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Viel Tempo gegen viel Härte
Kanada und Bosnien-Herzegowina trennen sich nach Chancenwucher ohne Sieger
Gastgeber Kanada und Bosnien-Herzegowina liefern sich in ihrem ersten WM-Spiel ein umkämpftes Spiel mit vielen vergebenen Chancen. Am Ende gibt es keinen Sieger.
Fazit: In einem von Intensität geprägten Spiel geht es bis zu Kanadas Ausgleich hin und her. Das 1:1, welches ein spirituelles 4:4 widerspiegelt, wurde von der bosnischen Kopfballstärke und Kanadas Tempo geprägt. Durch viele individuelle Fehler gab es eine Masse an Chancen und den Zuschauern wurde ein unterhaltsames Spiel geboten. Nach dem lang ersehnten Ausgleich von Kanada durch Larin wirkten die Bosnier geschlagen. Dass Kanada das Spiel am Ende nicht dreht, lässt sich mit einer Mischung aus bosnischem Glück, kanadischem Unvermögen und der schwindenen Restzeit erklären. Ein insgesamt glücklicherer Punkt für Bosnien, die zwischenzeitlich allerdings auch auf 2:0 hätten stehen können. Das dritte Spiel der WM hat deutlich mehr Unterhaltung angeboten, als es ein 1:1 suggeriert.
Am Freitagabend um 21 Uhr fällt im BMO Field von Toronto der Startschuss für Gruppe B der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 (hier zum WM-Spielplan). Gastgeber Kanada empfängt Bosnien-Herzegowina, ein Duell zwischen einem aufstrebenden Gastgeberland und einem leidenschaftlichen Außenseiter, der sich erst im Play-off-Elfmeterschießen gegen Italien für das Turnier qualifiziert hat.
Absolut hautnah. Absolut fundiert: Absolut Fussball berichtet für euch von der WM 2026. Unsere Reporter sind in Amerika vor Ort und versorgen euch mit News, Videos und exklusiven Einblicken.
Das größte Fragezeichen auf kanadischer Seite trägt den Namen Alphonso Davies. Der Bayern-Profi und Kapitän der „Les Rouges“ ist angeschlagen, ob er bei der WM auflaufen kann, ist weiterhin offen. Das Spiel gegen Bosnien-Herzegowina verpasst er allemal. Sein Fehlen ist dabei ein herber Schlag: Davies gilt als das Gesicht des kanadischen Fußballs, hat bei der Nationalmannschaft aufgrund seiner Qualität auch schon im Zentrum gespielt und erlebt gerade die beste Generation seines Landes. Neben ihm ragt Stürmer Jonathan David von Juventus Turin als zweiter Akteur heraus.
Kanadisches Fußballfieber trifft auf bosnische Leidenschaft
Für Kanada ist dieses Turnier mehr als ein sportliches Ereignis, es ist ein nationales Erwachen. Die Mannschaft steht erst zum zweiten Mal bei einer WM und das Fußballfieber ergreift die Kanadier immer mehr, wie auch Thomas Müller bestätigt hat, der mittlerweile bei den Vancouver Whitecaps spielt. Das erste eigene Tor erzielte übrigens Davies selbst 2022 gegen Kroatien. Nun, mit dem Heimvorteil im Rücken und Tausenden Fans in der 45.000 Zuschauer fassenden Arena, soll endlich der erste WM-Sieg und möglicherweise der Sprung in die K.-o.-Runde gelingen.
Bosnien-Herzegowina reist als Außenseiter an, und genau das könnte ihre Stärke sein. Trainer Sergej Barbarez, bekannt aus seiner Zeit bei HSV, BVB und Leverkusen, hat eine kampfstarke Truppe geformt. Im Kader stehen mit Ex-Schalker Sead Kolasinac von Atalanta und den aktuellen Schalkern Edin Džeko sowie Nikola Katić gleich drei Akteure mit Bezug zu Gelsenkirchen. Mit Haris Tabakovic, der aktuell verletzt fehlt, und Ermedin Demirovic kommen zwei formstarke Bundesliga-Stürmer hinzu.
Die finalen Teilnehmer der WM 2026 – Mehrere Debütanten und historische Türkei
Dass Bosnien-Herzegowina zweimal im Elfmeterschießen bestanden hat, gegen Wales und gegen Italien, zeigt: Diese Mannschaft funktioniert unter Druck. Mit ihrem kämpferischen Teamgeist und ihrer Härte bilden sie ein interessantes Gegengewicht zu den schnellen Kanadiern, die auf Umschaltsituationen lauern.
Gruppe B umfasst neben den beiden Auftaktgegnern noch die Schweiz und Katar. Auf dem Papier hat Kanada Chancen auf ein Weiterkommen, doch das erste WM-Spiel auf eigenem Boden birgt auch Nervosität. Die Play-offs haben gezeigt, dass man Bosnien-Herzegowina nicht unterschätzen sollte. Der Abend in Toronto verspricht somit viel Spannung. (kwa)