Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies.
Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen
Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.
Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für
. Danach können Sie gratis weiterlesen.
Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.
Deutschlands Gegner
Wie stoppt die DFB-Elf Yan Diomande? Mit dem Turbo nach Toronto
Yan Diomande ist der überragende Spieler der Elfenbeinküste, der irgendwie von Deutschland bei der WM 2026 gestoppt werden muss.
Es gibt Bilder, die sagen alles. Über ein ungleiches Duell aus dem Lincoln Financial Field von Philadelphia: Die Szene, als Piero Hincapie, der athletische Verteidiger des FC Arsenal, bei der WM 2026 verzweifelt versucht, den enteilenden Yan Diomande aufzuhalten. Die Hand hatte der ecuadorianische Linksverteidiger in den Ellbogen des ivorischen Rechtsaußen verkrallt –, beschreibt anschaulich, wie machtlos die frühere Abwehrstütze von Bayer Leverkusen im Gruppenspiel zwischen der Elfenbeinküste gegen Ecuador (1:0) war.
Absolut hautnah. Absolut fundiert: Absolut Fussball berichtet für euch von der WM 2026. Unsere Reporter sind in Amerika vor Ort und versorgen euch mit News, Videos und exklusiven Einblicken.
Mitunter sah es auf dem Spielfeld so aus, als würde auf einem amerikanischen Highway eine Chevrolet Corvette gegen einen Mitsubishi Mirage beschleunigen. Der Zweikampf gegen Hincapie tauchte als Motiv bald auf dem Instagram-Profil des Shootingstars vom nächsten deutschen Gruppengegner auf. „Guter Start in die WM. Stolz und glücklich, mein erstes Spiel bestritten zu haben“, schrieb der Stürmer von RB Leipzig.
Das Visum in die USA war der Türöffner
Dasselbe Bild verwendete auch die New York Times. Was die US-Analysten mit aufwendigen Grafiken belegten: In neun erfolgreiche Dribblings war Diomande, der „Spieler des Spiels“, involviert. 13-Mal rissen seine Aktionen einen Raum auf, insgesamt 30-Mal trug er Bälle nach vorne. Alles bei einer Passquote von 80 Prozent. Über rechts wie links.
Quintessenz des amerikanischen Leitmediums: „Seine Füße sind schnell, und seine Fantasie macht ihn unberechenbar. Weil er auf beiden Seiten am Gegenspieler vorbeikommt, wird er zu einer ständigen Bedrohung auf dem gesamten Spielfeld.“ Will die DFB-Auswahl nicht überholt werden, muss in Toronto (Samstag, 22 Uhr MESZ/ZDF und Magenta) irgendwie Turbomann Diomande eingebremst werden.
Die Influencer-Garde übernimmt – die Spielerfrauen unserer DFB-Stars bei der WM 2026
Und viele fragen sich: Wer ist dieser 19-Jährige mit seinen erst elf Länderspielen eigentlich? Geboren wurde er in der ivorischen Hauptstadt Abidjan, wo er in schwierigen Verhältnissen aufwuchs. „Mein Vater hat uns verlassen und ist nach Frankreich gegangen. Wir hatten keine gute Situation zu Hause“, erzählte er einmal. „Also habe ich mich entschieden, mich von meiner Familie zu entfernen und bin in ein Dorf gegangen, in dem ich Fußball spielen konnte.“
Es sollte ein steiniger Weg werden, denn anfangs hatte er nicht mal Fußballschuhe. Es entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie, dass sich für Diomande mit einem Ticket und Visum in den USA die Tür öffnete, um sich den Traum vom Profifußballer zu erfüllen. Wieder musste er leiden: „Ich war sehr weit weg von meiner Familie, Freunden und meinem Land. Das war am Anfang sehr schwer. In Amerika war natürlich alles anders als in Afrika.“ Sein Talent fiel bald an der Yulee High School in Florida auf, sodass ihn eine private Sportakademie in Daytona Beach holte.
Es folgte Anfang 2025 der Wechsel zum CD Leganés. Beim letztlich abgestiegenen Vorortklub von Madrid genügten gerade mal 500 Einsatzminuten, um Interesse in Europa zu wecken. Seine Beratungsagentur hatte ihm eine Ausstiegsklausel von 20 Millionen Euro ins Vertragswerk verhandelt, die sich Leipzigs Geschäftsführer Marcel Schäfer zunutze machte.
Beim Einstand für die Sachsen dauerte es vergangenen Sommer nur sechs Minuten, da hatte der Neuzugang im DFB-Pokal beim SV Sandhausen bereits getroffen. Danach sollte er im Stadion am Hardtwald breit grinsend betonen, er würde das gerne im Eröffnungsspiel beim FC Bayern wiederholen.
Solche Ansagen charakterisieren weniger Übermut, sondern illustrieren seinen Antrieb. So wie er am Sonntag verlauten ließ: „Wir wollen Geschichte schreiben. Wir sind mit der Mentalität gekommen, alles zu gewinnen.“ Klar, ein Spiel gegen Deutschland sei schwierig: „Es ist eine der größten Mannschaften der Welt. Aber wir warten auf sie.“
Bei Yan Diomande kann es nicht schnell genug gehen. Auch mit dem nächsten Karriereschritt, von dem auch Jay-Z träumt. Der zum Geschäftsmann gewordene Rapper hat die Berateragentur Roc Nation Sports gegründet, der sich Diomande kürzlich angeschlossen hat. Eigentlich hatte der Brauseklub ja nicht vor, den Irrwisch mit den Rastazöpfen gleich wieder ziehen zu lassen.
Sein Nationaltrainer Emerse Faé findet, dass der Rohdiamant gut woanders funkeln könnte. „In Frankreich haben mir die Leute gesagt, er wechselt zu PSG. Hier heißt es, er gehe nach Liverpool. Ich weiß es nicht“, sagte der 42-Jährige zur Zukunftsfrage seines Himmelsstürmers, der „die beste Entscheidung für seine Karriere treffen“ solle. Ein Plädoyer für einen Verbleib in der Bundesliga klingt anders.
DFB-Spiel gegen Elfenbeinküste bei der WM: David Raum wüsste, was zu tun wäre
Bis vor wenigen Wochen sah es ganz danach aus, als würde im zweiten WM-Gruppenspiel der Klubkollege David Raum auf den zum „Rookie des Jahres“ der Liga gewählten Tempodribbler treffen. In Herzogenaurach sprach der Linksverteidiger bereits ausführlich über ein Duell, das nach der starken Vorstellung von Nathaniel Brown wohl kaum zustande kommt. Raum sagte, er wisse, „wie man ihm den Spaß am Spielen nehmen kann“. Diomande sei ein „sehr kreativer Spieler, der immer wieder Bälle braucht, der natürlich auch von seinen Aktionen lebt und immer mutiger wird, je mehr er hat. Diese Aktionen muss man ihm nehmen.“
Insgesamt habe sein Mitspieler „eine Mega-Entwicklung hingelegt.“ Der RB-Kapitän erinnert sich noch genau, wie am Cottaweg alles anfing. „Er kam wirklich als ein Niemand. Dazu hatte er eine hohe Rückennummer (49, Anm. d. Red.). Jeder dachte, okay, der ist wieder irgendein Projekt – wahrscheinlich ein Spieler, der nicht spielen wird.“ Aber nach der ersten Trainingseinheit sei er zum Manager Schäfer gegangen, „und habe ihm die Hand geschüttelt und gratuliert“.