Schwimmmeister äußert sich
Vorfälle haben „in deutschen Schwimmbädern extrem zugenommen“: Bademeister ist besorgt und fordert Maßnahmen
Deutsche Schwimmbäder stehen vor Herausforderungen. Gewalt und Belästigungen nehmen zu. Ein Experte schlägt Alarm und fordert Maßnahmen.
Kassel – Freibäder geraten zunehmend in den Fokus der Diskussion, insbesondere nach mehreren Vorfällen in Gelnhausen. Peter Harzheim, der Präsident des Bundesverbands Deutscher Schwimmmeister, kennt die Branche wie kaum ein anderer. Über 45 Jahre hinweg stand er am Beckenrand und erlebte die Veränderungen in der Atmosphäre deutscher Schwimmbäder hautnah. Was er heute beobachtet, erfüllt ihn mit großer Sorge. Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) äußerte er: „In den letzten zwei Jahrzehnten haben Aggressionen und Belästigungen in deutschen Schwimmbädern extrem zugenommen.“
Alarmierende Entwicklungen: Wie Schwimmbäder zur Gefahrenzone werden
Der erfahrene Experte sieht die Ursachen der Probleme in verschiedenen gesellschaftlichen Entwicklungen. Seiner Meinung nach mangelt es vielen Kindern an klaren Erziehungsgrenzen. Zudem führe das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Kulturen, die nicht miteinander harmonieren, zu zusätzlichen Spannungen. Harzheim betont jedoch, dass es auch unter deutschen Badegästen „schwarze Schafe“ gebe.
Der Verband der Bademeister fordert daher schnellere Sanktionen und strengere Sicherheitsmaßnahmen. Hinzu kommt, dass immer weniger Fachkräfte zur Verfügung stehen. Sparmaßnahmen infolge der Corona- und Energiekrise haben Personal, Sauberkeit und Sicherheit in den Bädern beeinträchtigt. Der bevorstehende Renteneintritt der Babyboomer wird diese Probleme weiter verschärfen und stellt deutsche Schwimmbäder vor zusätzliche Herausforderungen.
Schwimmbäder in der Krise: Gewalt und Belästigungen nehmen zu
Statistiken des Bundeskriminalamts bestätigen seine Bedenken: Im vergangenen Jahr wurden 1.140 Körperverletzungen und 423 Sexualstraftaten an Badeorten registriert. Besonders besorgniserregend ist der hohe Anteil nicht deutscher Tatverdächtiger bei Sexualdelikten, der bei 65 Prozent liegt.
Der Vorfall in Gelnhausen verdeutlicht die Dringlichkeit der Situation. Vier syrische Männer im Alter von 18 bis 28 Jahren sollen dort acht Mädchen im Alter von elf bis 16 Jahren sexuell belästigt haben. Hessens Innenminister Roman Poseck (54) bezeichnete die Vorwürfe als „unerträglich“ und forderte Konsequenzen für straffällige Asylbewerber.
Eine andere Kritik der Bademeister richtet sich an die Eltern im Freibad. Und auch die Bäder selbst standen kürzlich in die Kritik, beispielsweise durch Diskussionen über die Pommes-Preise am Kiosk. (kiba)
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