WM-Aufstellung
Undav glänzt bei WM: Hält Nagelsmann weiter an Sane fest?
Deniz Undav gelingt gegen Curacao ein historisches Kunststück. Trotzdem wird Leroy Sane auch gegen die Elfenbeinküste in der Startelf stehen.
Auch wenn es beim deutschen 7:1-Schützenfest der Nationalelf etwas unterging, gelang Deniz Undav gegen Curacao Historisches: Der Stürmer ist erst der zweite Spieler seit Datenerfassung (1966), der in der WM-Historie nach Einwechslung einen Treffer erzielte und zwei vorbereitete. Zuvor war das allein James Rodríguez für Kolumbien bei der WM 2014 geglückt – und selbst das ist inzwischen zwölf Jahre her.
Ganz anders Leroy Sane: Der Angreifer spielte 90 Minuten, vergab mehrere gute Chancen und enttäuschte als einziger deutscher Angreifer.
Lob für Undav: DFB-Kollege Havertz will die deutsche „Waffe“ nutzen
Es ist nur logisch, dass viele Fans und Experten nun einen Tausch in der Startelf fordern. Doch ist es so einfach? Wenn Bundestrainer Julian Nagelsmann so leicht Fußballdeutschland glücklich machen könnte, würde er es vermutlich tun – allerdings dürfte Sane auch gegen die Elfenbeinküste am Samstag (22 Uhr beim ZDF) starten.
Das liegt vor allem am Profil des Flügelstürmers von Galatasaray Istanbul. Sane ist der einzige Angreifer im DFB-Kader, der als Linksfuß auf der rechten Seite spielt. Dadurch zieht er häufig nach innen, um zu schießen oder einen Steckpass zu spielen. In einem System ohne typische Neun, ist das für den Bundestrainer ein echter Gewinn. Daher ergibt für Nagelsmann auch die Überlegung keinen Sinn, Musiala nach rechts zu ziehen, um den dadurch frei werdenden Platz im Zentrum mit Undav zu besetzen.
Deutschland mit Torspektakel beim WM-Auftaktsieg: Die Noten der DFB-Elf gegen Curacao




Zudem ist Sane – traurigerweise – gewohnt, in der Kritik zu stehen, und lässt auf unauffällige Auftritte häufig wieder stärkere Leistungen folgen. Auch am Sonntag erklärte der 30-Jährige seelenruhig: „Ich habe schon viele Tore geschossen. Heute war mir wichtig, dass wir das Spiel gewinnen.“ Und Undav? Der bekam sogar Lob von seinem Sturm-Konkurrenten Kai Havertz: „Wenn man so eine Waffe hat, muss man sie auch nutzen.“
Ganz anders sah es bei Leroy Sane aus: Der Angreifer spielte 90 Minuten durch und konnte sich trotz der sieben deutschen Treffer nicht auf der Torschützenliste eintragen. Sané vergab mehrere gute Chancen und enttäuschte als einziger Angreifer beim deutschen WM-Auftakt.
Trotz Chancenwucher: Darum hält Nagelsmann bei der WM an Sané fest
Fanliebling Undav auf der einen Seite, Buhmann Sane auf der anderen Seite: Es ist nur logisch, dass viele Fans und Experten nun einen Tausch in der Startelf fordern. Doch ist es wirklich so einfach? Wenn Bundestrainer Julian Nagelsmann so leicht Fußballdeutschland glücklich machen könnte, würde er es vermutlich tun – allerdings dürfte Sane auch gegen die Elfenbeinküste am Samstag starten. Warum hält Julian Nagelsmann nur derart konsequent an ihm fest, anstatt Shootingstar Undav die Chance zu geben?
Das liegt vor allem am Profil des Flügelstürmers von Galatasaray Istanbul. Sane ist der einzige Angreifer im deutschen Kader, der als Linksfuß auf der rechten Seite spielt. Dadurch zieht er häufig nach innen, um zu schießen oder einen Steckpass zu spielen. In einem System ohne typische Neun, die mit Flanken gefüttert werden muss, ist das für den Bundestrainer ein echter Gewinn. Daher ergibt für Nagelsmann auch die Überlegung keinen Sinn, Musiala nach rechts zu ziehen, um den dadurch frei werdenden Platz im Zentrum mit Undav zu besetzen.
Zudem ist Sane – traurigerweise – gewohnt, in der Kritik zu stehen, und lässt auf unauffällige Auftritte häufig wieder stärkere Leistungen folgen. Auch nach der schwachen Partie am Sonntag blieb er seelenruhig und erklärte: „Wegen meines ersten Turniertors mache ich mir keinen Stress. Wenn es passiert, dann passiert es“, so der 30-Jährige. „Ich habe schon viele Tore geschossen. Heute war mir wichtig, dass wir das Spiel gewinnen.“
Undav dürfte dagegen nicht so locker mit seiner Situation umgehen. Der Stürmer drängt in die Startelf – und bekam sogar vom Konkurrenten Kai Havertz ein Sonderlob: „Es war eine Top-Performance von Deniz bei seinem ersten WM-Spiel. Er hat direkt gescored, dafür ist er hier. Das hat er die ganze Saison gezeigt“, erklärte der Arsenal-Stürmer über seinen Teamkollegen. „Deswegen ist klar: Wenn man so eine Waffe hat, dann muss man sie auch nutzen.“
Wie ehrgeizig Undav ist, zeigte er bereits im März, als er erklärte, mit Toren gegen seine geplante Jokerrolle anschießen zu wollen. Nagelsmanns Replik lautete damals, dass Undav so gut im DFB-Team funktioniere, weil er als Einwechselspieler auf müde Gegner treffe und dieses Pensum nicht über 90 Minuten gehen könne. Die drei Scorerpunkte des Jokers gegen Curacao dürfte er daher eher als Bestätigung dieser These sehen.
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