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News zum Nahost-Konflikt
Doch kein „Drill, Baby, drill“? Iran-Krieg könnte Trump in Öl-Not bringen
Donald Trumps Angriff auf den Iran hat die Ölpreise auf der Welt explodieren lassen. Selbst die USA können das nicht ausgleichen – doch der US-Präsident zeigt sich optimistisch.
In Deutschland sind die Folgen der im Zuge des Iran-Kriegs steigenden Ölpreise bereits zu spüren. Besonders an den Tankstellen müssen Verbraucherinnen und Verbraucher tief in die Tasche greifen, weil die größten Ölproduzenten aus dem Nahen Osten ihre Waren nicht mehr verschifft bekommen. Grund dafür ist die Drohung der iranischen Revolutionsgarde, auf jedes Schiff zu feuern, das die wichtige Handelsroute durch die Meerenge von Hormus passieren will.
Auslöser des Konflikts war ein gemeinsamer Angriff der USA und Israels auf Ziele im Iran, wobei Berichten zufolge Ali Khamenei, der oberste geistliche Führer des Landes, getötet wurde. Und auch in den USA, die selbst große Mengen an Erdöl fördern, sind die Preise im Zuge der iranischen Gegereaktionen gestiegen. Und trotz Trumps Wahlkampfansage, die Ölförderung in den USA ausweiten zu wollen, könnten die Exportausfälle aus dem Nahen Osten zur Herausforderung für US-Ölförderer werden.
USA leiden unter Ölpreisanstieg – Förderer können Ausfall nicht sofort ausgleichen
Die Financial Times berichtet unter Berufung auf Industriekreise, dass Öl-Förderunternehmen die durch Trump im Iran verursachte Ölkrise nicht sofort ausgleichen könnten. Branchenführer hätten gewarnt, dass ein deutlicher Produktionsanstieg in den Vereinigten Staaten wohl Monate dauern würde. Grund dafür ist laut Scott Sheffield, einem Geschäftsmann aus der Öl- und Gasindustrie, dass eine Ausweitung der Ölförderung mit hohen Anschaffungskosten verbunden sein kann. Und solange die Unternehmen nicht sicher seien, dass die Ölpreise auf lange Sicht auf dem aktuell hohen Niveau stagnierten, würden sie eher davon absehen, diese Investitionen zu tätigen.
In den vergangenen Monaten hätten viele Unternehmen aufgrund vergleichsweise niedriger Ölpreise ihre Budgets deutlich gekürzt. Das habe zu Entlassungen und Stilllegungen von Bohranlagen geführt. Zudem stünden überhaupt nicht genügend zu erschließende Ölfelder zur Verfügung, heißt es in dem Bericht weiter.
Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg
Zwickmühle im Iran-Krieg: Scheitert Trump an seiner Öl-Politik?
Diese Einschätzung steht in krassem Widerspruch zu der von Donald Trump angekündigten fossilen Renaissance. In seinem Wahlkampf hat er die Förderung der US-amerikanischen Ölförderung mit dem Ausruf „Drill, Baby, drill“ (zu Deutsch: Bohren, Baby, bohren) angekündigt. Doch wie Reuters berichtete, hatten die massiven Fördermaßnahmen einen gegenteiligen Effekt.
Während die geförderte Menge an Öl durch Vergünstigungen durch die Trump-Regierung anfangs tatsächlich angestiegen war, sorgte der damit einhergehende Preisverfall für einen anschließenden Rückgang der Fördermenge. So ist die Menge des geförderten Öls laut dem Energieunternehmen Baker Hughes im Jahr 2025 um 15 Prozent eingebrochen.
Ölpreise ziehen wegen Iran-Krieg an: Trump will Tanker mit Gewalt durch Straße von Hormus bringen
Auf die jetzige Preissteigerung durch den Angriff auf den Iran, reagiert der US-Präsident verhältnismäßig gelassen. Bei einem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Weißen Haus versprach Trump, dass die Preise nach dem Krieg im Nahen Osten sofort wieder fallen würden. „Wenn wir also für eine Weile etwas höhere Ölpreise haben, werden diese Preise, sobald das hier vorbei ist, sinken, und zwar meiner Meinung nach sogar noch niedriger als zuvor“, sagte Trump.
Dabei ist aus Erfahrung nicht mit einem schnellen Preisfall bei Energiekosten zu rechnen. Diesen Effekt, dass Preise zwar schnell steigen, aber nur langsam fallen, beschreibt man gemeinhin als „Rocket-Feather-Effekt“ (zu Deutsch: Raketen-Feder-Effekt). Diese asymmetrische Preisentwicklung könnte über Monate zu weltweit höheren Energiekosten führen.
Trump will die Situation aber wohl so schnell es geht lösen, vermutlich auch, um sich vor fallenden Umfragewerten zu schützen. Auf seiner Plattform Truth Social hatte er angekündigt, dass er die United States Development Finance Corporation angewiesen habe, eine günstige „politische Risikoversicherung und Garantien“ für die finanzielle Sicherheit des Seehandels, „insbesondere des Energiehandels“, bereitzustellen. „Falls erforderlich, wird die US-Marine so schnell wie möglich mit der Eskortierung von Tankern durch die Straße von Hormus beginnen. Die Vereinigten Staaten werden in jedem Fall den freien Energiefluss in die Welt gewährleisten“, so Trump. (Quellen: Financial Times, Reuters, Truth Social) (nhi)