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Wird Geld in die Hand genommen?

Kader-Analyse: Wo Eintracht Frankfurt im Winter verstärken muss

Eintracht Frankfurt setzt auch zu Beginn des neuen Jahres weiter auf zwei Hochzeiten. In der momentanen Form braucht der Kader zusätzliche Spieler.

Frankfurt – Es ist diese Liste, die bei Eintracht Frankfurt die Nerven etwas angespannter werden lässt. Oscar Höjlund, Can Uzun und Hugo Larsson fallen allesamt „bis auf Weiteres“ aus. Das Zentrum der Hessen ist personell ausgedünnt. Im Dezember steht zudem der Afrika-Cup an, Farès Chaibi und Ellyes Skhiri nehmen daran teil.

Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche ist im Winter gefordert

Braucht es in der Transferperiode vom 1. Januar bis 2. Februar 2026 daher Verstärkungen? Es gilt, sehr differenziert heranzugehen. Auch wenn der „Super-Sechser“ fehlt oder einzelne Spieler ausfallen oder nicht auf Topniveau agieren, wird es im Winter sehr schwer, qualitativ hochwertige Alternativen zu finden.

Wie agiert die Eintracht auf dem Winter-Transfermarkt?

Trainer Dino Toppmöller hat daher schon jetzt aus der Not eine Tugend gemacht und Mahmoud Dahoud reaktiviert. Der 29-Jährige könnte in den kommenden Wochen und Monaten noch richtig wichtig werden. Mario Götze wurde wochenlang herangeführt. Er ist offensiv und zentral einsetzbar. Zudem sind einzelne Akteure sehr flexibel. Linksverteidiger Nathaniel Brown etwa hat in der Jugend im Zentrum gespielt. Warum nicht auch bei der Eintracht?

Der Kader der Hessen bietet also auch dann, wenn zwei oder drei Akteure zugleich ausfallen, diverse Möglichkeiten. Der Ruf nach einem Ersatz für Tuta, der als Innenverteidiger und Sechser auslief, hat seine Berechtigung. Dennoch kann die Eintracht hier reagieren. Wenn sich im Januar eine Tür öffnet, wird Krösche zupacken. Höchste Priorität sollte aber auf anderen Positionen liegen.

Zuvorderst wird es um die deutliche Verstärkung des Angriffs gehen. Nachdem die Hessen im vergangenen halben Jahr mit Hugo Ekitiké und Omar Marmoush zwei Stars verloren haben, ist es dünn geworden in der vordersten Reihe. Jonathan Burkardt hat mit neun Pflichtspieltreffern zwar gezündet. Dahinter wird es allerdings äußerst dünn.

Elye Wahi wartet weiter auf Bundesligator Nummer eins, Michy Batshuayi ist in der derzeitigen Verfassung kaum konkurrenzfähig. Ein Burkardt-Ausfall wäre für die Eintracht kaum zu verkraften. Schon jetzt fängt Toppmöller mit den Bastelarbeiten an, wenn es um die Besetzung des Angriffs geht. Beim Remis in Freiburg (2:2) etwa hießen die Stürmer am Ende Ansgar Knauff und Jean-Matteo Bahoya.

Toppmöller hält wegen der fehlenden Alternativen eine Doppelspitze nur punktuell als Option offen. Genau dafür setzt Krösche bei den Planungen stets auf die Komponenten Variabilität und Flexibilität. Doch vor allem im Angriff braucht es Spezialisten und verschiedene Profile. Diese stehen Toppmöller so nicht zur Verfügung.

Selbst für den Fall, dass es keinen Abgang eines Stürmers gibt, muss Krösche somit nachbessern. William Osula von Newcastle United wäre im vergangenen Sommer beinahe schon in Frankfurt gelandet. Es wäre typisch Krösche, wenn er in dieser Causa noch einmal alle Hebel in Bewegung setzt. Der Sportvorstand der Hessen folgt seinen Spuren oft langfristig.

Zudem sollten Leihgeschäfte kein Tabu bleiben. In der Winterpause der Saison 2023/24 hatten die Frankfurter mit Sasa Kalajdzic (verletzt) und Donny van de Beek zwar keinen Erfolg. Immerhin gibt es dann die Möglichkeit, eine Zusammenarbeit nach kurzer Zeit wieder zu beenden. Die Chancen jedenfalls sind größer als die Risiken.

Als Vorgriff für den Sommer böte sich an, einen flexibel einsetzbaren Linksfuß für die Abwehr zu verpflichten. Sollte Brown seine Entwicklung fortsetzen, ist ein Weggang nach der Saison für viel Geld nicht auszuschließen. Das Investment in einen Akteur, der im Stil von Arthur Theate als Innenverteidiger und Linksverteidiger agieren kann, wäre schlüssig. Auch deshalb, weil hinten ein weiterer Linksfüßer fehlt und Aurèle Amenda den nächsten Schritt (noch) nicht geschafft hat.

Es ist ein extrem schmaler Grat, auf dem die Frankfurter wandeln. Sie werden auch im neuen Jahr noch an der Champions League teilnehmen und mindestens zwei Partien bestreiten. Bei einem möglichen Aus, wäre die Eintracht nur noch in der Bundesliga gefordert. Im DFB-Pokal strichen die Frankfurter bereits die Segel. Deshalb gilt es, den Kader nicht unnötig aufzublähen.

Finanzvorstand Julien Zamberk hat die Zahlen zuletzt präsentiert. Trotz großer Verkäufe gab es durch die Prämien, die der Einzug in die Königsklasse kostete, einen Verlust von acht Millionen Euro. Das Geschäftsmodell der Hessen birgt gewisse Risiken. Auch deshalb müssen die Transfers sitzen und wohlüberlegt sein. Krösche braucht finanzielles Augenmaß und wieder sein glückliches Händchen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Jürgen Kessler

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