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Vorsichtsmaßnahmen angeraten

Mann stirbt an Borna-Virus – Symptome anfangs schwer zu erkennen

Das Borna-Virus, gegen das kein Heilmittel bekannt ist, hat zwei Männer in Pfaffenhofen in Bayern getroffen. Einer der Patienten ist bereits verstorben.

Pfaffenhofen an der Ilm – Zwei Männer mittleren Alters aus Pfaffenhofen haben sich mit dem extrem seltenen, aber hochgefährlichen Borna-Virus infiziert. Für einen der Betroffenen kam jede Hilfe zu spät – er verstarb an den Folgen der Infektion, wie das Landratsamt Pfaffenhofen am Montag (2. Juni) mitteilte. Der zweite Mann kämpft derzeit auf der Intensivstation um sein Leben.

„Sehr tödliches Virus“: Mann in Bayern stirbt nach Borna-Infektion – Landrat besorgt

Es sei „besorgniserregend“, sagt Landrat Albert Gürtner (FW) dem lokalen Nachrichtenportal pfaffenhofen-today. Und das zu Recht: Nach Angaben einer Expertin vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) handelt es sich um ein „sehr tödliches Virus“ – mehr als 90 Prozent der Infizierten sterben laut dem Friedrich-Loeffler-Institut.

In Bayern ist ein Mann am Borna-Virus gestorben (Symbolbild).

Spitzmäuse übertragen tödliches Borna-Virus

Doch woher kommt der tödliche Erreger? Als Überträger gilt die unscheinbare Feldspitzmaus. „Infizierte Feldspitzmäuse scheiden das Virus unter anderem über Kot, Urin und Speichel aus, ohne selbst zu erkranken“, erklärt das Landratsamt. Der genaue Übertragungsweg auf den Menschen ist allerdings noch nicht vollständig geklärt. Fachleute vermuten verschiedene Möglichkeiten – etwa die Aufnahme des Virus über verunreinigte Lebensmittel oder Wasser oder eine Schmierinfektion über kontaminierte Erde.

„Das Gesundheitsamt Pfaffenhofen ist derzeit intensiv damit beschäftigt, den möglichen Infektionsweg der beiden betroffenen Männer zu klären und steht in engem Kontakt mit dem LGL“, heißt es weiter.

Jedes Jahr Borna-Infektionen in Deutschland

Das Borna-Virus (BoDV-1) ist seit Langem als Erreger einer Tierseuche bei Pferden, Schafen und anderen Säugetieren bekannt. Erst 2018 wurde es jedoch als Ursache schwerer Gehirnentzündungen beim Menschen identifiziert. Seit März 2020 besteht in Deutschland eine Meldepflicht – seitdem seien dem Robert Koch-Institut (RKI) bis zu sechs akute Fälle von BoDV-1 Enzephalitis pro Meldejahr übermittelt worden, ein Großteil der Fälle davon in Bayern, schreibt das LGL.

Todesfälle gab es, wie der Bayerische Rundfunk berichtet, in der Vergangenheit bereits in den bayerischen Landkreisen Weißenburg-Gunzenhausen, Mühldorf und Rottal-Inn.

Symptome des Borna-Virus anfangs unspezifisch – Krankheit spät zu erkennen

Die Symptome beginnen zumeist unspezifisch. Die Krankheit zeigt sich mit Kopfschmerzen, Fieber und allgemeinem Unwohlsein, erklärt das LGL. Innerhalb weniger Tage zeigen sich dann Symptome, die auf eine Beeinträchtigung des Nervensystems hinweisen – etwa Verhaltensauffälligkeiten, Sprach- und Gangstörungen. Besonders tückisch: Zwischen der Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome können Wochen vergehen.

„Alle Erkrankten mit einer PCR-bestätigten BoDV-1-Infektion litten an einer schweren, lebensbedrohlichen Enzephalitis“, berichtet das RKI. Im Verlauf der Krankheit entwickelten Infizierte eine Gehirnentzündung und fielen wenige Tage später ins Koma. „Die bisherigen Erkrankungsfälle verliefen mit nur sehr wenigen Ausnahmen innerhalb von wenigen Wochen tödlich.“

Schutz vor Borna-Virus: Landratsamt rät zu Vorsichtsmaßnahmen

Das Landratsamt Pfaffenhofen rät zu mehreren Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz vor dem Borna-Virus.

  • Lebende oder tote Spitzmäuse niemals mit bloßen Händen berühren
  • Orte meiden, an denen ein Kontakt mit Ausscheidungen von Spitzmäusen möglich ist (Straßenböschungen, Steinmauern, Hecken, Schuppen, Garagen)
  • Spitzmäuse sollten nicht als Haustiere gehalten werden!
  • Bei der Entsorgung toter Spitzmäuse Gummihandschuhe und FFP2-/FFP3-Maske tragen
  • Nahrungsquellen für Spitzmäuse entfernen (z.B. Hunde- oder Katzenfutter im Außenbereich, Komposthaufen)
Besonders Bayern gilt in Deutschland als Kerngebiet des des tödlichen Borna-Virus (BoDV-1). Die Spitzmaus (Crocidura leucodon) gilt als Hauptträger. (Archivbild)

Trotz der beunruhigenden Nachrichten betonen Fachleute: Das Infektionsrisiko mit dem Borna-Virus ist auch in Bayern äußerst gering. Eine Infektion in den allermeisten Fällen aber leider tödlich. (moe)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Zoonar.com/Cigdem Simsek

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