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Kommentar zum WM-Aus
Nagelsmann ist als Bundestrainer gescheitert: Nur Klopp kann den DFB wiederbeleben
Julian Nagelsmann ist als Bundestrainer bei der Weltmeisterschaft auch deshalb gescheitert, weil er in seiner Amtszeit zu sehr vom Erfolg getrieben war. Ein Kommentar.
Julian Nagelsmann wusste schon früh, dass die Stunde in Foxborough geschlagen hatte: Als Schiedsrichter Jayed Jalal im Gillette Stadium zur Halbzeit pfiff, setzte der Bundestrainer zum Diagonal-Sprint in die Kabine an. Seine Mannschaft lag zu diesem Zeitpunkt im Sechzehntelfinale mit 0:1 gegen den krassen Außenseiter aus Paraguay zurück.
Absolut hautnah. Absolut fundiert: Absolut Fussball berichtet für euch von der WM 2026. Unsere Reporter sind in Amerika vor Ort und versorgen euch mit News, Videos und exklusiven Einblicken.
Um 19.36 Uhr Ortszeit marschierte Nagelsmann erneut in die Kabine – mit der Gewissheit, dass die Weltmeisterschaft für ihn und sein Team mit dem Sechzehntelfinale beendet war. Nach dem zwischenzeitlichen 1:1 von Kai Havertz reichte es im anschließenden Elfmeterschießen nicht zum Einzug ins Achtelfinale. Nicht nur wegen des zu frühen Ausscheidens ist der 38-Jährige als Nationalcoach krachend gescheitert.
Übernimmt Klopp? Bundestrainer Nagelsmann in der Kritik
Nagelsmann hat es seit seiner Amtsübernahme im September 2023 nicht geschafft, sukzessive eine Mannschaft zu entwickeln. Stattdessen war der ehrgeizige Fußballlehrer stets vom Erfolg getrieben. Für die Heim-Europameisterschaft 2024 holte er für den erhofften Titelgewinn beispielsweise Toni Kroos aus dem DFB-Ruhestand, um nach dem Viertelfinal-K.o. gegen Spanien vollmundig zu verkünden, dass man dann eben bei der WM den Titel holen müsse.
An dieser Aussage gemessen, verfiel Nagelsmann in einen Optimierungswahn im Hinblick auf Personalwahl und taktische Ausrichtung. Die Konsequenz: Unsicherheit in allen Mannschaftsteilen und uninspirierte Auftritte gegen Durchschnittsmannschaften wie die Elfenbeinküste, Ecuador oder Paraguay.
Neun Fünfen beim WM-Aus! Die Einzelkritik zum DFB-Drama gegen Paraguay
Der deutsche Fußball ist nach der dritten WM-Blamage in Folge am Boden – mal wieder. Gefühlt kann ihn nur einer wiederbeleben: Jürgen Klopp. Nicht nur wegen seines Charismas, mit dem er Fußball-Deutschland zweifelsohne wieder anzünden kann. Sondern vor allem wegen seiner Fähigkeit, eine talentierte Mannschaft auf Weltklasse-Niveau zu coachen. So wie es Kloppo in Dortmund und Liverpool geschafft hat.
Der 59-Jährige wehrte sich unmittelbar nach dem Abpfiff in Foxborough in seiner Rolle als Magenta-Experte dagegen: „Ich verstehe, dass mein Name genannt wird. Aber es ist nicht der Moment. Es gibt dazu nichts zu sagen.“ Wer weiß, vielleicht kommt nach einer nötigen, knallharten und unbeschönigten Analyse der Bundestrainer-Amtszeit von Julian Nagelsmann ja bald der passende Klopp-Moment.