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Zu Gast in „Die WM-WG“
Unsere Experten fordern: Lasst WM-Helden von 2014 an die DFB-Spitze – Cathy Hummels nennt Klopp-Alternative
Unsere DFB-Experten Christopher Michel und Vinzent Tschirpke blicken in der 23. Folge der „WM-WG“ auf die Zukunft des DFB-Teams. Außerdem dabei: Mentaltrainer Michael Draksal und Cathy Hummels.
Unser DFB-Experte Christopher Michel in „Die WM-WG“ von Absolut Fussball (powered by IPPEN.MEDIA) über ...
... eine mögliche finanzielle Entschädigung für Julian Nagelsmann: „Ich glaube nicht, dass er trotz des Rücktritts auf sonderlich viel von seinem Gehalt verzichten wird, das ja wohl bei sieben Millionen Euro jährlich liegt. Dafür ist er jetzt auch frei für einen anderen Klub oder eine andere Nationalmannschaft. Ich denke schon, dass dort ein bisschen Geld geflossen ist, damit es diesen Rücktritt jetzt auch gibt. Das ist schon ein sehr kostspieliger Rücktritt.“
... ein mögliches Gehalt für Jürgen Klopp als DFB-Trainer: „Jürgen Klopp wird das nicht als Wohlstandsdienst machen. Da schwirren ja schon Zahlen zwischen acht und zehn Millionen Euro Jahresgehalt herum, und da wird es auch um die Machtfrage gehen. Wie darf er den DFB auch mit umbauen? Ich denke, Jürgen Klopp wird als Projektleiter kommen, der das jetzt als sein absolutes Lebenswerk sieht. Mit 59 Jahren ist Jürgen Klopp im perfekten Alter, um auf der Bühne mit Ancelotti und Co. antreten zu dürfen.“
... mögliche weitere Rücktritte an der DFB-Spitze: „Man sagt ja immer, der Fisch stinkt vom Kopf. Die Vertragsverlängerung von Nagelsmann im Januar 2025 wurde einhellig bestimmt von Rudi Völler, Bernd Neuendorf und Andreas Rettig. Ich finde, dann muss man im Kollektiv diese Verantwortung übernehmen. Die drei können den Neuanfang mit Jürgen Klopp noch in die Wege leiten, aber dann werden sich erst die Personalfragen richtig auflösen lassen.“
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... Per Mertesacker als Kandidat für eine führende Rolle beim DFB: „In meinen Augen gehören die 2014er Weltmeister mehr und mehr reingeholt. Vor allem ein Name: Per Mertesacker! Der hat bei Arsenal acht Jahre lang eine super Arbeit in der Jugendabteilung gemacht. Der hat ein echtes Gespür für junge Spieler, er kennt Jugendstrukturen aus England, hat sich Know-how draufgeschafft. Er hat über 100 DFB-Länderspiele gemacht und weiß, wann er Klartext reden muss. Er hat aber auch für den Titel zurückgesteckt, als er aus der ersten Mannschaft geflogen ist. Ich finde, du brauchst jetzt genau diese Leute, die Charisma ausstrahlen, die mit ihrer Erfahrung glänzen können und deshalb wünsche ich mir beim DFB einen ehrlichen und großen Umbruch.“
... weitere WM-Helden von 2014: „Jetzt ist beim DFB eine neue Generation dran, eine, die Deutschland auch schon viel Freude bereitet hat. Diese Generation sollte Deutschland jetzt auch neben dem Platz Freude bereiten. Selbst Bastian Schweinsteiger hat gestern seine Bereitschaft erklärt, zu helfen, sollte sich der DFB melden. Philipp Lahm hat starke Analysen abgegeben und war ja bei der EM 2024 bei der UEFA. Das sind Namen, die da jetzt nachwachsen müssen. Das könnte auch eine echte Aufbruchstimmung erzeugen, mit Klopp als Kapitän und darunter Weltmeister wie Lahm, Schweinsteiger oder Mertesacker, die mal wieder den Karren aus dem Dreck ziehen. Dann hätten auch alle wieder Bock auf diese Nationalmannschaft.“
... das Feuer bei den DFB-Fans: „Das Feuer ist da bei den Fans – das spürt man. Die Enttäuschung ist riesig über dieses Ausscheiden, bei dem 17 Millionen Menschen zugesehen haben. Deshalb DFB: Zünde die Leute wieder an und hol die richtigen Leute an Bord!“
... Spieler, die in der DFB-Elf bleiben sollten: „Ein Kimmich sollte in meinen Augen bleiben. Wenn er aus seiner Verletzung zurückkommt, würde ich auch einen Serge Gnabry nicht abschreiben. Lennart Karl, Said El Mala fallen einem ein. Natürlich auch Wirtz, Musiala und Havertz. Hinten kann man auf Brown bauen und Tah ist eine Stütze, auf die man weiterhin setzen sollte. Im Tor hat man mit Urbig einen Keeper mit viel Potenzial und mir gefällt auch ein U17-Weltmeister wie Finn Jeltsch, der bei Stuttgart spielt.“
... über das zukünftige System der Nationalmannschaft: „Bitte, lieber zukünftiger Trainer: Stell die Spieler einfach auf den Positionen auf, auf denen sie am stärksten sind. Dann kommt der Erfolg auch mal von allein. Aufhören mit einem Verschiebebahnhof, sondern wer auf der Sechs seine Stärke hat, sollte auch auf der Sechs spielen. Und wer im rechten Mittelfeld am besten ist, sollte auch dort spielen.“
Unser DFB-Experte Vinzent Tschirpke in „Die WM-WG“ von Absolut Fussball (powered by IPPEN.MEDIA) über ...
... das DFB-Lager in Winston-Salem: „Am Anfang war die Stimmung in Winston-Salem total gut. Alle, mit denen man gesprochen hat, haben davon geschwärmt, auch Nadiem Amiri, der bei uns im Interview war. Im Nachhinein bekommt man immer mehr Sachen mit, dass es hinter den Kulissen durchaus Dinge gab, die für Unstimmigkeiten gesorgt haben.“
... die Stimmung nach dem Ausscheiden: „Als ich abgereist bin, war es eine total gedämpfte Stimmung. Als wir aus dem Stadion in Boston gegangen sind, waren die Spieler niedergeschlagen. Julian Nagelsmann auf der Pressekonferenz war total angespannt, als ich ihn noch etwas gefragt hatte. Und auch beim DFB wurde erst gesagt, es gäbe eine PK am nächsten Tag. Dann gab es doch keine. Viele sind einzeln nach Hause geflogen. Das war also eine sehr merkwürdige Stimmung zum Schluss.“
... Langeweile bei den DFB-Spielern im Camp: „Es war total abgeschieden, ein bisschen wie ein riesiges Schloss. Ich persönlich dachte, es sei eine ganz gute Mischung: Vorher waren sie ja in Downtown-Chicago. Ich bin dort immer wieder den Spielern über den Weg gelaufen und habe mit ihnen gesprochen. Die fanden das ganz cool. Da hätten sie also den Vibe mitnehmen können und sich im ruhigen Camp dann auf die Spiele konzentrieren können. Klar kann es sein, dass den Spielern dort langweilig war. Andererseits habe ich den Anspruch an einen Nationalspieler, dass er damit zurechtkommt, wenn ihm einmal langweilig sein sollte.“
... das Kernproblem der Nationalmannschaft: „Es wurde viel diskutiert über das Camp oder die Aufstellung, am Ende richtet sich die Bewertung aber doch nach dem Erfolg der Mannschaft. In Campo Bahia hat es etwa reingeregnet – das wird im Nachhinein total romantisiert. Das sind allerdings Fragen, die nur einen kleinen Unterschied machen. Unter dem Strich ist der Kader einfach meilenweit schlechter als die von Frankreich oder England. Das Kernproblem bei Deutschland ist die fehlende Qualität bei den nachkommenden Spielern.“
... die Personalie Per Mertesacker: „Du musst jetzt schauen, wer in zwei, vier oder acht Jahren nachkommt und deswegen finde ich, einen Namen wie Per Mertesacker extrem spannend und dass jetzt nicht alle Probleme, die da sind, auf Julian Nagelsmann geschoben werden.“
... Spieler, die in der DFB-Elf bleiben sollten: „Ich würde noch einen Tresoldi in den Ring schmeißen. Wir sollten einen Rechtsverteidiger finden, damit Kimmich wieder ins Zentrum kann. Wenn es bei den Bayern gut funktioniert, warum sollte man es nicht auch beim DFB machen? Es gibt mit Bischof, El Mala und Ouedraogo eine gute nachkommende Generation.“
... über das zukünftige System der Nationalmannschaft: „Man muss schauen, dass man ein System findet, das funktioniert und das man nicht sechs Monate lang einspielen muss. Vielleicht ist es sogar am wichtigsten, dass Jürgen Klopp nicht mit invertierenden Außenverteidigern und im Klein-Klein spielt, sondern: Vollgas. Das nimmt die Leute mit und dann kann recht schnell zumindest eine kleine Euphorie entstehen.“
Cathy Hummels in „Die WM-WG“ von Absolut Fussball (powered by IPPEN.MEDIA) über ...
... das Aus von Julian Nagelsmann: „Er wurde an die Wand genagelt und das war die einzige Lösung. An der Stelle möchte ich aber auch sagen, dass viele Kommentare unter der Gürtellinie gewesen sind. Er hat ja niemanden umgebracht. Ich glaube auch, dass wir ihn eine Zeit lang nicht mehr sehen werden. Er wird sich jetzt erst einmal davon erholen müssen.“
... die Kritik an den vielen Familienbesuchen im DFB-Camp: „Es gibt viel Stress, gerade wenn man junge Kinder hat oder mit seiner Rolle im Team unzufrieden ist – das ist eine Ausnahmesituation, in der Fokus angesagt ist. Wenn man etwas geschafft hat, ist es vollkommen in Ordnung, sich mit der Familie zu treffen oder einmal einen Tag frei zu machen. Aber du brauchst mentales Training und die Deutschen müssen sich in Zukunft einfach mehr fokussieren.“
... die Zukunft ihres Sohnes: „Ihr könnt euch beruhigen: In zehn Jahren spielt er für Deutschland – Ludwig Hummels kommt.“
... eine mögliche Alternative zu Jürgen Klopp: „Falls der Klopp es nicht macht, könnte man ja mal überlegen, Thomas Tuchel anzurufen.“
Mentaltrainer Michael Draksal in „Die WM-WG“ von Absolut Fussball (powered by IPPEN.MEDIA) über ...
... den Druck auf Julian Nagelsmann: „Er hatte den meisten Druck, definitiv. Als Leader of the Pack hat er die Verantwortung. Die ganzen Kommentare von außen wird er mitbekommen haben und das macht etwas mit einem. Er ist auch ein Mensch und so etwas geht nicht spurlos an einem vorbei.“
... Nagelsmanns Titelankündigung nach der EM 2024: „Das war sicherlich nicht überlegt oder vorbereitet, sondern eher aus dem Stress heraus. Das war eine emotionale Ausnahmesituation und da sagt man auch Dinge, die man im rationalen Zustand gar nicht sagen würde. Nagelsmann braucht jetzt seine Zeit. Das ist wie eine Art Trauerprozess mit der Wut, aber auch später der Akzeptanz. Es gibt grandiose Comebacks in der Geschichte des Sports. Er ist ja jung genug, dass wir ihn vielleicht wiedersehen, und ich traue ihm durchaus noch einiges zu.“
... die Kritik an den vielen Familienbesuchen im DFB-Camp: „Auch wenn es ein stabilisierender Faktor ist, ist das übertrieben gewesen. Der Fokus auf das eigentliche Event sollte doch im Vordergrund stehen. Es wäre auch eine Option gewesen, die Familien vor dem Viertel-, Halb- oder auch erst vor dem Finale einzuladen.“