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Aktie fällt
Donald Trump setzt Verbot für neue Windkraftanlagen durch: Deutscher Energiegigant unter Druck
Er hat sein Wort gehalten: Nur wenige Stunden nach seiner Vereidigung hat US-Präsident Donald Trump ein Verbot für neue Windkraftanlagen erlassen. Europäische Unternehmen geraten in Bedrängnis.
Washington, D.C – Noch vor einer Woche war es nur eine Drohung, die am Montag (20. Januar) dann schon Realität wurde: Der neue US-Präsident Donald Trump hat direkt nach seiner Amtseinführung ein Dekret erlassen, dass die Ausschreibung und den Bau neuer Windkraftanlagen pausiert.
Der Erlass betrifft sowohl Projekte auf See als auch solche an Land, für die bundeseigene Gebiete verpachtet würden. Im gleichen Zug hat Trump den erneuten Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen beschlossen und per Dekret die Förderung von Öl und Gas in den USA beschleunigen lassen.
RWE wollte Mega-Projekt in den USA bauen: Jetzt ist der neue Windpark auf Eis
In den USA ist Windenergie für rund zehn Prozent der Stromversorgung verantwortlich. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, befinden sich gerade 73 Gigawatt an Offshore Windkraftanlagen im Bau, das wäre genug, um 30 Millionen Haushalte zu versorgen. Diese Projekte müssen nun auf Eis gelegt werden, vor allem diejenigen, für die noch Genehmigungen fehlen.
Donald Trumps Kabinett: Liste voller skandalöser Überraschungen
Zu den Investoren für betroffene Großprojekte gehören auch europäische Firmen sowie der deutsche Energieriese RWE. Wie das Handelsblatt berichtet, hat RWE eigentlich Windkraftanlagen von etwa sechs Gigawatt in den USA im Plan, damit würde das Unternehmen der zweitgrößte Windkraftentwickler für Wind auf See in Amerika werden.
Aktie von europäischen Unternehmen nach Amtseinführung von Trump unter Druck
Doch jetzt ist unklar, ob RWE das Projekt noch entwickeln kann. Das macht sich auch an der Börse bemerkbar: Am Tag der Wahl von Donald Trump fiel die Aktie um mehr als vier Prozent, seitdem ist sie immer wieder eingebrochen. Am Tag der Amtseinführung verlor die Aktie erneut an Wert, hat sich aber seitdem wieder erholt.
RWE ist aber breit aufgestellt, deutlich düsterer sieht es für Unternehmen aus, die auf Windenergie spezialisiert sind. Der dänische Energiekonzern Ørsted, der ebenfalls in den USA investiert ist, vermeldet seit dem 6. November 2024 einen Einbruch um fast 36 Prozent. Anderen Windanlagenbauern geht es ähnlich.
Trump hasst die Windenergie: Dabei wäre das Potenzial in vielen US-Staaten enorm
Möglich ist, dass Trumps Erlass wieder rückgängig gemacht wird, wenn er aus Wirtschaft und aus der Partei Druck verspüren sollte. Das könnte auch aus der Tech-Branche kommen, wie die Unternehmensberatung Wood Mackenzie Ende 2024 berichtete. Der Energiehunger der Tech-Giganten wie Microsoft, Apple und Google müsse gestillt werden – und das geht am schnellsten über Erneuerbare, vor allem sei der Fokus da aber auf Solaranlagen und auf Atomenergie, die unter Trump wachsen dürfte.
Das Paradoxe an der Anti-Wind-Agenda von Trump ist: Die Regionen in den USA, die davon am meisten profitieren könnten, sind republikanische Hochburgen. In Iowa, Oklahoma, Texas, North und South Dakota sowie Missouri, Nebraska, Wyoming und Montana sind die Windbedingungen laut einem Bericht des Climate Cabinet Education besonders günstig. Dort könnten die Menschen also besonders von Windkraft und günstigen Strompreisen profitieren – tun es aber oft nicht, weil es eine ideologische Ablehnung der Republikaner gegen Windenergie gibt.
Trump denkt, Windkraft sei für den Tod von Walen verantwortlich
Als Energieminister hat Trump den Fracking-Unternehmer Chris Wright nominiert, der sich in der Vergangenheit skeptisch über den Klimawandel geäußert hat. Bei seiner Anhörung im Senat hatte er jedoch etwas andere Töne angeschlagen. Der Klimawandel sei eine „schwierige Angelegenheit“, der mit einer Fortentwicklung des Energiesystems begegnet werden müsse, sagte er den Senatoren.
Wright zeigte sich aufgeschlossen für Erneuerbare Energien. Er plädierte dafür, dass das Energieministerium „neue Energietechnologien“ fördern solle, „um dem Klimawandel zu begegnen“. Als Beispiele nannte er die Solarenergie und die Geothermie, aber auch die Atomenergie, die nicht zu den Erneuerbaren Energien zählt. Vielleicht ist das ein Hoffnungsschimmer für die Erneuerbaren-Branche. (mit Material von AFP)