Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies.
Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen
Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.
Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für
. Danach können Sie gratis weiterlesen.
Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.
Teufelskreis
Antarktis vor Kettenreaktion: Studie deckt bedrohlichen Dominoeffekt im Eis auf
Japanische Forscher haben in der Antarktis einen Mechanismus identifiziert, der ähnlich einem Dominostein das gesamte Eissystem kollabieren lassen könnte.
Tokio – Die Antarktis ist mehr als nur ein entlegener Kontinent aus Schnee und Eis: Sie hält genug Süßwasser gebunden, um den globalen Meeresspiegel um rund 58 Meter ansteigen zu lassen. Selbst kleine Veränderungen im Volumen des antarktischen Eisschilds können das Klima und die Küsten weltweit beeinflussen.
Deshalb wird die Antarktis gründlich erforscht und beobachtet. Ein internationales Forschungsteam um Professor Yusuke Suganuma (National Institute of Polar Research in Tokio) hat nun neue Erkenntnisse über die Mechanismen gewonnen, die das Schicksal der Antarktis bestimmen.
Gewaltiger Antarktis-Umbruch vor 9.000 Jahren: Forscher entdecken dramatischen Teufelskreis
Mithilfe von Bohrkernen aus dem Meeresboden der Lützow-Holm-Bucht in der Ostantarktis konnte das Team zeigen, dass vor etwa 9.000 Jahren ein dramatischer Umbruch stattfand: Damals kollabierte das Eisschelf und das Inlandeis dünnte gleichzeitig aus. Der Auslöser war offenbar das verstärkte Eindringen von warmem Tiefenwasser aus dem Südpolarmeer (Circumpolar Deep Water, CDW) – begleitet von einem Anstieg des Meeresspiegels.
Die Forschenden beschreiben einen Rückkopplungsmechanismus, der wie ein Teufelskreis wirkt: Wenn große Mengen antarktischen Eises schmelzen, gelangt Süßwasser ins Meer. Das verstärkt die Schichtung des Ozeans und erleichtert es dem wärmeren Tiefenwasser, unter die Eisschelfe zu strömen. Dieses wärmere Wasser wiederum beschleunigt das Abschmelzen der Eisplatten von unten, wodurch noch mehr Süßwasser freigesetzt wird – der Kreislauf beginnt von vorn.
Die Gletscher schmelzen – So verändert der Klimawandel die Erde
Dominoeffekt in der Antarktis kann den gesamten Kontinent gefährden
Das Team zeigt, dass dieser Mechanismus nicht nur lokal, sondern entlang der gesamten antarktischen Küste wirken kann und bereits in der Vergangenheit zu großflächigen Eisschelf-Kollapsen geführt hat. Die Forschungsergebnisse, die im Fachjournal Nature Geoscience veröffentlicht wurden, liefern einige der bislang eindeutigsten Belege dafür, dass die Eisschicht der Antarktis bei einer Erwärmung des Planeten einem sich selbst verstärkenden, großflächigen Abschmelzen unterliegen kann.
Die Studie macht deutlich, dass Veränderungen an einem Ende der Antarktis Auswirkungen auf weit entfernte Regionen haben können – ein Dominoeffekt, der das gesamte System destabilisieren kann. Die Erkenntnisse sind besonders relevant, um zukünftige Entwicklungen des Eisschilds und des Meeresspiegels besser vorherzusagen. Beobachtungen zeigen, dass Teile des westantarktischen Eisschilds – beispielsweise der „Weltuntergangsgletscher“ Thwaites und der Pine Island Gletscher – rapide zurückgehen, da warmes Tiefenwasser unter ihnen eindringt.
„Diese Studie liefert wichtige Daten und Modellierungsergebnisse, die genauere Vorhersagen über das künftige Verhalten der antarktischen Eisschicht ermöglichen. Die in dieser Studie identifizierten kaskadierenden Rückkopplungen unterstreichen die Vorstellung, dass geringfügige regionale Veränderungen potenziell globale Auswirkungen haben können“, betont deshalb auch Studienleiter Suganuma in einer Mitteilung. (Quellen: Studie, Pressemitteilung) (tab)