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Integritäts-Frage
Wie Gianni Infantino nach dem FIFA-Skandal gestürzt werden könnte
Nach dem Balogun-Skandal gerät FIFA-Präsident Gianni Infantino immer stärker unter Druck. Doch wie könnte der Weltverbandschef überhaupt sein Amt verlieren?
Die Debatte um die aufgehobene Rot-Sperre von Folarin Balogun wird immer mehr zur Grundsatzfrage für die FIFA (hier zum Skandal-Ticker). Weil die Entscheidung offenbar nach einem Anruf von US-Präsident Donald Trump bei FIFA-Chef Gianni Infantino fiel, wächst der Druck auf den Weltverband. Im Mittelpunkt steht nun nicht mehr nur Baloguns Einsatz gegen Belgien, sondern auch die Frage, ob Infantino politischer Einflussnahme Tür und Tor geöffnet hat.
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Auch aus Deutschland kommen deutliche Worte. DFB-Präsident Bernd Neuendorf fordert, der Eindruck einer aktiven Einflussnahme der Politik auf den Sport müsse „zügig und schlüssig ausgeräumt“ werden. Es gehe um die „Integrität des Wettbewerbs“ und die „Glaubwürdigkeit der Fifa“. Genau diese Glaubwürdigkeit steht nach der umstrittenen Entscheidung inzwischen massiv zur Diskussion.
Mögliches Infantino-Aus gestaltet sich kompliziert
Ein schneller Sturz Infantinos wäre allerdings kompliziert. Anders als in der Politik gibt es bei der FIFA kein klassisches Misstrauensvotum, mit dem ein Präsident kurzfristig abgesetzt werden könnte. Die Statuten des Weltverbands sehen nur bestimmte Wege vor. Entscheidend wäre dabei vor allem, ob ein Verstoß gegen den FIFA-Ethikkodex festgestellt wird.
In diesem Fall könnte die unabhängige Ethikkommission aktiv werden. Sie hätte die Möglichkeit, ein Verfahren einzuleiten, den Präsidenten vorläufig zu suspendieren und ihn bei schweren Pflichtverletzungen langfristig oder sogar lebenslang aus dem Fußball auszuschließen. Ein prominentes Beispiel ist Sepp Blatter, der 2015 zunächst suspendiert und später für mehrere Jahre gesperrt wurde. Ob diese Schritte aber eingeleitet werden, ist Stand jetzt noch unklar.
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Der reguläre politische Weg innerhalb der FIFA führt dagegen über den Kongress. Der Präsident wird von den 211 Mitgliedsverbänden für jeweils vier Jahre gewählt. Infantino will 2027 in Rabat erneut antreten und hat bereits starke Unterstützung. Die Verbände aus Südamerika, Afrika und Asien kommen zusammen auf 110 Stimmen und hätten damit allein eine Mehrheit. Sie haben bereits im Vorfeld angekündigt, den 56-Jährigen zu unterstützen.
Bleibt als dritte Möglichkeit ein freiwilliger Rücktritt oder eine dauerhafte Amtsunfähigkeit. In diesem Fall würden zunächst Vizepräsidenten übernehmen, bis die Nachfolge geregelt ist. Kurzfristig hängt Infantinos Zukunft damit vor allem davon ab, ob die FIFA den Verdacht politischer Einflussnahme überzeugend entkräften kann oder ob der Druck auf die Ethikkommission weiter wächst. (brg)