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Daten bringen Wandel
Neuer Klima-Effekt im Ozean entdeckt: Grundlage für Klimamodelle gerät ins Wanken
Der Klimawandel ist weltweit ein präsentes Thema. Jetzt zeigt eine neue Studie: Die Rolle der Ozean ist noch größer, als bislang gedacht.
Kiel/Plymouth – Für viele ist es ein faszinierender Anblick. Die Wellen peitschen gegen die Felsen und eine weiße Gischt entsteht. Die Wellen sind für viele ein Zeichen der Naturgewalt. Aber genau dieser Prozess zeigte jetzt neue Erkenntnisse auf. Das Meer nimmt währenddessen mehr Kohlendioxid auf, als Forschende bis jetzt angenommen haben. Und das könnte erheblichen Einfluss auf den Verlauf des Klimawandels haben. Das zeigt eine neue Studie des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel und des Plymouth Marine Laboratory.
Der Vorgang gehört zu den grundlegenden Teilen des Kohlenstoffkreislaufes auf der Erde. Und bremst damit gleichzeitig den Klimawandel ein. Sobald ein hoher Wellengang entsteht, drücken sie Luft unter Wasser und Luftblasen entstehen. Je tiefer die Gewässer, desto höher ist der Druck. In diesen Bedingungen verändert sich auch der Kohlenstoffhaushalt und löst sich dort besonders gut auf.
Klima-Forschung entdeckt wichtiges Detail: Kohlendioxid länger in den Meeren als gedacht
Die neuen Forschungen zeigten aber einen neuen wichtigen Punkt auf. „Dieser blasenvermittelte Gasaustausch begünstigt die Aufnahme von CO₂ deutlich stärker als dessen Abgabe“, heißt es in einer Mitteilung von Geomar. Das bedeutet: Der Gasaustausch läuft asyemmtrisch ab. Zuvor hatten Forscherinnen und Forscher angenommen, dass der Vorgang von Aufnahme und Abgabe zu gleichen Teilen stattfindet.
Ozean-Effekt: Ergebnisse könnten neues Licht auf Entwicklung des Klimawandels werfen
Da die beiden Prozesse also nicht gleich schnell sind, müssen auch Berechnungen neu überarbeitet werden. Ihre Grundlage stellte nämlich bis jetzt ein symmetrischer Austausch statt. Da das Kohlenstoffdioxid also länger im Meer bleibt als erwartet und weniger abgibt, könnte diese Beobachtung zu einer neuen Sichtweise über den Verlauf des Klimawandels führen. Die Forscherinnen und Forscher fanden heraus, dass das Meer jährlich 0,3 bis 0,4 Petagramm Kohlenstoff mehr aufgenommen hatte, als gedacht. Das sind umgerechnet ein Anteil von 15 Prozent.
Klimawandel auch in den Alpen sichtbar: Bilder einer Wanderung auf die Neue Prager Hütte
Auf den 17 Forschungsfahrten in unterschiedlichen Regionen aller Ozeane entdeckten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zudem, dass der Prozess nicht überall gleich stark abläuft. Denn die Menge an CO₂ hängt von der Stärke des Wellengangs ab, der wiederum durch starken Wind entsteht. Diese Bedingungen herrschen vor allem im südlichen Ozean. Aber auch je nach Jahreszeit verändert sich das Verhältnis im Gasaustausch. Im Winter ist er höher. Die Daten wurden mithilfe eines zweidimensionalen Analysemodells entwickelt.
Für genauere Prognosen werden noch mehr Daten benötigt
Um die Berechnungen in Zukunft weiter zu verbessern, plädiert Dr. Yuanxu Dong, Humboldt-Stipendiat am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel sowie an der Universität Heidelberg: „Wir plädieren daher dringend dafür, bei künftigen CO₂-Flussabschätzungen die asymmetrische Formel anzuwenden“. Die Formeln und Berechnungen sind bei Nature Communcations veröffentlicht. Dennoch würden noch weitere Ergebnisse fehlen. Die am besten messbaren Werte bei extremen Wetterlagen sind nämlich immer noch zu wenig. (Quellen: Geomar, Nature Communications) (mtw)
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