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8,7 Kilometer und 450 Höhenmeter

Über Lava und Vulkanasche: EM-Medaillen auf Sizilien für Läufer vom PTSV Rosenheim

Die Läufer vom PTSV Rosenheim im Nationaltrikot: Roland Essler, Dr. Winfried Huber und Eckhard Staiger (von links).
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Die Läufer vom PTSV Rosenheim im Nationaltrikot: Roland Essler, Dr. Winfried Huber und Eckhard Staiger (von links).

Drei Läufer des PTSV Rosenheim haben sich für die Berglauf-Europameisterschaft auf Sizilien das Nationaltrikot getragen und Medaillen nach Hause gebracht. Diese anspruchsvolle Strecke mussten Roland Essler, Dr. Winfried Huber und Eckhard Staiger überwinden.

Nicolosi – Die Leichtathleten vom PTSV Rosenheim haben bei den Berglauf-Europameisterschaften der Senioren in Nicolosi/Sizillien drei Gold- und zwei Silbermedaillen sowie zahlreiche Spitzenplätze gewonnen. Gleich drei Athleten vom PTSV stellten sich bei diesen Titelkämpfen in Sizilien den Extremen des 3324 Meter hohen Ätna, bevor der höchste aktive Vulkan Europas einen Tag nach der EM wieder Lava und Asche in den Himmel spuckte und Erdbeben verursachte.

Dr. Huber erobert die Goldmedaille

„Dennoch gab es nie eine Gefahr, denn die Strecke war so gelegt, dass nichts passieren konnte“, verriet PTSV-Athlet Eckhard Staiger. Bereits einen Tag vor der EM organisierte der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) für alle seine Starter eine Streckenbesichtigung mit einem vulkanologischen Bergführer bis auf 3000 Meter Höhe, um den Athleten viele Tipps an den markantesten Streckenabschnitten sowie den Bedingungen am Berg zu geben. Deshalb gingen die PTSV-Athleten einen Tag später gestärkt ins erste Meisterschaftsrennen im „Classic Race“ über 8,7 Kilometer und knapp 450 Höhenmeter. Dabei hatte vor allem Dr. Winfried Huber allen Grund zur Freude: Leichtfüßig eroberte er im Laufschritt die anspruchsvolle Strecke nach 47:06 Minuten und holte sich im Felde der 37 Startern bei den Senioren M65 souverän den Europameistertitel vor dem Franzosen Gilles Farina mit 47:27 Minuten (2.). Hinter Italien mit 19 Punkten landete Huber auf dem vierten Platz mit der deutschen Mannschaft (31.).

Über den „Teufelspfad“ ins Ziel

Eckhard Staiger (M50) erreichte mit konstantem Tempo den neunten Platz in 43:39 Minuten und wurde Fünfter mit dem deutschen Team. Roland Essler (M60) erreichte den 19. Platz in 59:30 Minuten und wurde mit dem Team Vierter (55 Punkte) hinter Italien (1./8 P.). Am nächsten Tag starteten die drei Rosenheimer beim „Vertical Race“ (4,4 km, 1010 Höhenmeter) auf den Ätna bis knapp 2900 Meter.

Die Strecke war schwer: Nach steilem, technisch schwierigem Anstieg auf der „Skipiste“ folgte loses Lavagestein, Nebel, Asche, Geröllfelder und heiße Gase. Der letzte Anstieg, der „Teufelspfad“, führte über extrem steiles, loses Lavageröll – ein Terrain, das sonst nur mit Bergführern begehbar ist (EM-Ausnahme). Staiger: „Hier machst Du einen Schritt vorwärts und gefühlt drei Schritte zurück, viele Teilnehmer krabbelten, Stöcke halfen nicht mehr.“ Dr. Winfried Huber (M65) holte mit 53:52 Minuten seinen zweiten Europameister-Titel vor Gilles Farina (57:08 Minuten, 2.). Mit dem deutschen M65-Team wurde er Vierter (33 Punkte) hinter Italien (26 Punkte, 1.).

Eckhard Staiger (M50) erreichte mit 52:27 Minuten den 13. Platz. In der Mannschaftswertung gewann er mit dem deutschen Team (Marko Martin, Alexander Barnsteiner) den Vize-Titel (29 Punkte) hinter der Schweiz (12 Zähler, 1.). Roland Essler (M60) erreichte nach 1:05:07 Stunden den 17. Rang. Mit dem deutschen Team wurde er Fünfter (54 Punkte) hinter Großbritannien (17 Zähler) und Italien (23 Punkte, 2.).

Am letzten Meisterschaftstag folgte die „Long Distance“ (29 km, 1920 Höhenmeter), die durch alle Vegetationszonen, Lavafelder und steinige Anstiege bis 2100 Meter Höhe führte. Dr. Winfried Huber (M65) gewann mit 3:44:04 Stunden Silber (22 Starter) hinter Gilles Farina (3:43:29 Stunden, 1.) und wurde Team-Fünfter. Eckhard Staiger (M50) erreichte mit 3:27:16 Stunden den achten Platz. Mit Marko Martin und Alexander Barnsteiner wurde er Europameister (19 Punkte). Silber ging an Frankreich (2./25 P.) vor Rumänien.

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