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DIHK-Umfrage

„Es mangelt an Zuverlässigkeit, Lesen, Schreiben“ – Azubi-Stellen bleiben leer

Zahlreiche Unternehmen finden kaum Auszubildende – der Grund liegt nicht bei zu wenigen Bewerbungen, sondern bei fehlenden Qualifikationen.

Berlin – Laut einer aktuellen Erhebung der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) gelang es im vergangenen Ausbildungsjahr fast der Hälfte aller Unternehmen nicht, sämtliche Ausbildungsplätze zu besetzen. Zwar fiel der Anteil mit 48 Prozent etwas geringer aus als im Vorjahr, doch die DIHK sieht darin keinen Anlass zur Entwarnung: Der Rückgang sei eher darauf zurückzuführen, dass viele Betriebe angesichts anhaltender Schwierigkeiten bei der Bewerbersuche von vornherein weniger Ausbildungsplätze angeboten hätten.

Die Umfrage wurde laut DIHK zwischen dem 12. und 30. Mai online durchgeführt. Insgesamt nahmen 14.994 Unternehmen daran teil.

„Wirtschaftliche Situation“: 182.000 betriebliche Ausbildungsstellen sind unbesetzt

„Die Unternehmen kämpfen mit der wirtschaftlichen Situation, ihnen fehlen inzwischen oft finanzielle Mittel sowie klare Aussichten für den Betrieb“, erklärte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks. „Gleichzeitig braucht die Wirtschaft für einen hoffentlich bald kommenden Aufschwung gut ausgebildetes Personal.“ Zwei Drittel der Betriebe, die ausbilden, übernehmen laut Umfrage alle ihre Auszubildenden.

Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) wies am Mittwoch anlässlich der Veröffentlichung der Arbeitsmarktstatistik auf die vielen noch offenen Stellen hin. „Noch 182.000 betriebliche Ausbildungsstellen sind unbesetzt – gleichzeitig suchen 140.000 junge Menschen eine Ausbildung“, erklärte Bas. „Wer heute gut ausbildet, sichert sich die Fachkräfte von morgen. Und wer eine gute Ausbildung hat, ist langfristig besser vor Arbeitslosigkeit geschützt.“

„Beide Probleme“: Fehlende Auszubildende in Branchen wie Industrie, Verkehr, Bauwesen und Handel

„Wir haben in der Tat beide Probleme“ – Betriebe, die keine Auszubildenden fänden und junge Menschen, die keinen Ausbildungsplatz fänden, sagte Dercks. Der DIHK zufolge gibt es „erhebliche anwachsende Passungsprobleme.“ Besonders herausfordernd gestaltet sich die Nachwuchssuche in Branchen wie Industrie, Verkehr, Bauwesen und Handel. Nur rund ein Drittel der Unternehmen mit Besetzungsproblemen führt dies auf einen Mangel an Bewerbungen zurück. Weitaus häufiger, nämlich in rund 75 Prozent der Fälle, liegt das Problem laut Angaben der Betriebe in der unzureichenden Eignung der eingegangenen Bewerbungen.

Besonders in Branchen wie Industrie, Verkehr, Bauwesen und Handel fehlen Auszubildende.

„Es mangelt an Zuverlässigkeit, Lesen, Schreiben“: Stellen bleiben wegen unzureichender Qualifikation offen

Aus Sicht der Unternehmen sind insbesondere Eigenschaften wie Arbeits- und Sozialverhalten sowie eine solide „mentale Leistungsfähigkeit“ und grundlegende schulische Kenntnisse bei Auszubildenden entscheidend. Doch 87 Prozent der Befragten erkennen Defizite bei den Voraussetzungen der Bewerberinnen und Bewerber – vor allem in Bereichen wie Belastbarkeit, Disziplin, kognitiver Leistungsfähigkeit, Motivation und Leistungsbereitschaft.

„Es mangelt an Basiskenntnissen und Kompetenzen, die praktisch für jeden Ausbildungsberuf nötig sind: Zuverlässigkeit, Lernbereitschaft, Einsatzwille und Lesen, Schreiben, Rechnen. Wer das nicht mitbringt, wird es im Berufsleben insgesamt schwer haben – umso mehr zu Beginn“, so Dercks. „Wir brauchen in den Schulen wieder einen Fokus auf die grundlegenden Fähigkeiten.“

„Verlässliche Förderung“: ZDH fordert mehr Planungssicherheit für das Handwerk

Zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres am 1. August wandte sich auch Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), mit einem Appell an die Bundesregierung. Er forderte mehr Planungssicherheit für das Handwerk. „Das Handwerk erwartet, dass die neue Bundesregierung der beruflichen Bildung nicht nur in Sonntagsreden den Rücken stärkt, sondern auch in der konkreten politischen Praxis“, erklärte Dittrich. Dies solle erreicht werden „durch eine verlässliche Förderung, tragfähige gesetzliche Rahmenbedingungen und die rechtliche Verankerung der Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung.“ (dpa/AFP/hk)

Rubriklistenbild: ©  IMAGO/Funke Foto Services/Martin M.

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