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Zoff vor Vorstandswahlen

Skisprung-Streit um ehemaligen Bundestrainer bewegt Legende zum Rücktritt

Die mögliche Rückkehr von Ex-Bundestrainer Stefan Horngacher sorgt im polnischen Skispringen für Zoff. Eine Legende zieht daher Konsequenzen.

Der polnische Skisprung-Verband befindet sich nach einer schwierigen Saison weiter im Krisenmodus. Derzeit herrscht ein erbitterter Kampf darum, wie die personelle Ausrichtung für die Zukunft aussehen soll. Im Fokus steht dabei auch der ehemalige Bundestrainer Stefan Horngacher, der nach seinem Rücktritt beim DSV auf der Suche nach einer neuen Herausforderung ist.

Adam Malysz (links) legt wegen der Posse um Stefan Horngacher (rechts) sein Amt nieder.

Doch genau diese Personalie ist derzeit heftig umstritten im Verband. Der derzeit tobende Richtungsstreit hat nun zur Folge, dass die Skisprung-Legende Adam Malysz sein Amt als Präsident des polnischen Skiverbandes niederlegen wird. „Meine Vorstellung davon, wie die Zukunft aussehen soll, stimmt nicht mit der des Vorstands überein, daher lautet meine Entscheidung: Nein, ich werde nicht zur Wiederwahl antreten“, erklärte er gegenüber dem polnischen TV-Sender Polsat.

Streit um Horngacher: Ex-Bundestrainer zu teuer für Polen?

Ursprünglich war er 2022 ins Amt gewählt worden und sollte mit seinem Wissen den Verband an der Weltspitze halten. Zuletzt hatte er jedoch immer wieder darüber geklagt, dass die Rahmenbedingungen nicht gut genug sind. Zudem scheint sein Vorgehen mit Horngacher, den er gerne als Sportdirektor holen möchte, bei der Verbandsspitze nicht gut angekommen zu sein. Diese pfiff ihn daraufhin zurück.

Möglicherweise könnte Malysz dem Verband aber als Sportdirektor erhalten bleiben, denn der Posten ist derzeit vakant. „Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Wir haben noch viel zu tun, vor allem wichtige Verträge, die unterzeichnet werden müssen“, erklärte er. Er selbst hatte diesen Posten einst ausgeübt, bevor er zum Vorstand gewählt wurde. Er habe aber „seine eigenen Pläne für die Zukunft“, betont er.

Panikattacken und Verlobten-Drama: Diese Wintersport-Stars beendeten 2026 ihre Karriere

 MILANO CORTINA 2026 - OLYMPISCHE WINTERSPIELE - ANTERSELVA - BIATHLON - 12,5KM MASSENSTART FRAUEN
Franziska Preuß macht Schluss. Mit der frischen Olympia-Bronze-Medaille aus der Mixed-Staffel im Gepäck verabschiedet sich die Gesamtweltcupsiegerin von 2025 aus dem Biathlon-Weltcup-Zirkus. © IMAGO / Funke Foto Services
MILANO CORTINA 2026 - OLYMPISCHE WINTERSPIELE - ANTERSELVA - BIATHLON - 12,5KM MASSENSTART FRAUEN
Auch Dorothea Wierer konnte diesen Winter olympisches Edelmetal gewinnen – ebenfalls in der Mixed-Staffel. Doch auch für die vierfache Weltmeisterin aus Italien war es die letzte Saison ihrer Karriere. © IMAGO / Funke Foto Services
Und auch die zweifache Vize-Europameisterin Paulina Batovska Fialkova aus der Slowakei legt das Biathlongewehr ab und verabschiedet sich im Alter von 33-Jahren in den Ruhestand.
Und auch die zweifache Vize-Europameisterin Paulina Batovska Fialkova aus der Slowakei legt das Biathlongewehr ab und verabschiedet sich im Alter von 33-Jahren in den Ruhestand. © IMAGO/Jaroslav Svoboda
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Im Alter von 43 Jahren macht auch Österreichs zweifacher Vize-Weltmeister sowie doppelter Olympia-Silbermedaillengewinner Simon Eder einen Schlussstrich hinter seine 23-Jährige Biathlon-Weltcup-Karriere. © IMAGO/MATHIAS BERGELD
BIATHLON : Coupe du monde - Oslo 2026 - Maastart Dames 12.5 KM - 22/03/2026
Neben Eder verlässt mit Lisa Hauser auch die Massenstart-Weltmeisterin von 2021 das österreichische Biathlon-Team. © IMAGO/Richard Merlen
ITA, Olympische Spiele Milano Cortina 2026, Olympia, Nordische Kombination, Teamsprint, 2 x 7,5 km Langlauf, 19.02.2026
Als Doppel-Olympiasieger und siebenfacher Weltmeister beendet Johannes Rydzek seine Karriere. Der deutsche war über viele Jahre hinweg eine feste Größe in der Nordischen Kombination. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Memmler
Olympics - Olympische Winterspiele 2026 Mailand - Cortina 06 - 22 Februar 2026 in Italien
Eine feste Größe war auch Katharina Schmid. Mit sieben Goldmedaillen bei Welteisterschaften und zwei Vize-Olympiatiteln beendet Deutschlands Vorzeigeskispringerin ihre Karriere. © IMAGO / Laci Perenyi
FIS Skisprung-Weltcup 2026, Damen, Ski Jumping 31.01.2026
Gemeinsam mit Schmid gewann Anna Hollandt zweimal WM-Team-Gold und verabschiedet sich nun ebenfalls in den Ruhestand. © IMAGO/kolbert-press/Martin Wdzieczny
Planica 29.03.2026 Skoki narciarskie. FIS Puchar Swiata w Lotach Narciarskich w Planicy. Sezon 2025/2026. Konkurs indywi
Auch bei den Männern gab es Rücktritte unter den Skispringern. Mit Kamil Stoch hängt einer der größten Namen des Sports den Sprunganzug an den Nagel. Dreifacher Olympiasieger, Doppel-Weltmeister und dreimaliger Sieger der Vierschanzentournee – Kamil Stoch hat alles gewonnen, was es im Skispringen zu gewinnen gibt. Mehrfach. © IMAGO/Kai Taller/Arena Akcji
23.01.2026, Skiflug-WM Oberstdorf
Neben Stoch beendet auch Manuel Fettner seine Skisprung-Karriere. Der 40-Jährige konnte mit dem österreichischen Team sowol Olympia-, als auch WM-Gold gewinnen. © IMAGO/Bernd Feil M.i.S.
Olympic Winter Games 2026 - Ski Jumping Womens Large Hill Individual - Predazzo
Kurios: Kurz nach Fettners Rücktritt verkündete auch seine Verlobte Lisa Eder ihr Karriereende. Die erst 24-Jährige war im vergangenen Winter die beste österreichische Springerin und beendete die Saison als Gesamtweltcupvierte. Es soll wohl Spannungen innerhalb des Teams gegeben haben, da Eder ihren Verlobten gerne in ihrem Trainerstab gehabt hätte. Für den österreichischen Verband kam dies aber nicht in Frage. © IMAGO/Igor Kupljenik / SPP
Men's Giant Slalom - Audi FIS Alpine Skiing World
Vor allem im Ski-Alpin hagelte es diesen Winter Rücktritte. Darunter auch der französiche Vize-Olympiasieger und dreifache Weltmeister Alexis Pinturault. © IMAGO/Igor Kupljenik / SPP
85th Hahnenkamm AUDI FIS Ski World Cup - Hahnenkamm Downhill 2025
Ebenso verabschiedet sich Romed Baumann von der Piste. Der zweifache Vize-Weltmeister war im Jahr 2019 vom österreichischen in das deutsche Ski-Team gewechselt. © IMAGO/Robert Szaniszlo
FIS ski World Cup utfor alpint Favang 20240217. Andreas Sander fra Tyskland under verdenscupen i utfor alpint i Kvitfjel
Auch Andreas Sander, Abfahrt-Vize-Weltmeister von 2021, verlässt das deutsche Ski-Team und den Weltcup. © IMAGO/Stian Lysberg Solum
AUT, FIS Audi Ski Alpin Weltcup Schladming, The Nightrace, Slalom Herren, Saison 2025/2026, 28.01.2026
Zudem verabschiedet sich auch Slalom-Spezialist Anton Tremmel nach 70 Starts im Ski-Weltcup in den Ruhestand. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Memmler
GIOCHI OLIMPICI - Olimpiadi Invernali Milano-Cortina 2026 - Alpine Skiing Men's Slalom
Der Brite Dave Ryding beendet im Alter von 39 Jahren ebenfalls seine Karriere. Im Januar 2022 ging er als erster britischer Sieger eines Weltcuprennens seit 1931 in die Ski-Geschichtsbücher ein. © IMAGO/Sergio Bisi/IPA Sport / ipa-agency.net
World Cup Final Kvitfjell / Hafjell
Mit 35 Jahren ist auch für die zweifache Abfahrt-Weltmeisterin Ilka Stuhec aus Slowenien Schluss. © IMAGO/Cornelius Poppe
Alpine Skiing 2026: The Audi FIS World Cup Downhill Men Race In Crans Montana
Nach seiner Lymphdrüsenkrebsdiagnose 2024 und überstandener Chemotherapie kämfte sich der Schweizer Niels Hintermann zurück in den Weltcup, beendet nun aber dennoch seine Karriere. Im Interview mit dem SRF berichtet er von Panikattacken vor den Rennen: „Wenn ich an den Start gehe, sagen mein Körper und mein Kopf: Nein“, so der 30-Jährige. „Ich habe ein zweites Leben geschenkt bekommen. Und deshalb möchte ich dieses nicht mehr so aufs Spiel setzen“, erklärt er seinen Rücktritt. © IMAGO/Eric Dubost
Winter Olympics in Milan Cortina 2026
Nach Olympia beendete auch Slalom-Vize-Weltmeister AJ Ginnis aus Griechenland seine Ski-Karriere. © IMAGO/Cornelius Poppe
Bobsleigh 2-women, Milano Cortina 2026 Olympic Games; 22-02-2026
Auch der Eiskanal hat einige Abgänge zu beklagen. Allen voran der frisch gebackene Doppel-Olympiasieger und fünffache Weltmeister im Bob Johannes Lochner. © IMAGO/HMB Media/Marc Niemeyer
MILANO CORTINA 2026 - OLYMPISCHE WINTERSPIELE - CORTINA D?AMPEZZO - SKELETON HERREN
Bei den Spielen in diesem Winter konnte Christopher Grotheer seinen Olympiatitel von 2022 zwar nicht verteidigen, dennoch holte er sowohl im Einzel als auch im Team Bronze für Deutschland. So beendet er nun mit drei olympischen Medaillen und sieben WM-Titeln seine Skeleton-Karriere. © SaschaxFromm
picture: Toni Eggert, Florian Müller (GER) / 28.02.2026 / luge / 8. FIL Eberspächer Luge World Cup, Olympia Bob Run St.
Anders als Grotheer schoß Toni Eggert nicht mit dem Kopf, sondern mit den Füßen zuerst durch den Eiskanal. Als elffacher Weltmeister verabschiedet sich der deutsche Rodler aus dem Weltcup. © IMAGO/FIL / kristen-images.com / Michael Kristen
picture: Georg Schorsch Hackl (trainer Austria) / 03.12.2025 / luge / 1. FIL Eberspächer Luge World Cup, VELTINS Ice Arena
Selbst auf dem Schlitten sitzt der dreifache Olympiasieger Georg Hackl zwar schon lange nicht mehr, doch nach vielen Jahren als Trainer sowohl für Deutschland als auch zuletzt für Österreich, verabschiedet sich der 59-Jährige nun entgültig in den Ruhestand. © IMAGO/kristen-images.com / Michael Kristen
Cross-Country Skiing, FIS World Cup men's 10km Interval Classic
Bei den deutschen Langläufern verabschiedet sich Lucas Bögl nach 16 Jahren im Weltcup von der Loipe. © IMAGO/KALLE PARKKINEN
FIS Nordic World Cup Lahti Ski Games 2026
Mit Jessie Diggins beendet bei den Langlauf-Damen die diesjährige Gesamtweltcupsiegerin ihre Karriere. Eine goldene Olympia-Medaille und zwei WM-Titel konnte sie während ihrer aktiven Zeit ebenfalls gewinnen. © IMAGO/Emmi Korhonen
FIS Snowboard World Cup Krynica, Poland - Day 1 Qualification
Mit der Schweizer Snowboarderin Julie Zogg beendet auch eine Doppel-Weltmeisterin im Parallelslalom ihre Karriere. © IMAGO/Marcin Golba
Snowboard Parallel Giant Slalom, Milano Cortina 2026 Olympic Games; 08-02-2026
Und auch die deutsche Snowboarderin Cheyenne Loch hat nach den olympischen Spielen in Italien ihren Rücktritt erklärt. © IMAGO/HMB Media/Marc Niemeyer

Durch seinen Rücktritt könnte sich die Rückkehr von Horngacher nach Polen zerschlagen haben. Eine Entscheidung darüber soll erst nach den Vorstandswahlen Mitte Juni getroffen werden. „Vor allem, weil es ein kostspieliges Unterfangen ist. Wir wollen die neue Geschäftsführung nicht vor vollendete Tatsachen stellen“, zitiert Polsat einen Teilnehmer eines Vorstandsmeetings, das am Mittwoch mehrere Stunden gedauert haben soll.

Klar ist dagegen, dass der bisherige Nationaltrainer Maciej Maciusiak seinen Posten behalten darf. Dieser stand aufgrund der schlechten Leistungen zuletzt hart in der Kritik, sodass seine Ablösung bereits lautstark gefordert wurde. Ruhe dürfte damit in den polnischen Skiverband trotz dreier olympischer Medaillen nicht einkehren, denn dafür waren die Leistungen der Springer im vergangenen Weltcup zu schwach. (smu)

Rubriklistenbild: © Imago

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