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Nisten „massenhaft“

„Echte Invasion“: Plage wütet in Italien – Bauern immer verzweifelter

Afrikanischer Heiliger Ibis (Threskiornis aethiopicus), eingeführte Art, zwei adulte Tiere, Futtersuche im Reisfeld, Norditalien
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Von den alten Ägyptern verehrt: Der Heilige Ibis breitet sich in Italien aus (Archivfoto) und entwickelt sich zur Plage.


Der fruchtbare Acker in Italien rund um Verona lockt seit einiger Zeit Vögel an. Landwirte fürchten um ihr Land und ihre Ernte.

Frankfurt – Den alten Ägyptern war der Vogel heilig, für Landwirte in Italien wird er zunehmend zu einem Problem: der Heilige Ibis. Mit seinem gebogenen Schnabel und weißen Federkleid ist die Vogelart auf den Feldern in der Poebene bei Verona in Italien zu sehen. In den sozialen Netzwerken sind Fotos von dutzenden Tieren auf Feldern der Gegend zu finden. Der italienische Bauernverband fordert jetzt Jagd auf die Ibisse zu machen.

„Das ist eine echte Invasion“ – Heiliger Ibis entwickelt sich zur Plage in Italien

„Das ist eine echte Invasion“, sagt Vanni Stoppato im Corriere del Veneto. „Sie kommen aus Nordafrika, da das Klima bei uns jetzt sogar im Winter milder ist“, behauptet Stoppato, der seit 70 Jahren Landwirt in Gazzo Veronese ist. Für den Vorsitzenden des Bauernverbands haben die Heiligen Ibisse einen viel zu großen Appetit. Die Tiere würden drei bis vier Kilo wiegen.

„Sie fressen Frösche, Eidechsen – tatsächlich gibt es keine mehr – sowie Enten und Fasaneneier. Sie graben sich mit ihren Schnäbeln in den Boden und ziehen Regenwürmer heraus, wodurch dieser geschwächt wird.“

Die Vögel würden die gesamte Umwelt verändern und verwüsten, so Stoppato laut Adige.. „Und wir dürfen sie nicht erschießen.“ Anders als bei den Nutrias (Biberratten), die schon einen erheblichen Schaden verursacht haben. Der Bauernverband schlägt vor, das Problem selbst in die Hand zu nehmen.

Bauern wollen Vogelart selber jagen

„Wir Landwirte, die wir schon immer die Hüter der Umwelt waren, mehr als die Grünen und mehr als die Jäger, sind diejenigen, die sich verteidigen müssen und die Erlaubnis erhalten müssen, sowohl Ibisse als auch Nutrias zu schießen“, fordert Stoppato.

Heilige Ibisse nisten „massenhaft“ in Norditalien

Der Heilige Ibis, auch als Pharaonenibis bekannt, breitet sich auch in anderen Regionen Italiens besonders in der Po-Ebene rasant aus. „Das Phänomen ist in der gesamten Emilia-Romagna weit verbreitet. Der Heilige Ibis hat begonnen, in Bologna, Modena und insbesondere Ferrara, aber auch im Rest der Region massenhaft zu nisten“, so Andrea Ravagnani von der Ornithologenvereinigung AsOER der Emilia-Romagna in einem Bericht der italienischen Zeitung La Repubblica.

Weder Haie noch Schlangen: Auswertung zeigt Australiens tödlichste Tiere - Platz 1 sorgt für Überraschung

Der Uluru bei Sonnenuntergang, Australien
Eine Erhebung der nationalen Datenbank National Coronial Information System (NCIS) hat ergeben, dass für die meisten Todesfälle bei Menschen eher unerwartete Tiere verantwortlich sind. Es folgen die Top 8 der tödlichsten Tiere in Australien. © Wirestock/ IMAGO
Nahaufnahme eines Pferdes, der Reiter ist nicht erkennbar und hält ein Lasso in den Händen
Platz 1: Pferde. Die Behörde verzeichnete zwischen 2001 und 2021 insgesamt 713 Todesfälle im Zusammenhang mit Tieren. Für fast ein Drittel davon (31,1 Prozent) waren Unfälle mit Pferden verantwortlich.  © JacksonStockPhotography/IMAGO/Pond5 Images
Zwei Personen reiten auf Pferden durch die Natur auf einem natürlichen Weg.
Zu den Unfällen zählen vor allem Stürze beim Reiten, geht aus dem neuen Factsheet des NCIS hervor. Damit sind Pferde statistisch gesehen die „tödlichsten Tiere“ in Australien.  © IMAGO / peopleimages.com
Rinder stehen auf der Weide.
Platz 2: Rinder. Im untersuchten Zeitraum kamen 92 Menschen durch Zusammentreffen mit Rindern ums Leben. © Hendrik Schmidt/dpa
Kühe rennen am Rande des Plenty Hwy in der Nähe der Rinderstation Mount Riddock im Northern Territory, Australien
Die Opfer wurden von den Tieren meist tödlich verletzt, zum Beispiel durch Treten, Niedertrampeln, Umstoßen oder Zerquetschen. Mehr als zwei Fünftel der Todesfälle im Zusammenhang mit Rindern waren auf Kollisionen mit Fahrzeugen zurückzuführen. © IMAGO/imageBROKER/Chris Putnam
Ein Hund sitzt hinter einem Gartenzaun und bellt aggressiv, sodass seine Zähne sichtbar sind.
Platz 3: Hunde. Die Tiere gelten eigentlich als bester Freund des Menschen, können aber durchaus gefährlich sein und lebensgefährlich verletzen, wie die Statistik zeigt. © africa_images/IMAGO/Pond5 Images
Zwei Hunde spielen auf einer Wiese
Hunde haben im untersuchten Zeitraum 82 Menschen in Australien das Leben gekostet, betroffen waren meist Personen im Alter von 65 Jahren und darüber. Vor allem Bisse, aber auch Stürze beim Gassigehen führten zum Tod. © IMAGO/MARIA_MOROZ/Cavan Images
Aus der Windschutzscheibe heraus sind zwei Kängurus zu sehen, die auf die Straße im Outback springen.
Platz 4: Kängurus. Verantwortlich für die 53 registrierten Todesfälle waren immer Zusammenstöße mit den großen Beuteltieren auf den endlosen Outback-Straßen. © lucidwaters/IMAGO/Pond5 Images
Östliches Graues Riesenkaenguru, große Gruppe auf einer Wiese in Australien.
Wer mit dem Auto oder Motorrad in Australien unterwegs ist, sollte deshalb unbedingt Vorsicht walten lassen. Besonders nachts können die Tiere schnell übersehen werden, wenn sie die Straße überqueren.  © D. u. M. Sheldon/blickwinkel/IMAGO
Ein Schild an einem Strand in Australien weist darauf hin, dass in der Gegend Schlangen leben.
Platz 5: lebensgefährliche Schlangen. Die Platzierung mit 50 registrierten Todesfällen wirkt erstaunlich, wenn man bedenkt, dass sieben von den zehn weltweit giftigsten Schlangenarten in Australien zu Hause sind. © Tjeerdkruse / IMAGO / Panthermedia
Ein Inlandtaipan ( Oxyranus microlepidotus) schlängelt sich in einem Terrarium über einen Stein
Ganz oben auf der Liste der giftigen Schlangen in Australien ist der Inlandtaipan (siehe Foto). Mit dem Gift aus einem einzigen Biss ließen sich bis zu 200 Menschen töten.  © Winfried Rothermel/IMAGO
Eine Östliche Braunschlange in Australien.
Aber für alle gefährlichen Schlangenarten in Australien steht heute ein Gegengift zur Verfügung.  © IMAGO/ken griffiths / Avalon
Ein Imker in Australien hält einen Bienenstock in den Händen.
Platz 6: Bienen. Von den 713 Todesfällen wischen 2001 und 2021 machten die Stiche durch Bienen 45 Fälle aus. © phototrip/IMAGO/Pond5 Images
Bienen umkreisen eine Blume auf einer Wiese.
Jeder Todesfall durch einen Bienenstich war laut NCIS-Informationen auf eine allergischen Reaktion zurückzuführen. © IMAGO/JAMES ROSS
Ein Weißer Hai unter Wasser in Australien
Platz 7: Haie. Dass Hai-Angriffe mit 39 Todesfällen auf dem siebten Platz landen, scheint ebenfalls überraschend angesichts der Tatsache, dass sich vor den Küsten von Down Under rund 180 Haiarten (wie der Weiße Hai, s. Foto) tummeln.  © IMAGO/Zoonar.com/Massimo Lama
Ein Unterwassernetz an einem Strand in New South Wales, Australien, schützt vor Begegnungen mit Haien.
Haie attackieren generell nur sehr selten Menschen, dennoch schützen vielerorts Unterwassernetze vor Begegnungen mit den Tieren – wie hier in New South Wales. © Dreamstime Johncarne/IMAGO
Ein Surfer sitzt auf einem Surfboard im Meer, unter der Wasseroberfläche schwimmt ein Hai vorbei.
Haifischbedingte Todesfälle traten am häufigsten bei Personen auf, die zum Zeitpunkt des Vorfalls surften, mit einem Boogieboard im Meer waren oder schwammen. © IMAGO/Konstantin Trubavin
Nahaufnahme eines Krokodils, das das Maul weit aufreißt
Platz 8: Krokodile. Trotz ihres aggressiven und gefährlichen Rufes landen sie mit 25 verursachten Todesfällen relativ weit unten in dem Australien-Ranking.  © Zahard via imago-images.de
Ein Warnschild an einem australischen Strand weist auf Krokodile im Wasser hin.
Schwimmen war die häufigste Aktivität während eines tödlichen Krokodilangriffs in Australien. © IMAGO/RICHARD WAINWRIGHT
Ein Wombat überquert eine Straße im australischen Outback.
Einige Tiere sind nicht mehr in den Top 8 zu finden, werden in der Statistik aber noch am Rande erwähnt. Im gesamten Zeitraum wurden demnach 13 Todesfälle registriert, die mit anderen Beuteltieren – außer Kängurus – in Verbindung standen. (hier ein Wombat). © IMAGO / Wirestock
Nahaufnahme einer braunen Katze
In der Statistik wurden 12 Todesfälle im Zusammenhang mit Katzen registriert. Inwiefern Allergien eine Rolle spielten, wurde nicht genannt.  © Bernd Feil /M.i.S./IMAGO
Eine Schafherde im australischen Outback
Elf Menschen starben in Verbindung mit Schafen und Ziegen. Auch in diesem Fall blieb unklar, welche Ursache zum Tod geführt hatte.  © katacarix/IMAGO

„Der Heilige Ibis ist eine gebietsfremde Art, die es in Italien nicht geben dürfte“, sagte Ravagnani. Vermutlich sei er von Bauernhöfen in Norditalien entkommen oder wurde dort freigelassen. „Seine Geschichte ähnelt der Nutria: eine gebietsfremde Art, die es vorher nicht gab und die heute durch den Menschen vorhanden ist. Und wie die Nutria ist er extrem anpassungsfähig und vermehrt sich massenhaft.“ 

Eine im Fachmagazin Nature Scientific Reports erschienene Studie geht davon aus, dass die Vogelart 1989 mit einem einzigen Paar im Nordwesten Italiens zu brüten begann – und 20 Jahre später auf mehr als 10.000 Individuen gewachsen ist.

Heiliger Ibis hat nachweislich negative Auswirkungen auf heimische Umwelt

Der Ibis war in Ägypten weit verbreitet und starb 1850 aus. In Europa konnte der Vogel in vielen Parks und Zoos gezüchtet werden und brachen dort wohl aus Gefangenschaft aus oder wurden freigelassen. Seit den 1970er Jahren sind Brutnachweise in der freien Wildbahn in Spanien, Portugal und Deutschland und den Niederlanden bekannt.

Ibisse stehen auf der EU-Liste invasiver Tier- und Pflanzenarten, teilt auch die NABU mit. Allein in Deutschland seien 168 Tier- und Pflanzenarten bekannt, die nachweislich negative Auswirkungen haben oder haben können. Der Threskiornis aethiopicus – Heiliger Ibis – wurde 2016 aufgenommen und kommt unbeständig vor.

In Deutschland breitet sich derweil eine invasive Käferart immer weiter aus. (ml)

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