„Es geht um viel“
Jürgen Klopp – mehr Bundesmanager als Bundestrainer?
Jürgen Klopp wird voraussichtlich der nächste Bundestrainer. Doch greift dieser Titel zu kurz? Beim DFB wird es nicht nur um Aufstellungen gehen.
Bundestrainer – doch reicht dieser Begriff noch? Bei Jürgen Klopp wohl kaum. Der 59-Jährige wählt auch am Mikrofon von MagentaTV den Klartext: „Unabhängig davon, wer Bundestrainer wird, steht fest: Es geht um viel und es gibt einen Haufen zu tun.“ Wäre die Bezeichnung „Bundesmanager“ inzwischen nicht zeitgemäßer? Bei Klopp würde es passen.
Thomas Müller stand bei dem Gespräch neben ihm am Tisch. Die Legende des FC Bayern München analysierte: „Mit Jürgen Klopp wäre jemand da, der nicht nur aufstellt. Wenn du Trainer in England warst, dann bist du mehr als ein Trainer.“ Und auch im RB-Kosmos, für den Klopp als Global Sports Director tätig ist, geht es für ihn um strukturelle Angelegenheiten.
Fußball-Deutschland sieht Klopp als kommenden Bundestrainer
Es gibt viele Gründe, warum sich Fußball-Deutschland ihn als Mann an der Spitze vorstellen kann. Klopp ist es bei seinen Stationen in Mainz, Dortmund und Liverpool gelungen, das Gesicht zu werden und einen gesamten Verein zu tragen. „Mir war nie nur die erste Mannschaft wichtig. Der eine Blick von mir ging immer zum nächsten Spiel. Der andere Blick ging in die Zukunft“, wurde Klopp deutlich.
Beim DFB gehört nach dem dritten blamablen WM-Aus in Folge alles auf den Prüfstand. Klopp alleine wird die Probleme nicht lösen können. Er benötigt ein starkes Team mit klugen Köpfen. Die Rufe nach den Weltmeistern von 2014 werden immer lauter. Per Mertesacker war acht Jahre in der Jugendabteilung von Arsenal erfolgreich tätig. Von dessen Know-how könnte zukünftig die deutsche Jugend profitieren.
Branchenkenner werfen auch die Namen von Philipp Lahm, Mats Hummels, Sami Khedira oder Bastian Schweinsteiger für diverse Funktionen in den Raum. Auch hier muss eine Besetzung Sinn ergeben. Die Qualität muss im Vordergrund stehen und nicht die glorreiche Vergangenheit. Das gilt es zu klären.
Es ist Zeit für einen frischen Wind mit neuen Gesichtern. Klopp wäre der starke Mann an der Spitze, der Strippenzieher. Doch auch er müsste die Abläufe beim DFB kennenlernen. Deshalb war es den Machern wichtig, Rudi Völler als Sportdirektor bis zur Europameisterschaft 2028 zu halten. Ansonsten aber wird jeder Stein umgedreht. Der Reformwille ist gewaltig nach dem Paraguay-Schock, der inzwischen zehn Tage zurückliegt.
Diese Entschlossenheit hat dem DFB lange gefehlt. Auch Klopp wird dies wohlwollend zur Kenntnis nehmen. Die Gespräche mit Präsident Bernd Neuendorf und Ligaboss Hans-Joachim Watzke stehen an. Beim DFB geht es nicht mehr nur darum, elf Spieler aufzustellen. Es geht darum, einen Verband neu zu erfinden. Klopp wäre dafür der richtige Mann – wenn alle mitziehen.
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