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„Kein Tageslicht gesehen“
„Konklave“-Film: Papst-Wahl-Insider erklärt großen Unterschied zur Realität
Mit dem Tod des Papstes rückt die Wahl näher. Kardinal Woelki ist dabei und schildert, wie isoliert das Konklave wirklich stattfindet.
Köln – Nach dem Tod von Papst Franziskus steht nun die Wahl seines Nachfolgers an: das Konklave. 133 Kardinäle werden darüber entscheiden, wer in Zukunft an der Spitze der katholischen Kirche stehen wird. Unter ihnen befindet sich auch der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki, der bereits 2013 am Konklave zur Wahl von Franziskus teilgenommen hat.
Papst-Wahl: Kardinal Woelki erklärt Konklave-Prozess
Den Ablauf der Wahl beschreibt Woelki in zwei Phasen: „Man muss dabei unterscheiden zwischen dem eigentlichen Konklave und dem sogenannten Vor-Konklave, den jetzt begonnenen Generalversammlungen“, sagte er der Deutschen Presseagentur. „Dabei kommt man zusammen, spricht miteinander, bringt seine Sicht ein. Es gibt Kaffeepausen, man trifft sich abends zum Essen, lernt sich kennen.“ In dieser Phase zeigten sich bereits unterschiedliche Sichtweisen. „Und wenn dann das eigentliche Konklave beginnt, dann ist das schon eine Art Bruch, der bereits dadurch klar wird, dass alle Kardinäle in Santa Marta zusammenkommen.“
Abschottung während Konklave: „Ich hatte keine Möglichkeit, das Tageslicht zu sehen.“
Santa Marta, das Gästehaus im Vatikan, wird zum abgeschirmten Zentrum des Geschehens. „Da müssen alle elektronischen Geräte, alle Handys abgegeben werden. Und jeder bekommt sein eigenes Zimmer. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich beim letzten Mal mein eigenes Zimmer bezogen habe: Die Fenster waren versiegelt, die Fensterläden verschlossen. Ich hatte keine Möglichkeit, das Tageslicht zu sehen.“ Gemütlich sei das sicher nicht.
Während dieser Zeit essen die Kardinäle gemeinsam, feiern Messen und legen täglich den Weg von Santa Marta zur Sixtinischen Kapelle zurück. „Das sind so 500, 600 Meter. Für die Älteren und Gehbehinderten steht ein Fahrzeug bereit. Das Ganze findet dann in einer großen Gebetsatmosphäre statt“, erläuterte Woelki. Im Vor-Konklave könne es durchaus auch kontrovers zugehen. „Das kann ich mir vorstellen, und das ist ja auch gut so. So bringen wir die unterschiedlichen Perspektiven der Weltkirche zusammen und gehen dann gemeinsam auf den Weg der Entscheidungsfindung. Im Konklave selbst herrscht eine andere Stimmung“, ergänzte er.
Papstwahl nach Tod von Papst Franziskus: Kölner Kardinal erklärt Unterschiede zum „Konklave“-Kinofilm
Von der Darstellung im Film „Konklave“ mit Ralph Fiennes unterscheide sich die Realität spürbar. Woelki habe den Thriller gesehen: „Ich fühlte mich da gut unterhalten, aber die Realität ist um einiges anders“, sagte er. Die Darstellung der Abgeschiedenheit in der Sixtinischen Kapelle treffe noch am ehesten zu. Emotionale Ausbrüche, wie sie im Film gezeigt werden, gebe es hingegen nicht, erklärte der Kölner Kardinal.
Spekulationen über neuen Papst: Vatikan-Experte tippt auf neuen Favoriten
Bereits vor dem Tod von Papst Franziskus galt Kardinal Pierbattista Pizzaballa als Favorit für die Papstwahl. Er wird häufig als „Brückenbauer zwischen den Religionen“ beschrieben. Doch inzwischen habe sich die Favoritenrolle verschoben. „Pizzaballa hatte ich für einen möglichen Nachfolger gehalten, aber das hat sich in den letzten Tagen ziemlich gedreht“, erklärte Vatikan-Experte Andreas Englisch gegenüber IPPEN.MEDIA. Englisch setzt nun auf Jean-Marc Aveline: „Er sich verbal zurückgehalten hat. Pizzaballa war zu offensiv.“
Franziskus-Nachfolge: Die Favoriten unter den Papst-Kandidaten – Deutscher mischt mit
„Große Herausforderung“: Papst Franziskus hat Gemeinschaft gestärkt
Papst Franziskus habe der Kirche entscheidende Impulse gegeben, indem er das synodale Miteinander in den Mittelpunkt gerückt habe. Er habe einen neuen Stil des Umgangs geprägt, bei dem gegenseitiges Zuhören sowie das Hören auf Gottes Stimme zentral seien. „Und es ist auch meine persönliche Erfahrung, dass Gott dann aus der Unterschiedlichkeit heraus in die Einheit führt. Unsere Aufgabe ist es, uns zu öffnen, um wahrzunehmen, wohin er uns führen will. Das zu erkennen, ist die große Herausforderung.“ (dpa/hk)