Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

So viel kostet ein Deutschlandspiel

„Mondpreise“ bei der teuersten WM aller Zeiten: Wie viel die FIFA mit Fußball-Fans abkassiert

Vierstellige Ticketpreise, hohe Weiterverkaufsgebühren und teure Reisekosten: Wer die Fußball-WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada verfolgen will, muss ordentlich blechen. Ein Überblick.

Die WM-Tickets sind selbst Donald Trump zu teuer. Der US-Präsident zeigte sich konsterniert darüber, dass Fans fürs erste WM-Spiel der USA mehr als 1000 Dollar (850 Euro) blechen müssen. „Diese Zahl war mir nicht bekannt“, sagte Trump im Interview mit der New York Post und ergänzte: „Ich wäre sicherlich gern dabei, aber um ehrlich zu sein: Ich würde diesen Preis auch nicht zahlen.“ Die Ticketpreise für das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada sprengen alle bisherigen Maßstäbe. Die FIFA entfremdet sich damit immer mehr von den Fans – dürfte damit aber Erfolg haben.

Im Format „Das Spiel hinter dem Spiel“ blicken wir auf die Hintergründe zur Fußball-WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada. In diesem Text geht es um die hohen Ticketpreise.

Einen Monat vor WM-Beginn gibt es noch Tickets für mehrere Spiele, darunter auch fürs erste Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Curaçao am 14. Juni in Houston. Für 1300 Dollar (1100 Euro) können Sie dabei sein, wenn die DFB-Elf auf den 82. der Weltrangliste trifft. Wer früher dran war, hat seine Tickets freilich billiger bekommen, und dennoch hat keine WM der Geschichte derart tief in die Geldbeutel der Fans gegriffen. Die Fanorganisation Football Supporters Europe (FSE) spricht auf Anfrage unserer Redaktion von „Mondpreisen“. Die Organisation mit Sitz in Hamburg hat deshalb sogar Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingereicht. Das 18-seitige Papier liegt unserer Redaktion vor. Darin geißelt der Fanverband die intransparente Ticketvergabe mit unverhältnismäßigen Preisen.

Dynamic Pricing bei Fußball-WM 2026: „Das treibt die Preise in die Höhe“

FSE geht es insbesondere um das sogenannte „dynamic pricing“. Heißt: Der Preis eines Tickets ändert sich je nach Nachfrage. „Das treibt die Preise in die Höhe“, sagt Stuart Dykes vom FSE. Die EU-Kommission müsse nun prüfen, ob das nicht gegen EU-Recht verstößt, weil die FIFA ein Monopol habe. Wie hoch die Nachfrage tatsächlich ist, sei unklar. „Die FIFA ist da super intransparent“, sagt Dykes. Naheliegend ist, dass KI-gesteuerte Bots die Nachfrage künstlich befeuern. „Wir wissen, dass Bots verstärkt im Einsatz sind. Es gibt Unternehmen, die sie einsetzen, um möglichst viele Karten zu kaufen.“ Das bekämen auch die Fans zu spüren. „Die Leute haben Karten gekauft, ohne genau zu wissen, wo die Plätze sich im Stadion befinden.“ Die FSE erreichen hier zunehmend Beschwerden.

Tatsächlich gab es auch deutlich billigere Tickets. Die FIFA preiste etwa die billigsten Tickets für 60 Dollar (51 Euro), doch deren Anzahl ist ziemlich limitiert. Laut DFB-Angaben gab es für das Spiel gegen Curaçao gerade einmal 581 Stück, ähnlich ist die Größenordnung demnach bei den weiteren Gruppenspielen gegen die Elfenbeinküste (395) und gegen Ecuador (632). Wie viele Tickets bei den anderen Spielen in der billigsten Kategorie angeboten wurden, ist unklar. Eine entsprechende Anfrage ließ die FIFA unbeantwortet. Laut FSE gibt es aber auch in anderen Partien nur wenige 60-Dollar-Tickets, die damit wohl lediglich als Lockangebot dienten.

2145,80 US-Dollar für ein Ticket für Deutschlands WM-Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste, umgerechnet 1845 Euro. Der Screenshot stammt vom 15. Mai.

Dass die FIFA offenbar den Profit zum obersten Leitstern erkoren hat, werde auch am Beispiel der Tickets für Menschen mit Behinderung deutlich. „Bislang war es bei allen Turnieren so: Rollstuhlfahrer kaufen eine Karte in der günstigsten Preiskategorie und können dann mit einer Begleitperson das Spiel sehen“, sagt Dykes. „Jetzt muss die Begleitperson ein separates, überteuertes Ticket kaufen, und die FIFA ist sogar nicht einmal in der Lage, zu garantieren, dass die Begleitperson dann neben dem Rollstuhlfahrer sitzt.“ Auch zu diesem Punkt hüllt sich die FIFA auf Anfrage unserer Redaktion in Schweigen.

Tickets für die Fußball-WM 2026: „Bewusste Strategie, die Preise in die Höhe zu treiben“

Wie bei anderen Turnieren gibt es auch 2026 einen offiziellen Zweitmarkt für Tickets. So soll verhindert werden, dass unseriöse Anbieter mit überteuerten Tickets Profit machen. Nur ist die FIFA in dieser Rolle tatsächlich der Seriöse? Pro verkauftem Ticket wird eine Bearbeitungsgebühr von 15 Prozent sowohl für den Käufer als auch für den Verkäufer fällig. Bei Tickets im vierstelligen Bereich wandern so teils mehrere hundert Euro pro verkauftem Ticket in die Kassen des Weltverbands. Das teuerste auf der Plattform angebotene Ticket lag zwischenzeitlich bei zwei Millionen Euro. Auch das sorgt dafür, dass die Einnahmen der FIFA steigen. Laut FSE rechnet die FIFA damit, dass der Bereich Ticket & Hospitality dieses Jahr rund 34 Prozent der Einnahmen ausmache, normal seien 21 bis 22 Prozent. „Das zeigt, dass es eine bewusste Strategie war, die Preise in die Höhe zu treiben.“

Jörn Schönberger von der TU Dresden hat sich in der Vergangenheit viel mit Preisentwicklung beschäftigt. „Ob die Preise jetzt zu hoch sind oder nicht, kann ich nicht sagen“, meint er im Gespräch mit unserer Redaktion. „Die FIFA agiert hier nicht anders als ein Unternehmen und wird berechnet haben, zu welchen Preisen sie die Tickets verkaufen kann. Sind die Stadien voll, ist der Plan aufgegangen.“ Schönberger geht davon aus, dass genügend Menschen zu den Spielen ins Stadion gehen werden.

Die Wiederverkaufsgebühr erscheint ihm aus ökonomischer Perspektive konsequent. „Die FIFA weiß, für welche horrenden Summen WM-Tickets gehandelt werden. Da ist es logisch, dass sie das für sich nutzen möchte.“ Es gebe genügend Fans weltweit, die bereit seien, den Preis zu bezahlen. „Der deutsche Standardfan, der seinen Verein in der Bundesliga unterstützt, wird vermutlich nicht zur WM fahren“, sagt Schönberger. „Aber das ist nicht der Markt, den die FIFA adressiert. Die FIFA ist nicht am Standard-Fan, nicht an der breiten Masse interessiert, sondern möchte für diese Events eine maximale Zahlungsbereitschaft der zahlungskräftigen Fans abschöpfen“, sagt Schönberger.

Hinzu kommt: Wer die Spiele vor Ort verfolgen möchte, zahlt ja nicht nur für das Ticket. Schon die Flugkosten allein schlagen vierstellig zu Buche. Das erste WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft findet in Houston, Texas, statt. Ein Lufthansa-Direktflug von München nach Houston am Tag vor dem Spiel kostet 1447 Euro. Nun kann man hier freilich sparen, wenn man ein (oder mehrmals) umsteigt. Fliegt man zum Beispiel erst nach Charlotte, North Carolina, und dann weiter nach Houston, ist man für 754 Euro mit dabei. Alles jeweils nur die Hinflüge. Am billigsten ist derzeit die Route Düsseldorf - Portugal - Kanada - Houston. 518 Euro. 50 Stunden. Mit Rückflug muss man insgesamt konservativ gerechnete 1500 bis 2000 Euro blechen. Ähnliche Preise gelten für die beiden anderen Austragungsorte der DFB-Elf, Toronto und New York.

Eigentlich ein Football-Stadion und Heimat des NFL-Klubs Houston Texans: Hier bestreitet die deutsche Fußballnationalmannschaft ihr erstes WM-Spiel gegen die Karibikinsel Curaçao.

Hier hat die FIFA allerdings wenig Einfluss. Derartige Langstreckenflüge kosten auch abseits von Fußballweltmeisterschaften viel Geld, gerade im Sommer. Tendenziell sind die Preise für Flüge in den USA seit der erneuten Präsidentschaft von Donald Trump laut Branchenkennern sogar leicht gesunken. Anders als in Kanada. Schönberger spürt die Auswirkungen der WM auch am eigenen Leib. „Ich wäre auf einer Konferenz in Toronto während der WM. Aber Flüge und auch die Unterkünfte sind unverschämt teuer, jetzt bleibe ich daheim.“

Kaum weniger ins Gewicht fallen die Unterkunftskosten. Schon kurz nach der Auslosung schnellten die Hotelpreise um mehrere hundert Prozent in die Höhe, und das nicht nur in den USA, sondern auch in den Co-Gastgeberländern Kanada und Mexiko. Hat man es dennoch geschafft, eine bezahlbare Bleibe zu finden, muss man auch noch zum Stadion kommen. Und auch hier wird ordentlich abkassiert. In Boston etwa kostet ein Shuttle zur Arena 81 Euro, mit der Bahn werden bis zu 68 Euro fällig. Und wer mit dem Auto kommt, zahlt 187 Euro für einen Parkplatz. Zur Erinnerung: Bei der EM 2024 in Deutschland gab es für Fans vergünstigte ÖPNV-Angebote (zugegeben inklusive einiger Pannen der Deutschen Bahn). Und auch ansonsten waren die Tickets um einiges erschwinglicher.

150 Dollar, um zum Stadion zu kommen – die absurden Kosten der WM 2026

SoFi Stadium World Cup
Nur noch wenige Wochen trennen uns von der langersehnten Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko. In der 23. Auflage des Turniers nehmen erstmals ganze 48 Nationen an dem Fußballfest teil. © IMAGO/Dylan Stewart
Mexico City Daily Life And Economy
Am 11 Juni eröffnet Gastgeber Mexiko mit dem Spiel gegen Südafrika das Turnier. Ein Millionenpublikum wird vor den heimischen Fernsehgeräten mit ihren Teams mitfiebern, sobald der Ball endlich rollt. © IMAGO/Jakub Porzycki
30.03.2026, Fußball, Länderspiel, Deutschland - Ghana
Doch auch vor Ort werden unzählige Fans das Fußballspektakel hautnah miterleben. Allerdings muss man dafür auch einiges an Geld einplanen. © IMAGO/Maximilian Koch
FIFA World Cup 26 play-offs draws
Schließlich ist die Fußball-Weltmeisterschaft das Aushängeschild der FIFA und soll dem Weltverband wieder einmal ordentliche Summen in die Kassen spülen.  © IMAGO/Mustafa Yalcin
Work At Mexico City International Airport (AICM) In Preparation For The World Cup.
Aber die Kosten beginnen für den gemeinen deutschen Fan weit vor dem eigentlichen Stadionbesuch. Schließlich steht zunächst einmal die lange Reise über den großen Teich an. © IMAGO/Josue Perez
Frankfurt am Main, Hesse, Germany - December 28, 2024: A passport as a symbol of identity and mobility.
Deutsche Staatsbürger benötigen zwar für die vorübergehende Einreise in keines der drei Gastgeberländer ein Visum, dennoch gibt es einige Reiseauflagen. So benötigt man vor dem Flug in die USA eine ESTA-Genehmigung – Kostenpunkt etwa 40 USD (je nach Wechselkurs etwa 34 Euro) – und wer nach Kanada fliegen will braucht ein eTA. Letzteres kostet sieben kanadische Dollar, also etwas mehr als vier Euro. © IMAGO/Michael Bihlmayer
Work At Mexico City International Airport (AICM) In Preparation For The World Cup.
Erstmals so richtig tief ins Geld gehen dann die Flüge selbst. Hin und zurück ist man hier je nach Start- und Zielflughafen schnell bei 700 bis 2.000 Euro für Direktflüge. © IMAGO/Josue Perez
Skyline von Manhattan bei Nacht mit bunten Spiegelungen im Wasser, Blick von Brooklyn, New York, USA
Einmal gelandet, wird es keineswegs günstiger. Hotelpreise reichen von 100 bis 500 Euro für eine Person pro Nacht. © IMAGO/Zoonar.com/Roman Smirnov
Aerial view of Los Angeles cityscape, California, United States Los Angeles, California, USA, 21.12.2023, TTBB_BLD221612
Gefragte Städte wie New York, Los Angeles oder Vancouver liegen natürlich eher im oberen Preisspektrum. © IMAGO/Chris Sattlberger/Blend Images
President Donald Trump Announces 2026 World Cup Draw
Wer nicht wie US-Präsident Donald Trump das Glück hat, ein Ticket für die WM geschenkt zu bekommen, muss sich auch hier auf XXL-Preise gefasst machen. © IMAGO/Pool/ABACA
GER, WM-Qualifikation, Deutschland - Slowakei
Die letzte Verkaufsphase für die WM 2026 startete mit dem 1. April – nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“  © IMAGO/Karina Hessland-Wissel
GER, WM-Qualifikation, Deutschland - Slowakei
Aktuell sind Karten für die deutschen Vorrundenspiele nur noch über den Zweitmarkt verfügbar. © IMAGO/Karina Hessland-Wissel
ÃLbum Epico Temporary Exhibition Opening
Die FIFA wurde aufgrund der Ticketpolitik viel und stark kritisiert, schließlich wurden teilweise astronomische Preise aufgerufen. Grund dafür: Das dynamische Ticketsystem. © IMAGO/Carlos Santiago
Mexico’s President Claudia Sheinbaum Holds World Cup Trophy Tour Press Conference
Das heißt die Kosten für die Karten sind von deren Nachfrage abhängig. So kosten die Finaltickets an die 10.000 Euro, während weniger atraktive Partien „bereits“ für etwa 150 Euro besucht werden können. © IMAGO/Luis Barron
03.03.2026 Fußball Frauen 2025/2026 WM-Qualifikation Europa 1. Spieltag Deutschland - Slowenien Rudolf-Harbig-Stadion Dresden
Auch für die deutschen Gruppenspiele werden auf den Zweitmärkten mittlerweile vierstellige Preise aufgerufen. © IMAGO/Björn Reinhardt
USA, Herren, FIFA Club World Cup 2025, Finale: Chelsea FC - Paris Saint Germain
Doch angenommen man konnte das Kleingeld für einen Stadionbesuch zusammenkratzen, hören die Kosten mit dem Ticket noch lange nicht auf. Schließlich will man sich ja vielleicht auch das ein oder andere Stadionbier genehmigen. © IMAGO/Ulrich Hufnagel
Netherlands v Ecuador - International Friendly
Auch die Bierpreise variieren je nach Stadion stark. Laut einem Bericht der britischen Zeitung „The Sun“ bekommt man das billigste 0,5-Liter-Bier in Guadalajara, für gerade einmal etwas mehr als zwei Euro. Die teuersten Kaltgetränke gibt es in Los Angeles und San Francisco für stattliche zwölf Euro. © IMAGO/Goal Sports Images
Preparations at Azteca Stadium
Doch das Bier in den Rängen kann natürlich nur genießen, wer öffentlich zum Stadion anreist – und auch das kann richtig teuer werden. © IMAGO/Josue Pérez
FIFA warns $150 NJ Transit fares to MetLife Stadium could deter World Cup fans
Eine 30 Minütige Busfahrt aus Manhatten zum Finalstadion in New Jersey kostet satte 150 Dollar (etwa 127 Euro) während der Weltmeisterschaft. Normalerweise kostet der Transport zum MetLife Stadium lediglich 12,90 Dollar. Damit hat sich der Preis mehr als verelffacht. Ermäßigungen für Kinder oder Rentner gibt es nicht. © IMAGO/Lokman Vural Elibol
GER, Deutschland vs. Ghana, Fußball, Testspiel, Spielzeit 2025/2026, 30.03.2026
Von diesen Wucherpreisen in und um New York sind auch die deutschen Fans betroffen, schließlich bestreitet das DFB-Team sein letztes Gruppenspiel gegen Ecuador im MetLife Stadium. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Edward Cheung
Der neue Leuchtturm am Gillette Stadium - Foxborough 08.10.2023: New England Patriots vs. New Orleans Saints
Das Finalstadion ist aber kein Einzelfall. In Boston sollen Hin- und Rückfahrt zum Gillette Stadium per Bus stolze 95 Dollar, also um die 80 Euro, kosten. Mit der Bahn sind es „nur“ 80 Dollar (etwa 68 Euro). © IMAGO/Marc Schueler
WM 2010 in Düsseldorf: Düsseldorf feiert nach Einzug ins Achtelfinale *** NUR FÜR REDAKTIONELLE
Alternativ zu den öffentlichen Anbindungen kann man natürlich auch mit dem Auto zum Stadion fahren – doch auch das kostet so einiges.  © IMAGO / Funke Foto Services
WM Deutschland gegen Ghana *** NUR FÜR REDAKTIONELLE ZWECKE *** EDITORIAL USE ONLY ***Am Mittwoch
Denn auch Mietwägen sind während des Turniers deutlich teurer. Je nach Austragungsort können hier pro Woche durchschnittlich bis zu 600 Euro fällig werden. © IMAGO / Funke Foto Services
Metlife stadium, Photo du Metlife stadium New Jersey
Und obendrauf kommen am Spieltag selbst natürlich auch noch die Parkgebühren. Diese sind vor allem in den USA ohnehin bei Sportevents schon extrem hoch und liegen oftmals bei etwa 100 Euro, doch zur WM kann man teilweise sogar mit dem doppelten Preis rechnen. © IMAGO/Dreamstime
President Donald Trump Announces 2026 World Cup Draw
Bis zum tatsächlichen Turnierstart in ein paar Monaten kann sich natürlich auch noch einiges an den Preisen ändern. Fest steht jedoch, billig wird der Fußball-Spaß keinesfalls. Die FIFA rechnet im Sommer mit Einnahmen um die neun Milliarden Dollar – zu großen Teilen auf Kosten der Fans. © IMAGO/BONNIE CASH

Und selbst bei der WM 2022 in Katar waren die Ticketpreise im Vergleich zu jetzt erschwinglich. Das teuerste Ticket für das Endspiel Frankreich gegen Argentinien kostete damals 1600 Dollar (1360 Euro). Für das Finale in New York am 19. Juli war mit rund 11.000 Dollar (9340 Euro) in der höchsten Kategorie erst das fast Siebenfache verlangt worden. Dann aber hat die FIFA die Preise Anfang Mai noch einmal angepasst. Sie hat sie aber nicht etwa reduziert, sondern noch einmal verdreifacht, sodass nun 32.970 US-Dollar (28.000 Euro) fällig werden. FIFA-Boss Gianni Infantino verteidigte diese Preise. „Wir müssen den Markt betrachten – wir befinden uns in dem Markt, in dem die Unterhaltungsbranche weltweit am weitesten entwickelt ist“, sagte Infantino bei der Milken Institute Global Conference in Beverly Hills. „Deshalb müssen wir Marktpreise anwenden".

Die Prognose der FSE: „Viele Fans werden wegbleiben, weil es einfach zu teuer ist.“ Ob die Spiele am Ende ausverkauft sein werden, könne man noch nicht sagen. Laut Dykes setzen die Gastgeber unter anderem auf in Nordamerika lebende Menschen mit Migrationshintergrund, die ihr Heimatland unterstützen, sowie Fans aus Südamerika. So gebe es etwa einen Andrang von Fans aus Kolumbien. Wie viele europäische Fans angesichts der horrenden Summen den Weg ins Stadion finden, bleibt abzuwarten. (Quellen: Fanorganisation Football Supporters Europe, Jörn Schönberger, FIFA-Website, Milken Institute Global Conference, New York Post, eigene Recherchen)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa | Arno Burgi (Archiv)

Kommentare