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Schwere Saison bei den Hessen
Robin Koch steht vor Reifeprüfung als Eintracht-Kapitän
Die Binde von Eintracht Frankfurt kann schwer wiegen. Robin Koch bekommt das in diesen Wochen zu spüren. Kann er die Herausforderung meistern?
Frankfurt – Die schwierige Phase bei Eintracht Frankfurt macht auch vor Robin Koch keinen Halt. Der 29-Jährige, dessen Verlängerung des Vertrags bis 2029 im Sommer noch als wichtiger Baustein betrachtet wurde, ist in der aktuell laufenden Saison nicht der erhoffte Stabilisator. Wiegt die Kapitänsbinde, die er von Kevin Trapp übernommen hatte, zu schwer?
Koch hatte sich nach seiner Ankunft in der Saison 2023/24 auf Anhieb zum unumstrittenen Abwehrchef entwickelt. Er gewann 61 Prozent seiner Zweikämpfe und agierte fehlerfrei. Ein Jahr später war der Einzug in die Champions League eng mit dessen Namen verbunden. Er war nicht nur stark in direkten Duellen, sondern mit drei Treffern auch torgefährlich.
Koch strauchelt bei der Eintracht
Er stieg in diesen 24 Monaten bei der Eintracht nicht nur zum Nationalspieler auf. Er übernahm auch dann schon das Amt des Kapitäns, wenn Trapp nicht zur Verfügung stand. Als der Torhüter zu Paris FC wechselte, war der Nachfolger schon aufgebaut. Doch es ist etwas anderes, plötzlich nicht mehr nur der Vize-Spielführer zu sein.
Bei einem an der Königsklasse teilnehmenden Klub steigt der Druck automatisch. Trapp hatte seine stärksten Auftritte am Mikrofon, wenn der Wind rauer wurde. Es bleibt unvergessen, wie er im Frühjahr vergangenen Jahres im DAZN-Interview Kaua Santos stärkte und sich zurücknahm. Trapp versteckte sich nicht, er ging voran und fand im richtigen Moment die richtigen Worte.
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Sebastian Rode, einst ebenfalls Eintracht-Kapitän, war ein anderer Typ. Er verstand als gebürtiger Hesse, wie die Eintracht und das gesamte Umfeld tickten. Rode war etwas direkter in seiner Ansprache, er stellte sich bei Wind und Wetter. Es gibt große Vorgänger, die Fußstapfen für Koch sind somit gewaltig. Er steht in den kommenden Wochen und Monaten vor seiner Reifeprüfung in dieser Rolle. Bislang ging es nur bergauf für ihn, jetzt strauchelt auch Koch.
Trainer Dino Toppmöller nahm ihn vor der Reise zum Auswärtsduell nach Bremen in die Pflicht: „Robin ist unser Kapitän! In erster Linie geht es darum, dass er seine Leistung stabilisiert und der Mannschaft das gibt, was sie braucht, und nicht darum, wie wir ihm helfen können. Er ist ein erfahrener Spieler, der sich selbst zu helfen weiß.“ Das sind schonungslose Worte des Coaches.
Koch habe zwei Jahre „super“ Leistungen gebracht und sei deshalb auch „berechtigterweise“ zu Bundestrainer Julian Nagelsmann in die Nationalmannschaft zurückgekehrt. Im Optimalfall will er diesen Werdegang krönen und auch an der Weltmeisterschaft in Mexiko, Kanada und den USA teilnehmen. Dafür allerdings muss er deutlich konstanter und im gehobenen Fußballeralter ein Leader werden.
Zwei seiner Fehler führten in dieser Saison jedoch bereits zu Gegentreffern. Vor allem der Fehlpass vor dem Führungstor in Freiburg (2:2) tat weh. Die Achse der Eintracht ist nicht stabil, das Gerüst wackelte durch die Hinrunde. 53 Gegentore in allen Wettbewerben sind viel zu viel, es sind Zahlen eines Kellerkindes. Koch und seine Kollegen strahlen keine Sicherheit aus, der ganze Verbund wackelt unentwegt.
Dabei sind die persönlichen Werte nicht viel schlechter als noch in der Vorsaison. Die Zweikampfquote liegt erneut bei 61 Prozent, die Passquote bei 91 Prozent. Im Hinblick auf Organisation und Mannschaftsführung muss Koch weiterwachsen. Es sind genau diese Phasen, an denen man zerbrechen oder gestärkt hervorgehen kann. Der Fokus jedenfalls liegt auch auf ihm.