Ehemaliger Damencoach bleibt im Verband
Biathlon: Neuer Job für Mehringer – „Uns gehen zu viele Talente verloren“
Acht Jahre war Kristian Mehringer Cheftrainer der deutschen Biathlon-Damen. Jetzt übernimmt er eine neue Funktion im Deutschen Skiverband. Im Interview mit chiemgau24.de gibt Mehringer Einblicke in seine künftige Tätigkeit.
Acht Jahre lang war Kristian Mehringer Cheftrainer der deutschen Damen-Biathlon-Nationalmannschaft. Vor wenigen Wochen hat der damalige DSV-Sportdirektor Felix Bitterling bekannt gegeben, dass Mehringer ab der kommenden Saison nicht mehr Trainer der Damen sein wird. Auch sein Co-Trainer Sverre Olsbu Roeiseland verließ den DSV in Richtung Norwegen.
Mehringer feierte mit seinen Aushängeschildern Denise Herrmann-Wick (Olympiasieg in Peking) und Franziska Preuß (Gesamtweltcup-Siegerin 2025) seine größten Erfolge. Auch Laura Dahlmeier hatte er in ihrer letzten Saison 2019 unter seiner Obhut. Vergangenes Jahr wurde er vom DOSB als Trainer des Jahres ausgezeichnet.
Biathlon: Mehringer bleibt im Deutschen Skiverband und spricht über neuen Job
Weniger erfolgreich verlief für den 44-Jährigen aus Schleching die Olympiasaison. Podestplätze blieben aus und bei Olympia reichte es gerade mal zu Bronze in der Mixed-Staffel. Nach dieser Entscheidung beim DSV hieß es, Mehringer werde im Verband einen neuen Posten bekommen. Nun hat Kristian Mehringer im Exklusiv-Interview mit chiemgau24.de verraten, welche neuen Aufgaben er beim DSV bekleiden wird.
Biathlon: Mehringer mit klarem Auftrag – „In dieser Phase gehen uns zu viele Talente verloren“
Herr Mehringer, verraten Sie uns, wie schaut Ihre neue Position aus?
Kristian Mehringer: Ich bin jetzt Leiter der Athleten-Entwicklung „Head of Development.“ Ich werde Profile von den Biathleten im Nachwuchs bis zum IBU-Cup erstellen um mit ihnen den Anschluss zum Weltcup zu finden. Gerade in dieser letzten Phase gehen uns viele Talente verloren. Dem will ich mit meiner neuen Tätigkeit entgegensteuern.
Acht Jahre Trainer im DSV-Weltcup-Team der Damen, wie schaut Ihre Bilanz aus?
Mehringer: Ich bin damals als junger Trainer reingekommen und habe ein überragendes Team vorgefunden. Dadurch konnte ich mich weiterentwickeln und habe viel gelernt. Laura, Denise und Franzi waren Weltklasse-Biathletinnen und wir haben schöne Erfolge feiern können. In dieser Zeit sind auch viele junge Sportlerinnen ins Weltcup-Team gekommen und es sind viele positive Dinge passiert. Leider ist dann die vergangene Saison nicht so gut verlaufen. Franzi Preuß hatte in der Vorbereitungszeit leider mit Verletzungen zu kämpfen, Schulter- und danach Fingerverletzung mit Operation, was sie zu einer Zwangspause und Umstellung im Training brachte. Zum Start der Saison fiel sie leider aufgrund von Covid und Influenza-Infektion für zwei Weltcup-Wochenenden aus, was natürlich keine guten Voraussetzungen waren. Danach hatten wir ein paar Probleme, bzw. fehlte auch die letzte Konsequenz, um auf das Podium zu laufen. Somit erreichten wir dann nur viele Plätze zwischen vier und zehn. Trotzdem ist mir von der Zukunft im Frauenbereich nicht bange.
Wie ist es zu dem Entschluss gekommen, die Tätigkeit als Cheftrainer zu beenden, war das einvernehmlich mit dem DSV?
Mehringer: Der Entschluss ist in mir mit der Zeit gereift. Ich wollte mich einfach weiterentwickeln und mehr Zeit für die Familie haben. Und der Neubeginn in der Mannschaft tut auch gut.
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Ihre Nachfolgerin ist die Österreicherin Sandra Flunger die zuletzt die Schweizer Damen trainiert hat. Was wünschen Sie ihr?
Mehringer: Selbstverständlich viel Glück und Erfolg, sie ist eine erfahrene Weltcup-Trainerin, die einen sehr guten und neuen Input an die Athletinnen bringen wird. Wir sind im Kontakt und im engen Austausch. Sie hat ja erfahrene Athletinnen wie Vanessa Voigt, Janina Hettich-Walz, Anna Weidel und auch Sophia Schneider nicht zu vergessen. Dazu die Jungen wie Julia Tannheimer, Selina Grotian und auch Marlene Fichtner sowie Julia Kink.
Kommen wir nochmal auf Ihre neue Tätigkeit zu sprechen, wie schaut das konkret aus?
Mehringer: Es wird eine Mischung aus Home-Office und vor Ort sein, das heißt, ich bin flexibler. Vor Ort heißt, ich werde speziell ein Auge auf den Nachwuchs richten. Da war ich ja früher auch Trainer. Ich werde diese jungen Sportler begleiten und fördern. Das ist jetzt die nächsten vier Jahre mein Job und danach sage ich: Schaun ma mal!“
Dankeschön Kristian Mehringer für das Gespräch und alles Gute für die neue Aufgabe. (Quelle: chiemgau24.de, Siegi Huber)