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UEFA-Präsident droht

Italien droht nach verpasster WM-Quali auch Entzug der Heim-EM

Die Fußball-Nation Italien befindet sich nach dem verpassten WM-Ticket im Tal der Tränen. Kurz darauf folgt die nächste Hiobsbotschaft.

Italiens Fußball lebt eigentlich von großen Bildern, von Pathos und der Erinnerung an große Titel. Gerade deshalb wirkt der aktuelle Absturz so einzigartig. Erst verpasste die Squadra Azzurra zum dritten Mal nacheinander eine Weltmeisterschaft, und plötzlich rückt auch noch die Europameisterschaft 2032 in den Fokus. Es sind keine einfachen Tage für die stolze Fußball-Nation.

Der Schock für Italiens Fußball sitzt nach der verpassten WM-Quali tief. Nun steht sogar die Rolle als Gastgeber der EM 2032 infrage.

In rund sechs Jahren soll Italien zusammen mit der Türkei eigentlich Gastgeber des prestigeträchtigen EM-Turniers sein. Die Austragung steht jedoch mittlerweile gehörig auf der Kippe. Nicht, weil Italien durch das erneute Verpassen der WM-Qualifikation die Bedeutung des Fußballs verloren hätte, sondern weil aus Sicht der UEFA die Fußballinfrastruktur nicht zufriedenstellend ist.

UEFA-Präsident Ceferin droht Italien mit EM-Entzug

Der Präsident des Verbandes, Aleksander Ceferin, hat den Druck nun öffentlich maximal erhöht. „Die EM 2032 ist geplant und wird stattfinden“, sagte der UEFA-Präsident der Gazzetta dello Sport. Dann jedoch folgte ein für Italien alarmierender Satz. „Ich hoffe, dass die Infrastruktur bereit sein wird. Andernfalls wird das Turnier nicht in Italien ausgetragen.“

Italien soll das Turnier gemeinsam mit der Türkei ausrichten, pro Land sind fünf Stadien vorgesehen. Doch mehrere Arenen müssen neu gebaut oder umfassend modernisiert werden, unter anderem in Neapel, Mailand und Florenz. Genau dort liegt das Problem: Der Ruf des Landes als Fußballstandort ist groß, die bauliche Realität vielerorts aber nicht auf dem Niveau eines modernen Großturniers.

WM 2026: In diesen Stadien wird bei der Mega-Weltmeisterschaft gespielt

Vancouver/Kanada: BC Place Stadium. Kapazität: 21 000-54 320.
Vancouver/Kanada: BC Place Stadium. Kapazität: 21.000-54.320. © IMAGO/Anne-Marie Sorvin
Monterrey/Mexiko: Estadio BBVA Bancomer. Kapazität: 51.000.
Monterrey/Mexiko: Estadio BBVA Bancomer. Kapazität: 51.000. © IMAGO/Jorge Martinez
Guadalajara/Mexiko: Estadio Akron. Kapazität: 45.500.
Guadalajara/Mexiko: Estadio Akron. Kapazität: 45.500.  © IMAGO/Carlos Zepeda
Toronto/Kanada: BMO Field. Kapazität: 30.991.
Toronto/Kanada: BMO Field. Kapazität: 30.991. © IMAGO/Tom Szczerbowski
Seattle: Lumen Field. Kapazität: 67.000.
Seattle: Lumen Field. Kapazität: 67.000.  © IMAGO/Joe Nicholson
Mexiko City/Mexiko: Aztekenstadion. Kapazität: 81.070.
Mexiko City/Mexiko: Aztekenstadion. Kapazität: 81.070. © imago sportfotodienst
Miami: Hard Rock Stadium. Kapazität: 65.326.
Miami: Hard Rock Stadium. Kapazität: 65.326. © IMAGO/Jasen Vinlove
San Francisco: Levi‘s Stadium. Kapazität: 68.500.
San Francisco: Levi‘s Stadium. Kapazität: 68.500.  © Douglas Stringer/Icon Sportswire via www.imago-images.de
Philadelphia: Lincoln Financial Field. Kapazität: 69.176.
Philadelphia: Lincoln Financial Field. Kapazität: 69.176. © IMAGO/Andy Lewis/Icon Sportswire
Dallas: A&T-Stadium. Kapazität: 80.000 bis 108.713
Dallas: A&T-Stadium. Kapazität: 80.000 bis 108.713 © Imago/Robin Alam/Icon Sportswire
New York/ New Jersey: MetLife Stadium. Kapazität: 82.500.
New York/ New Jersey: MetLife Stadium. Kapazität: 82.500. © IMAGO/Dennis Schneidler
Los Angeles: SoFi Stadium. Kapazität: 70.270 bis 100.240
Los Angeles: SoFi Stadium. Kapazität: 70.270 bis 100.240 © IMAGO/Kirby Lee
Kansas City: Arrowhead Stadium. Kapazität: 76.416
Kansas City: Arrowhead Stadium. Kapazität: 76.416 © Imago/Robin Alam/Icon Sportswire
Houston: NRG Stadium. Kapazität: 71.500
Houston: NRG Stadium. Kapazität: 71.500 © Imago/John Glaser
Boston: Gilette Stadium. Kapazität: 68.756.
Boston: Gilette Stadium. Kapazität: 68.756. © IMAGO/Marc Schueler
Atlanta: Mercedes-Benz Stadium. Kapazität: 71.000
Atlanta: Mercedes-Benz Stadium. Kapazität: 71.000  © Imago/ Cecil Copeland

Ceferins Kritik an der Infrastruktur kommt nicht von ungefähr. Schon vor einem Jahr hatte er Italiens Infrastruktur als „eine Schande“ bezeichnet. Nun wird der Druck seitens der UEFA nochmal erhöht. „Vielleicht sollten sich die italienischen Politiker fragen, warum Italien eine der schlechtesten Fußballinfrastrukturen Europas hat …“, schimpfte der UEFA-Präsident im Interview weiter. „Das größte Problem des italienischen Fußballs ist das Verhältnis zwischen Fußballpolitik und ,normaler‘ Politik.“

Wankte die fußballverrückte Nation bereits nach dem Debakel bei der WM-Quali, so dürfte die deutliche Drohung von Ceferin die aktuelle Krise des italienischen Fußballs weiter verschärfen. Nach dem Scheitern gegen Bosnien und Herzegowina räumten Verbandschef Gabriele Gravina und Sportdirektor Gianluigi Buffon ihre Posten. Mittlerweile ist klar: Auch Gennaro Gattuso hat sein Amt als Trainer der Squadra Azzurra niedergelegt. (kus)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Gribaudi/ImagePhoto

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