Belgiens WM-Traum gegen Spanien geplatzt
Tränen-Drama um Real-Star – Manuel Neuer behält WM-Rekord
Thibaut Courtois verlässt das WM-Viertelfinale gegen Spanien unter Tränen. Der Real-Madrid-Keeper scheitert an seinem Körper – und Manuel Neuer darf sich weiter Rekordtorwart nennen.
Es sind Bilder, die unter die Haut gehen: Thibaut Courtois, 34 Jahre alt, zweifacher Champions-League-Sieger, einer der besten Torhüter seiner Generation, verlässt in der 71. Minute das Spielfeld im SoFi Stadium von Inglewood mit tränennassen Wangen. Der Belgier kämpft, er kämpft sichtlich gegen die Erschöpfung und den Schmerz – und verliert. Für ihn kommt Senne Lammens von Manchester United ins Tor. Was das für Belgien im WM-Viertelfinale gegen Spanien bedeutet, zeigt sich kurz darauf auf dramatische Weise.
Bereits in der 66. Minute hatte sich Courtois am Oberschenkel behandeln lassen, spielte aber zunächst weiter. Auch während der folgenden Trinkpause kümmerten sich die belgischen Ärzte um den Real-Madrid-Star. Doch alle Bemühungen blieben vergeblich: Courtois zeigte schließlich selbst an, dass er nicht weitermachen konnte. Nationalcoach Rudi Garcia musste reagieren – und das Unheil nahm seinen Lauf.
Courtois weint, Lammens patzt: Belgien fliegt raus und Neuer-Rekord bleibt bestehen
Denn ausgerechnet Ersatzkeeper Lammens ließ in der 88. Minute einen Weitschuss von Spaniens Innenverteidiger Pau Cubarsi nach vorne abprallen. Mikel Merino staubte zum 2:1 ab. Belgien, das bis dahin beim Stand von 1:1 noch auf den Einzug ins Halbfinale hoffen durfte, schied aus. Für Courtois war es ein bitteres Ende – und möglicherweise das letzte Kapitel seiner WM-Karriere.
Der 34-Jährige hatte in diesem Turnier sein 21. WM-Spiel bestritten. Damit fehlen ihm genau zwei Einsätze auf den deutschen Rekordtorwart Manuel Neuer vom FC Bayern München, der bei dieser WM mit seinem 21. Einsatz gegen die Elfenbeinküste zum alleinigen Rekordhalter unter allen Torhütern aufgestiegen war. Neuer Rekord von 23 WM-Spielen bleibt unangetastet.
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Dabei war das Viertelfinale für Belgien schon vor dem Anpfiff zum Albtraum geworden. Mittelfeldspieler Youri Tielemans von Aston Villa verletzte sich beim Aufwärmen und musste durch Hans Vanaken vom FC Brügge ersetzt werden. Zuvor hatte sich Amadou Onana im Achtelfinale gegen die USA einen Kreuzbandriss zugezogen. Für ihn war Kevin De Bruyne in die Startelf zurückgekehrt.
Für Courtois persönlich wiegt das Aus besonders schwer. In der vergangenen Saison hatte er wegen eines Muskelfaserrisses rund sechs Wochen gefehlt und war erst Anfang Mai zurückgekehrt – weshalb er auch beide Champions-League-Viertelfinals seines Klubs Real Madrid gegen den FC Bayern verpasste. Nun also der nächste Rückschlag auf der größten Bühne. Ob der Belgier noch einmal bei einer WM stehen wird, ist ungewiss.
Belgien scheidet aus, Courtois weint – und Manuel Neuer bleibt der Torwart mit den meisten WM-Einsätzen aller Zeiten. Spanien zieht ins Halbfinale ein und trifft dort auf Frankreich. (ck)
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