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„Habe das nicht allein zu entscheiden“
Rudi Völler und seine „Wahrscheinlich“-Aussage zu Bundestrainer Julian Nagelsmann
Nach dem bitteren WM-Aus stärkt Rudi Völler Bundestrainer Julian Nagelsmann demonstrativ den Rücken – trotz einer weiteren sportlichen Blamage.
Die Enttäuschung über das WM-Aus sitzt tief – doch für Rudi Völler steht unmittelbar nach dem bitteren Scheitern eines fest: An Bundestrainer Julian Nagelsmann gibt es für ihn trotz des frühen Endes im Sechzehntelfinale nichts zu rütteln. Während rund um die Nationalmannschaft bereits erste Diskussionen über die Zukunft des Trainers aufkommen, stärkt der DFB-Sportdirektor dem Bundestrainer den Rücken.
Absolut hautnah. Absolut fundiert: Absolut Fussball berichtet für euch von der WM 2026. Unsere Reporter sind in Amerika vor Ort und versorgen euch mit News, Videos und exklusiven Einblicken.
„Ich bin immer noch davon überzeugt, dass er wahrscheinlich der Richtige ist, um weiterzumachen“, betonte Völler nach dem Spiel gegenüber den Medienvertretern in der Mixed Zone. Gerade in schwierigen Momenten zeige sich, wie ein Trainer bewertet werde. „Ich finde immer noch, er ist ein absoluter Top-Trainer“, erklärte der 66-Jährige und verwies darauf, dass Lob in erfolgreichen Zeiten leicht falle.
Völler: „Er ist wahrscheinlich der Richtige“
Umso wichtiger sei es für ihn, Nagelsmann seine volle Unterstützung zuzusichern. Gleichzeitig machte Völler deutlich, dass die endgültige Entscheidung nicht allein bei ihm liege. In den kommenden Tagen wolle man sich zusammensetzen und gemeinsam die Situation analysieren. „Ich bin natürlich nicht der DFB allein. Ich habe das nicht allein zu entscheiden“, betonte Völler.
Besonders imponiert habe ihm die Reaktion des Bundestrainers unmittelbar nach der Niederlage. Nagelsmann sei ein „Kämpfer“, der sich trotz der großen Enttäuschung schnell wieder gesammelt habe und bereits den Blick nach vorne richte. Völler kündigte an, zunächst alles in Ruhe aufarbeiten zu wollen. „Jetzt ist es erst einige Minuten her, dass wir ausgeschieden sind“, sagte er und sprach sich dafür aus, die Ereignisse zunächst sacken zu lassen.
Klose und Messi gestürzt: Die WM-Rekordtorschützen in der Übersicht
Sportlich verschwieg Völler die Defizite der vergangenen Turniere jedoch nicht. Zwar sei Deutschland dieses Mal als Gruppensieger ins Sechzehntelfinale eingezogen, insgesamt seien die Ergebnisse der vergangenen Welt- und Europameisterschaften aber „grundsätzlich zu wenig“. Dass die DFB-Auswahl erneut früh die Heimreise antreten müsse, sei „für so ein Fußballland wie Deutschland schwer zu ertragen“.
„Die Mannschaft hat gefightet bis zum Ende, bis zum Umfallen, daran hat es nicht gelegen. Nein, tut weh, ganz klar, aber das ist nicht schön. Klar, mir fehlen jetzt noch ein bisschen die Worte, aber es ist ja leider so“, sagte Völler resigniert. Lediglich im Elfmeterschießen habe die Mannschaft nicht die gewohnte deutsche Stärke gezeigt. „Wir haben natürlich nicht so die Elfmeter geschossen, wie wir das normalerweise seit vielen Jahrzehnten in Deutschland gewohnt sind.“
Auch zur Einordnung der aktuellen sportlichen Lage bezog Völler Stellung. Aussagen von Spielern wie Kai Havertz, Joshua Kimmich oder Manuel Neuer über den internationalen Stellenwert der Nationalmannschaft könne man angesichts der Resultate zwar nachvollziehen, gleichzeitig verwies er aber darauf, dass Deutschland gegen einen Gegner ausgeschieden sei, „den man normalerweise schlagen kann“. (LF)