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Neuer Bericht enthüllt

China-Russland-Handel schrumpft – Peking unterstützt Putin im Ukraine-Krieg trotzdem weiter

Trotz Abnahme des Handels versorgt China nach wie vor Russland mit kriegswichtigen Gütern. Ein Bericht zeigt die fortdauernde Unterstützung im Ukraine-Krieg.

Als EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa Ende Juli in Peking waren, ging es vor allem um den Handel zwischen der EU und China, der von einem riesigen Überschuss der chinesischen Seite geprägt ist. Aber auch der Ukraine-Krieg war Thema – beziehungsweise: Chinas Unterstützung für Russlands Angriffskrieg. Peking müsse seinen „Einfluss auf Russland nutzen“, damit es seinen Krieg gegen die Ukraine beendet, forderte Costa von Staatschef Xi Jinping. Und von der Leyen nannte Chinas Unterstützung für Russland einen „unmittelbaren und gefährlichen Einfluss auf die europäische Sicherheit“.

China hingegen behauptet stets, es verhalte sich in dem Konflikt neutral. „Es gibt keine grundlegenden Interessenkonflikte oder geopolitischen Widersprüche zwischen China und Europa“, erklärte Xi Jinping seinen europäischen Gästen. Thema vom Tisch? Mitnichten.

Chinas Staats- und Parteichef: So stieg Xi Jinping zum mächtigsten Mann der Welt auf

Chinas heutiger Staatschef Xi Jinping (2. von links) mit anderen Jugendlichen im Mao-Anzug
Xi Jinping wurde am 15. Juni 1953 in Peking geboren. Als Sohn eines Vize-Ministerpräsidenten wuchs er sehr privilegiert auf. Doch in der Kulturrevolution wurde er wie alle Jugendlichen zur Landarbeit aufs Dorf geschickt. Das Foto zeigt ihn (zweiter von links) 1973 mit anderen jungen Männer in Yanchuan in der nordwestlichen Provinz Shaanxi. Dort soll Xi zeitweise wie die Einheimischen in einer Wohnhöhle gelebt haben. © imago stock&people
Xi Jinping steht vor der Golden Gate Bridge in San Francisco
Xi Jinping 1985 vor der Golden Gate Bridge in San Francisco: Damals war er als junger Parteichef des Landkreises Zhengding in der nordchinesischen Agrarprovinz Hebei Delegationsleiter einer landwirtschaftlichen Studienreise nach Muscatine im US-Bundesstaat Iowa. Dort nahm die Gruppe nach offiziellen Berichten „jeden Aspekt der modernen Landwirtschaft unter die Lupe“. Anschließend reiste Xi weiter nach Kalifornien. Es war sein erster USA-Besuch. © imago stock&people
Xi Jingping und Peng Liyuan
Zweites Eheglück: Xi Jinping und seine heutige Ehefrau, die Sängerin Peng Liyuan, Anfang 1989. Zu dieser Zeit war Xi Vizebürgermeister der ostchinesischen Hafenstadt Xiamen. Die beiden haben eine gemeinsame Tochter. Xis erste Ehe war nach nur drei Jahren an unterschiedlichen Lebenszielen gescheitert. Seine erste Frau, die Diplomatentochter Ke Lingling, zog in den 1980er-Jahren nach Großbritannien. © imago
Xi Jinping gräbt mit Parteikollegen an einem Damm zur Verstärkung eines Deiches in Fujian
Aufstieg über die wirtschaftlich boomenden Küstenregionen: 1995 war Xi Jinping bereits stellvertretender Parteichef der Taiwan gegenüberliegenden Provinz Fujian – und noch ganz volksnah. Im Dezember 1995 arbeitet er mit an der Verstärkung eines Deiches am Minjiang-Fluss. © Imago/Xinhua
Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt Chinas Vizepräsident Xi Jinping das Regierungsviertel in Berlin
Vizepräsident Xi Jinping 2009 im Kanzleramt bei Angela Merkel: Die deutsch-chinesischen Beziehungen waren unter Merkel relativ eng und von wirtschaftlicher Zusammenarbeit geprägt. Merkel und Xi reisten aus Berlin weiter nach Frankfurt, um die dortige Buchmesse zu eröffnen. China war als Ehrengast geladen. © GUIDO BERGMANN/Pool/Bundesregierung/AFP
Die Vizepräsidenten Xi Jinping aus China und Joe Biden aus den USA halten T-Shirts mit einer Freundschaftsbekundung in die Kamera
Ein Bild aus besseren Zeiten: Aus ihrer jeweiligen Zeit als Vizepräsidenten kamen Joe Biden und Xi Jinping mehrmals zusammen. Im Februar 2012 demonstrierten sie bei einer Reise Xis nach Los Angeles in einer Schule „guten Willen“ zur Freundschaft mit T-Shirts, die ihnen die Schüler überreicht hatten. Damals fehlten Xi nur noch wenige Monate, um ganz an die Spitze der Kommunistischen Partei aufzusteigen. © FREDERIC J. BROWN/AFP
Ein alter Mann in Shanghai schaut auf Xi bei seiner ersten Rede als Parteichef im Fernseher.
Xi Jinping hat es geschafft: Zum Ende des 18. Parteitags am 15. November 2012 wurde Xi als neuer Generalsekretär der Kommunisten präsentiert – und ganz China schaute zu. Xi gelobte in seiner ersten kurzen Rede als Parteichef, die Korruption zu bekämpfen und ein „besseres Leben“ für die damals 1,3 Milliarden Menschen des Landes aufzubauen.  © PETER PARKS/AFP
Der neue Staatschef Xi Jinping geht hinter seinem Vorgänger Hu Jintao zu seinem Platz in der Großen Halle des Volkes in Peking.
Übernahme auch des obersten Staatsamtes: Xi Jinping wurde auf dem Nationalen Volkskongress im März 2013 Präsident und schloß damit den Übergang von seinem Vorgänger Hu Jintao (vorn im Bild) zur Xi-Ära ab. © GOH CHAI HIN/AFP
Chinas Präsident und seine Ehefrau Peng Liyuan gehen über den Flughafen Orly in Paris.
Xi Jinpings Ehefrau Peng Liyuan ist die erste First Lady Chinas, die auch öffentlich in Erscheinung tritt. Hier kommt das Ehepaar zu einem Staatsbesuch in Frankreich an. Die Gattinnen von Xis Vorgängern hatten sich nie ins Rampenlicht gedrängt. Vielleicht auch, weil Maos politisch aktive dritte Ehefrau Jiang Qing nach dem Tod des „Großen Vorsitzenden“ als Radikale verurteilt worden war. © YOAN VALAT/Pool/AFP
Funktionäre der Kommunistischen Partei Chinas auf dem Weg zum Parteitag in Peking
So sehen KP-Funktionäre aus: Delegierte des 19. Parteitags auf dem Weg zur Großen Halle des Volkes in Peking im Oktober 2017. Auf diesem Parteitag gelang es dem Staats- und Parteichef, seine „Xi Jinping-Gedanken zum Sozialismus Chinesischer Prägung in der Neuen Ära“ in die Parteiverfassung aufzunehmen. Er war der erste nach Mao, der zu Lebzeiten in der Verfassung eine Theorie mit seinem Namen platzieren konnte. Einen Kronprinzen präsentierte Xi auf dem Parteitag nicht – entgegen den normalen Gepflogenheiten. © GREG BAKER/AFP
Xi Jinping nimmt in einer Staatslimousine „Rote Fahne“ die Parade zum 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China ab.
70 Jahre Volksrepublik China: Staatschef Xi Jinping nahm 2019 in einer offenen Staatslimousine Marke „Rote Fahne“ die Militärparade in Peking zum Jahrestag der Staatsgründung ab. © GREG BAKER/AFP
Wirtschaftsforum in Wladiwostok
Xi Jinping pflegt eine offene Freundschaft zu Russlands Präsidenten Wladimir Putin – bis heute, trotz des russischen Angriffskrieges in der Ukraine. Putin und Xi teilen die Abneigung gegen die von den USA dominierte Weltordnung. Hier stoßen sie 2018 bei einem gemeinsamen Essen auf dem Wirtschaftsforum von Wladiwostok, auf dem sich Russland als Handelspartner und Investitionsziel im asiatischen Raum präsentierte, miteinander an. © Sergei Bobylev/POOL TASS Host Photo Agency/dpa
Xi Jinping besucht im weißen Kittel ein Labor und lässt sich die Impfstoffentwicklung erklären
Ende 2019 brach in China die Corona-Pandemie aus. Im April 2020 informierte sich Xi Jinping in einem Labor in Peking über die Fortschritte bei der Impfstoffentwicklung. Xi ist bis heute überzeugt, dass China die Pandemie besser im Griff hat als der Rest der Welt. Seine Null-Covid-Politik beendet er nicht, wohl auch wegen der viel zu niedrigen Impfquote unter alten Menschen. © Ding Haitao/Imago/Xinhua
Xi Jinpings Konterfei lächelt von einem Teller mit rotem Hintergrund
Auf dem 20. Parteitag im Oktober 2022 ließ sich Xi Jinping zum dritten Mal zum Generalsekretär der Kommunisten ernennen. Damit ist er der mächtigste Parteichef seit Mao Zedong. © Artur Widak/Imago

„China bleibt auch 2025 von zentraler Bedeutung, wenn es darum geht, Russland zu stützen“

Ein neuer Bericht zeigt nun: Auch dreieinhalb Jahre nach Kriegsbeginn steht China eng an der Seite Russlands. „China bleibt auch 2025 von zentraler Bedeutung, wenn es darum geht, Russlands Wirtschaft und seine Kriegsanstrengungen zu stützen“, schreibt Maciej Kalwasiński vom Centre for Eastern Studies in dem Report für das China-Russia Dashboard, ein Projekt mehrerer europäischer Denkfabriken.

Kalwasiński hat Handelsdaten aus den ersten sechs Monaten dieses Jahres ausgewertet. Sein Fazit: Zwar ging der Handel zwischen den beiden Nachbarländern im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024 deutlich zurück, auch würden wirtschaftliche Spannungen zwischen China und Russland zunehmen. An der Bedeutung, die China für Russlands Kriegsanstrengungen hat, habe sich aber nichts geändert.

Laut den Daten fielen die chinesischen Importe aus Russland im ersten Halbjahr um 9,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; russische Importe aus China gingen um 8,4 Prozent zurück. Verantwortlich für den Rückgang sind laut Kalwasiński einige wenige Produktkategorien. So kaufte China in US-Dollar gerechnet deutlich weniger russisches Öl – was auf US-Sanktionen auf russische Exporte über den Seeweg zurückzuführen sei sowie auf einen generellen Rückgang beim weltweiten Ölpreis. China hat demnach elf Prozent weniger russisches Rohöl importiert, während der Wert dieser Lieferungen um 24 Prozent zurückgegangen ist. Gleichzeit führte China aber auch mehr Kupfer, Aluminium und Erdgas aus Russland ein.

Xi Jinping und Wladimir Putin: im Ukraine-Krieg Seite an Seite.

Rückgang beim China-Handel hat „negativen Einfluss auf die russische Wirtschaft“

Dass auch Russland weniger aus China importiert, liegt laut den Daten vor allem an einem Rückgang bei den Ausfuhren chinesischer Fahrzeughersteller, die um 59 Prozent auf 171.000 Stück einbrachen. Grund dafür sei ein Exportboom in den vergangenen Jahren, der zu hohen Lagerbeständen in Russland geführt habe – verbunden mit einer nachlassenden Nachfrage in Russland sank also der Bedarf an weiteren Einfuhren. „Hinzu kamen die Bemühungen Moskaus, chinesische Hersteller durch protektionistische Maßnahmen zur Produktion vor Ort zu bewegen“, schreibt Kalwasiński. Modelle von Herstellern wie Chery und Great Wall würden jetzt in russischen Fabriken gebaut.

Der Rückgang beim bilateralen Handel habe einen „spürbaren negativen Einfluss auf die russische Wirtschaft“, die ohnehin seit Anfang des Jahres schwächle. Russlands Kriegskasse gerate unter Druck, so Kalwasiński. Und dennoch sei China für die russische Kriegsmaschinerie unverzichtbar. Der Grund: China hat auch im ersten Halbjahr 2025 Dual-Use-Güter, also Waren, die für zivile und militärische Zwecke gleichermaßen eingesetzt werden könne, in großem Stil nach Russland exportiert.

Ukraine-Krieg: China liefert weiter Dual-Use-Güter an Russland

Der Bericht identifiziert zwar einige Dual-Use-Güter, bei denen ein Ausfuhrrückgang zu verzeichnen ist, zum Beispiel Geräte zur Übertragung oder zum Empfang von Sprache, Bildern oder Daten. „Andererseits hat China die Ausfuhren in mehreren Kategorien erheblich gesteigert – darunter eine Vervierfachung der Ausfuhren von Teilen für Kameras, die in Überwachungssystemen und Drohnenoptiken verwendet werden“, heißt es in dem Report. Eine Vervierfachung gab es den Daten zufolge auch bei optischen Ziel- und Sichtgeräten für Waffen und Überwachungstechnik, wie Zielfernrohre, Periskope und militärische Beobachtungsteleskope. Der Export von Teilen für Antennen und Radarreflektoren habe sich sogar verfünffacht.

Auch Rohstoffe, die für die Rüstungsindustrie wichtig sind, werden weiterhin aus China nach Russland geliefert, zum Beispiel Manganerze. Diese werden zur Herstellung von gehärtetem Stahl verwendet, der für die Fertigung von Panzern, gepanzerten Fahrzeugen und Artillerie unerlässlich ist. Ohne chinesische Hilfe könnte Russland seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine also wahrscheinlich nicht in der Intensität führen, wie es das derzeit tut. Zu spüren bekommt das Land das derzeit vor allem in der Oblask Donezk, wo Russland zuletzt offenbar die strategisch wichtige Stadt Tschassiw Jar komplett erobern konnte. (sh)

Rubriklistenbild: © Kristina Kormilitsyna/Brics-Russ/dpa

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