1. WM-Spieltag
„Unterbewusstes Zucken“: WM-Schiri äußert sich nach Rassismus-Verdacht
Beim WM-Auftakt der deutschen Mannschaft zeigt ein Schiedsrichter eine umstrittene Geste. Nun sind die Untersuchungen abgeschlossen.
Update vom 16. Juni, 7.33 Uhr: Nach dem Wirbel um Schiedsrichter Shaun Evans hat sich der Australier nun selbst zu Wort gemeldet. „Ich möchte klarstellen, dass ich weder absichtlich eine Handgeste noch ein Symbol verwendet habe, um irgendeine Botschaft, Zugehörigkeit, ein Spiel oder eine Überzeugung zu vermitteln“, erklärte der 38-Jährige in einer Pressemitteilung der FIFA.
Evans war beim deutschen WM-Auftakt gegen Curacao als Video-Schiedsrichter im Einsatz und hatte bei einer Schalte kurz vor dem Spiel in den Video-Schiedsrichterraum mit dem Daumen und Zeigefinger einen Kreis geformt, während die anderen drei Finger ausgestreckt waren. Eine Geste, die von rechtsextremen Gruppen auch als Symbol für „White Power“ verwendet wird.
„Natürlich verstehe ich, wie die Geste interpretiert wurde, und ich bedaure dies. Dennoch möchte ich unmissverständlich und kategorisch erklären, dass ich das besagte Handsymbol weder wissentlich noch absichtlich gezeigt habe“, verteidigt sich nun Evans. Vielmehr habe es sich „bei der Bewegung um ein unwillkürliches, unterbewusstes Zucken“ gehandelt, über das er sich „in diesem Moment gar nicht bewusst war, sie ausgeführt zu haben“. Konsequenzen von der FIFA muss Evans nicht befürchten, eine interne Untersuchung ist abgeschlossen. In vielen anderen Ländern wird die Geste auch schlicht als „Okay“-Zeichen verwendet.
Rassismus-Vorwurf gegen VAR-Schiedsrichter bei Deutschland-Spiel
Erstmeldung: Die deutsche Nationalmannschaft ist mit einem Sieg in die Fußball-WM gestartet. Gegen Curaçao gelang der Elf von Bundestrainer Julian Nagelsmann ein klarer 7:1-Erfolg. Doch während das Team mittlerweile wieder in seinem Basecamp in Winston-Salem angekommen ist, sorgt eine Szene im Anschluss für Wirbel.
Im Fokus der Kritik steht einer der Schiedsrichter, genauer gesagt Shaun Evans. Der Australier war als Unterstützung für den VAR eingeplant. Bei der Vorstellung soll er nun aber eine Geste gezeigt haben, die ein Erkennungszeichen der rechtsextremen Bewegung „White Power“ ist. Mit seiner rechten Hand formt er mit dem Daumen und Zeigefinger ein „O“, während die anderen drei Finger weggestreckt sind.
White-Power-Geste von WM-Schiedsrichter? Organisation fordert Ausschluss
Früher wurde dieses Zeichen häufig als OK benutzt, doch das hat sich nicht zuletzt durch Brenton Tarrant geändert. Der rechtsextreme Australier nutzte diese Geste 2019 im Rahmen eines Gerichtsprozesses gegen ihn. Er war verantwortlich für den Terroranschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland, in denen er 51 Menschen ermordete. Nun gelten die drei weggestreckten als „W“ für „White“ und das „O“ wird zum „P“ für „Power“.
Laut einem Bericht von The Athletic ist die FIFA über diesen Vorfall bereits im Bilde, wollte sich aber vorerst nicht weiter dazu äußern. Deutliche Worte fand dagegen das Fare network. „Ein weltweites Fernsehpublikum sollte nicht damit konfrontiert werden, dass rechtsextreme Personen Neonazi-Symbole verwenden, während es sich darauf vorbereitet, ein Spiel zu verfolgen“, kritisiert die Antidiskriminierungsorganisation in einem Statement.
Deutschland mit Torspektakel beim WM-Auftaktsieg: Die Noten der DFB-Elf gegen Curacao




In ihren Augen wollte Evans bewusst diese Geste zeigen. „Es ist klar, dass dieser Offizielle bei dieser Weltmeisterschaft keine weitere Rolle mehr spielen sollte“, fordert es daher. Ob es wirklich dazukommen wird, wird sich zeigen. Auffällig ist jedoch, dass in den Partien nach dem Deutschland-Spiel nicht mehr die VAR-Schiedsrichter vorgestellt wurden. (smu)
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