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Risse im Schelfeis

35 Meter pro Sekunde: Riesiger Gletscher brach in Rekordzeit auseinander

Ein Forschungsteam der Universität von Washington untersuchte einen Riss im Schelfeis des Pine-Island-Gletschers. Dabei fiel eine Besonderheit auf.

Washington – In der Antarktis entstehen laufend Risse in Eisplatten, durch die in der Folge Eisberge abbrechen. Durch den Klimawandel wird der eigentlich natürliche Prozess beschleunigt. Ein Gletscher brach dort 2012 in Rekordzeit auseinander.

Gletscher in der Antarktis bricht in Rekordzeit auseinander

Die Forschenden der Universität von Washington veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachmagazin AGU Advances. Wie das Team dort angab, ist in den Gletschern Grönlands und der Antarktis so viel gefrorenes Wasser vorhanden, dass die Weltmeere bei einem möglichen Abschmelzen um einige Meter ansteigen würde. Von der Wissenschaft kann nicht gänzlich berechnet werden, was mit den Gletschern in den nächsten Jahrzehnten passieren wird. Auch deshalb untersuchte das Forschungsteam ein Gletscherriss aus dem Jahr 2012.

In der Antarktis entstehen immer wieder Risse im Schelfeis. 2012 entstand ein solcher Riss wohl in einer Rekordzeit.

Der damals auseinandergebrochene Gletscher soll mit dem am schnellsten bekannten großflächigen Bruch entlang eines antarktischen Schelfeises zerschellt sein. Wie es in der Studie heißt, entstand damals innerhalb von fünfeinhalb Minuten ein etwa 10,5 Kilometer lange Riss auf dem Pine-Island-Gletscher. Umgerechnet sind das etwa 35 Meter pro Sekunde, was „unseres Wissens nach das schnellste Rissöffnungsereignis war, das jemals beobachtet wurde“, sagte die Hauptautorin Stephanie Olinger.

Bildung von Rissen im Schelfeis wie das Zerbrechen von Glas

Olinger führte die Arbeit im Rahmen ihrer Doktorarbeit an der University of Washington sowie der Harvard University durch. „Die Ergebnisse zeigen, dass ein Schelfeis unter bestimmten Umständen zerbrechen kann. Es sagt uns, dass wir in Zukunft auf diese Art von Verhalten achten müssen, und es gibt Aufschluss darüber, wie wir diese Brüche in groß angelegten Eisschildmodellen beschreiben könnten“, sagte sie. Problematisch ist, dass das Schelfeis immer weiter schmilzt.

Als Schelfeis wird eine Eisplatte bezeichnet, die auf dem Meer schwimmt und von Gletschern, Eisströmen und Eiskappen gespeist wird. Schelfeis ragt in der Regel mindestens zwei Meter über den Meeresspiegel und ist zwischen 200 und 1000 Metern dick. Das Abbrechen von Gletschern wird als Kalben bezeichnet, der in der Studie betrachtete Eisberg hat sich längst gelöst. „Schelfeis übt einen wirklich wichtigen stabilisierenden Einfluss auf den Rest des antarktischen Eisschildes aus“, gab Olinger weiter an.

Wie es in den Ergebnissen der Studie heißt, ähnelt die Bildung von Rissen dem Zerbrechen von Glas. Um den Vorgang noch besser verstehen zu können, sollen weitere Untersuchungen gestartet werden: „Bevor wir die Leistung großräumiger Eisschildmodelle und Prognosen zum zukünftigen Anstieg des Meeresspiegels verbessern können, müssen wir ein gutes, physikbasiertes Verständnis der vielen verschiedenen Prozesse haben, die die Stabilität des Schelfeises beeinflussen.“ (rd)

Rubriklistenbild: © photothek/Imago (Symbolbild)

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