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Vor dem letzten WM-Gruppenspiel
Gruppensieg sicher – jetzt ist Nagelsmann am Zug
Der Gruppensieg für Deutschland ist perfekt. Trainer Nagelsmann kann nun die Belastung der Spieler steuern und gegen Ecuador frische Kräfte einsetzen.
Das hätte das Thema der Tage bis zum nächsten Spiel sein können: Kann die deutsche Mannschaft sich durch Taktieren, das Einstreuen einer Niederlage einem absehbaren Treffen mit Frankreich im Achtelfinale entziehen? Die Option bestand nur wenige Stunden, der nächste Gegner (am Donnerstag) nahm sie selbst vom Tisch: Durch das 0:0 gegen Curacao verbaute Ecuador sich die Möglichkeit, mit einem Sieg gegen Deutschland Gruppenerster zu werden. Nun müssen die Südamerikaner überhaupt schauen, dass sie noch irgendwie ins WM-Sechzehntelfinale huschen. Deutschland hingegen ist befreit vom nervigen Umgang mit einer Eventual-Konstellation.
Mit sechs Punkten ist das DFB-Team dank des gewonnenen direkten Vergleichs mit der Elfenbeinküste und aufgrund des Vorsprungs von mehr als drei Punkten gegenüber Ecuador und Curacao der Gruppensieg nicht mehr zu nehmen. Somit ist auch schon gesichert: Das erste K.o.-Spiel findet am Montag, 29. Juni (16.30 Uhr Ortszeit, 22.30 Uhr MESZ) gegen einen noch zu ermittelnden Gruppendritten in Boston statt. Im Achtelfinale käme dann aber vermutlich das Schwergewicht Frankreich auf die deutsche Mannschaft zu.
Spielerrotation gegen Ecuador möglich
Im nordamerikanischen Profisport, in dem Teams manchmal eine schlechte Platzierung anstreben, um bei der nächsten Talentziehung früher dranzukommen, gibt es für das absichtliche Verlieren einen eigenen Begriff: „Tanking.“ Bei einem kompakten Turnier ist es aber nicht vorstellbar. Antonio Rüdiger hatte das von vornherein gesagt: „Wir sprechen von einer Weltmeisterschaft, da trifft man irgendwann eh auf die Besten. Wir gehen auf Gruppensieg.“ Stunden später stand er ohne weiteres Zutun fest.
Was Julian Nagelsmann aber überlegen muss: Mit dem relativ kurzen Abstand zum zweiten Spiel ist im dritten vielleicht Belastungssteuerung angesagt. „Wir werden das im Trainerteam und mit Rudi (Völler, d. Red.) diskutieren“, kündigte er an. „Ich halte nichts davon, alles komplett zu wechseln. Wir müssen im Rhythmus bleiben für die nächste Aufgabe.“
Joker und Undav retten Deutschland – DFB-Noten gegen die Elfenbeinküste
Jedoch bietet es sich an, den Gemeinschaftsgeist zu stärken und Spielzeiten, wenigstens über Einwechslungen an die Feldspieler zu verteilen, die außer ihrer Freude über die Leistung der anderen noch nichts beitragen konnten: Malick Thiaw, Pascal Groß, Angelo Stiller, Assan Ouedraogo, Maximilian Beier und Nick Woltemade. Und mit Oliver Baumann gibt es einen Torhüter, bei dem Nagelsmann in der Schuld steht.