentümer teurer. (Montage)

Haus & Grund hat die Folgen der neuen Grundsteuer für zehn Bundesländer ausgewertet. Im Schnitt verdoppele sich die Steuerlast: Der durchschnittliche Aufschlag betrage 116 Prozent, zitiert die Bild aus der Auswertung. In nur 2,7 Prozent der untersuchten Fälle bleibe die Steuerlast stabil.

Grundsteuer-Reform führt mehrheitlich zu höheren Zahlungen – ein Drittel hat Glück

60,8 Prozent der Eigentümer müssten laut der Analyse von Warneckes Verband mehr Grundsteuer zahlen. In der Spitze seien das bis zu 996 Prozent. Viele Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäuser seien von der Erhöhung betroffen. Sie müssen demnach jährlich Hunderte Euro im Jahr mehr zahlen.

Für etwas mehr als ein Drittel (36,5 Prozent) hat Haus & Grund jedoch gute Nachrichten: Für sie sinken die Steuersätze. Die Grundsteuer könne bis zu 76 Prozent geringer ausfallen, als vor der Reform. Zu den Details der Auswertung machte die Bild, der sie vorliegt, keine Angaben. Zudem müssen einige Hausbesitzer noch auf ihren Grundsteuer-Bescheid warten.

Grundsteuer-Reform wird für Mieter zu einer Zusatzbelastung

Auch für einige Mieter dürfte die Grundsteuer-Reform damit Folgen haben. Denn: Vermieter können die höheren Ausgaben umlegen. Diese können sich damit 2025 in höheren Betriebskosten auf der Nebenkostenabrechnung niederschlagen. Wenn ein Haus voll vermietet ist, läuft die Verteilung der Grundsteuerlast auf Basis der Wohnungsgrößen.

Dass einige Eigentümer mehr Grundsteuer zahlen müssen, war tatsächlich Ziel der Umgestaltung. Bei der Reform sollte nach Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts die Wertentwicklung von Immobilien besser abgebildet werden. Ziel der Politik war, dass die Reform „aufkommensneutral“ werde, also die Einnahmen der Städte und Gemeinden insgesamt auf dem bisherigen Niveau bleiben.

Gemeinden sehen sich zur Erhöhung der Hebesätze gezwungen – höhere Grundsteuer die Folge

Viele Kommunen haben jedoch die Hebesätze sogar angehoben. Sie seien wegen leerer Kassen dazu gezwungen, erklärt der Städte- und Gemeindebund. „Wenn wegen der katastrophalen Finanzlage als letzter Ausweg nur eine Erhöhung der kommunalen Steuern bleibt, dann ist das der letzte Schritt, der in der aktuellen Situation unumgänglich ist“, sagte dessen Vizepräsident Uwe Zimmermann der Bild.

Rubriklistenbild: ©  Karl-Josef Hildenbrand/Bernd Weißbrod/dpa

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