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Ölpreise

Fallende Spritpreise zeichnen sich ab – Opec erhöht Produktion

Die Ölproduktion der Opec plus steigt wieder – schneller als ursprünglich geplant. Fachleute sehen einen Abwärtstrend bei den Ölpreisen bis 2026 voraus.

München – Um ein mögliches Überangebot auf dem Markt zu verhindern, haben Ende November 2023 die Opec-plus-Staaten beschlossen, ihre tägliche Ölförderung freiwillig um insgesamt 2,2 Millionen Barrel zu drosseln. Das Ölkartell – darunter Algerien, Irak, Kasachstan, Kuwait, Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate, Russland und Saudi-Arabien – einigte sich darauf, das zurückgehaltene Ölangebot schrittweise wieder auf den Markt zu bringen. Ursprünglich war dieses Ziel für September 2026 angesetzt – nun wird es ein Jahr früher erreicht.

Opec plus erhöht Produktion: Fachleute erwarten Überproduktion bis Jahresende

Ab Oktober plant die Opec plus, zusätzlich 548.000 Barrel Öl pro Tag zu fördern. Wie das Ölkartell am Sonntag (3. August) auf seiner Website mitteilte, kommt diese Ankündigung für viele Marktbeobachter überraschend. Laut dem Handelsblatt gehen Fachleute davon aus, dass der Ölmarkt gegen Jahresende in eine Phase der Überversorgung eintritt. Dennoch erhöht die Allianz ihre Produktion schrittweise – ein Vorgehen, das auch auf Spannungen innerhalb des Bündnisses zurückzuführen ist.

So halten sich einige Mitglieder, etwa Kasachstan, nicht an die vereinbarten Förderquoten und pumpen mehr Öl als erlaubt. Sie profitieren damit von den Kürzungen anderer Staaten, ohne selbst Einnahmeeinbußen in Kauf nehmen zu müssen. Die Hauptlast dieser Disziplinarmaßnahmen trägt derzeit Saudi-Arabien. Laut Bloomberg ist Saudi-Arabien auf einen Ölpreis von 96 UD-Dollar pro Barrel angewiesen, um den Staatshaushalt zu finanzieren. Dieser liegt über dem seit 2024 durchschnittlichen Brent-Preises von etwa 76,50 US-Dollar. Deswegen sah sich die saudische Regierung gezwungen mehr Schulden an den internationalen Anleihemärkten aufzunehmen.

Rund 60 Prozent der saudischen Staatseinnahmen stammen nach wie vor aus dem Ölsektor – trotz des erklärten Ziels, die Abhängigkeit davon zu verringern. Kurz- bis mittelfristig ist das Königreich allerdings dank seiner niedrigen Produktionskosten deutlich widerstandsfähiger gegenüber fallenden Ölpreisen als etwa Kasachstan.

Bis Ende des Jahres ist eine Überproduktion an Öl erwartet.

Dreifache Erhöhung an Ölproduktion: Ölpreis rutschte auf Vierjahrestief

Einige Marktteilnehmer warnten vor möglichen Preiskämpfen, als die Opec plus im April überraschend eine Kehrtwende vollzog und die Fördermenge auf das Dreifache der ursprünglich geplanten Erhöhung ausweitete. In der Folge rutschte der Preis für Brent-Rohöl unter die Marke von 60 US-Dollar – und erreichte damit den niedrigsten Stand seit vier Jahren.

Seither hat sich der Ölpreis etwas erholt und liegt inzwischen bei über 70 US-Dollar pro Barrel. Einen Anteil daran hat auch die saisonal bedingte stärkere Nachfrage. Ein weiterer stabilisierender Faktor sei laut UBS-Ölanalyst Giovanni Staunovo, dass China aktuell seine Öllager auffüllt. Dem Handelsblatt sagte er: „Die Frage ist, was passiert, wenn China aufhört, im großen Stil Öl zu kaufen, um seine strategischen Vorräte aufzufüllen.“

Freiwillige Kürzungen: Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate haben Spielraum

Trotzdem bleibt das Marktumfeld für Förderausweitungen bislang günstig. Hinzu kommt: Die Opec plus hat ihre angehobenen Produktionsquoten bislang nur teilweise ausgeschöpft – darauf deuten Daten aus dem Zeitraum von März bis Juni hin. Zwar wurde auf dem Papier eine Erhöhung der Fördermenge um insgesamt 959.000 Barrel pro Tag beschlossen, tatsächlich lag das Plus in diesem Zeitraum jedoch bei lediglich 543.000 Barrel täglich. Laut Staunovo verfügen vor allem Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate noch über Spielraum, um ihre Produktion an die neuen Quoten anzupassen.

Zwar sind die 2,2 Millionen Barrel pro Tag ein Jahr früher zurück auf dem Markt, andere Kürzungen bleiben jedoch bestehen. Seit April 2023 drosseln neun Opec-plus-Mitglieder ihre Ölförderung freiwillig um täglich 1,66 Millionen Barrel. Hinzu kommt eine bereits 2022 beschlossene kollektive Kürzung des Bündnisses um weitere zwei Millionen Barrel pro Tag. Angesichts der erwarteten Überversorgung des Marktes ab dem vierten Quartal dürften diese Maßnahmen vorerst bestehen bleiben. (hk)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Yegor Aleyev

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