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Bestens vorbereitet

Vor Real-Kracher: Nach „Horrorspiel“ will Goretzka „alles gewinnen“

Im Sommer wird Leon Goretzka den FC Bayern nach acht Jahren verlassen. Vor seinen letzten Duellen gegen Real Madrid im Trikot des Rekordmeisters hat er sich viel vorgenommen.

Nationalspieler Leon Goretzka ist in seiner letzten Spielzeit beim FC Bayern davon überzeugt, dass er mit seinen Teamkollegen noch „alles gewinnen“ kann. Dafür muss zunächst im Champions-League-Viertelfinale Real Madrid eliminiert werden. Im Gespräch mit fcbayern.com erzählt der 31-Jährige von seinen eigenen Erfahrungen mit den Königlichen – von Standing Ovations und einem „Horrorspiel“.

Leon Goretzka beim Kopfball im CL-Halbfinal-Hinspiel 2024 gegen Real Madrid (2:2).

Der CL-Sieger von 2020 erklärt, dass sein Verbleib beim FC Bayern – trotz vieler Wechselgerüchte – speziell auch mit solchen Highlights zu tun hatte: „Im Winter habe ich ganz bewusst die Entscheidung getroffen, bis zum Sommer hier zu bleiben. Ich habe das Gefühl, dass in dieser Saison wirklich alles möglich ist“, so Goretzka. Im Pokal steht der FCB im Halbfinale, in der Bundesliga hat man neun Punkte Vorsprung auf Borussia Dortmund, und nun soll gegen Madrid der Einzug ins CL-Halbfinale folgen.

Goretzkas wechselhafte Erfahrungen mit Real Madrid

Trotz seines feststehenden Abschieds fühlt sich der 69-fache Internationale in München immer noch sehr wohl: „Die richtigen Spieler sind am richtigen Ort mit dem richtigen Trainer im richtigen Verein. Ich bin hundertprozentig davon überzeugt, dass wir dieses Jahr alles gewinnen können – obwohl ich weiß, wie schwierig das ist. Aber we will try“.

Seine erste Erfahrung mit Real Madrid in der Königsklasse sammelte er als 20-Jähriger im März 2015 mit dem FC Schalke 04. Nach einer 0:2-Heimniederlage im Achtelfinal-Hinspiel lag beim Rückspiel im Estadio Santiago Bernabéu eine Sensation bis zur letzten Spielminute im Bereich des Möglichen. Die Knappen gewannen die Partie beim Titelverteidiger mit 4:3. Goretzka erinnert sich: „Mit Schalke damals hat uns ein Tor zum Weiterkommen gefehlt, Benedikt Höwedes hatte in der Nachspielzeit noch eine Riesenchance. Das war das Spiel, in dem Leroy Sané zum ersten Mal so richtig in Erscheinung getreten ist. Obwohl es nicht ganz nicht geklappt hat, ist das eine sehr schöne Erinnerung, weil wir am Ende noch Standing Ovations vom Bernabéu bekommen haben.“

Bayerns Real-Generalprobe in Freiburg: Nur einer verdient die Note eins – dafür gibt‘s Fünfer

Manuel Neuer: Wurde lange nicht gefordert und lenkte dann einen strammen Schuss von Leverkusens Tella stark am Tor vorbei (52.). War da, wenn man ihn brauchte. Note: 2
Manuel Neuer: Da war er wieder – und zwar in seinem ersten Spiel als 40-Jähriger. Zwar hätte die erste Unsicherheit des „Oldies“ gegen Höler fast zum 0:1 geführt, dann aber agierte er wieder wie in seinen besten Jahren. Gegen Höler zur Stelle (28.), gegen Lienhart auch (34.), wenngleich auch beide Male der Abseitspfiff ertönte. Beim ersten Gegentreffer machtlos – aber mächtig sauer beim zweiten, vor dem er sich verschätzte und den Ball nicht weit genug klären konnte. Der Kapitän weiß, dass da am Dienstag mehr gehen muss. Note: 4 © IMAGO/Jerry Andre
Josip Stanisic: Hinterlief immer wieder Olise und schaffte so zusätzliche Anspielstationen. Blieb defensiv konzentriert. Note: 3
Josip Stanisic: Als „bester Stani aller Zeiten“ war er in die Länderspielpause geschickt worden. Startete aber nicht unbedingt als bester Stani aller Zeiten in die Partie. Einige Ungenauigkeiten schlichen sich ins Spiel des Rechtsverteidigers, vor dem 1:0 spielte er einen ungenauen Pass auf Karl. Viel Luft nach oben für Dienstag. Note: 4 © IMAGO/STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL
02.08.2025, Fussball Testspiel,  FC Bayern - Olympique Lyon
Minjae Kim: Hatte in der intensiven Freiburger Anfangsphase hinten viel zu tun – und besprach sich mehrfach mit Kompany. War gefühlt überall auf dem Platz unterwegs, wie viele andere Bayern auch. Das Positionsspiel war diesmal flexibel ausgelegt, Kim bekam für seinen Anteil den einen oder anderen Sonderapplaus vom Trainer. Machte nicht alles richtig, aber doch mehr als so mancher Mitspieler. Unglücklich, dass der Ball vor dem 0:2 von ihm abprallte. Note: 4 © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.
Jonathan Tah: Entschied die wichtigen Duelle für sich und hielt Leverkusens Stürmer souverän in Schach. Note: 3
Jonathan Tah: War in der Abwehr der Ruhepol, weil er nicht so weit nach vorne rückte wie der Rest. Und musste trotzdem auch mal dazwischen gehen. Sah daher früh Gelb – und machte früh Platz für Laimer. Note: 4 © IMAGO/Michael Weber IMAGEPOWER
GER, FC Bayern Muenchen vs. Tottenham Hotspur, Fussball, Telekom Cup, Testspiel, Saison 2025/2026, 07.08.2025
Tom Bischof: Erster Bundesliga-Startelf-Einsatz seit Anfang März – und erster Torschuss für die Bayern in Freiburg (6.). Wurde im Laufe der ersten Halbzeit immer aktiver und hatte kurz vor dem Seitenwechsel die Chance aufs 1:0 (43.). Wollte aber wohl erst in der zweiten Halbzeit zuschlagen - und wie! Das 1:2 gelang nach schöner Einzelaktion, der Ausgleich in der Nachspielzeit genauso herrlich aus der Distanz. Der Münchner des Tages. Note: 1 © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Jenni Maul
Joshua Kimmich: Verteilte die Bälle im Mittelfeld und hielt außerdem das Zentrum vor der Abwehr dicht. Note: 2
Joshua Kimmich: Hatte beim DFB-Elf keine Pause bekommen und bekam sie natürlich auch diesmal nicht. Dafür gab es gleich mal mächtig auf die Socken. Kimmich krümmte sich, konnte aber weiter spielen. Wollte diese Partie gerne an sich reißen, es gelang ihm aber diesmal zu lange nicht. Immerhin hinten raus drehte er mehr auf und hob sich etwas ab. Note: 3 © IMAGO/Noah Wedel
VfB Stuttgart - FC Bayern München
Leon Goretzka: Wurde bei der Bus-Ankunft mit lauten „GORETZKAAAAA“-Rufen empfangen. Auf dem Platz aber wurde er teilweise schwindelig gespielt. Konnte offensiv viel zu wenige Akzente setzen und sich vor Freiburgs Führungstreffer nur zur Seite ducken. Frühe Auswechslung. Note: 5 © IMAGO/Noah Wedel
Lennart Karl: Einwechslung in der 68. Minute, feierte somit sein Bundesligadebüt – ohne Bewertung.
Lennart Karl: Das vierte Bundesliga-Spiel hintereinander stand Karl in der Startelf – gleichermaßen stark wie ein Indiz, dass am Dienstag in Madrid wohl eher die Bank warten dürfte. Gab Vollgas, agierte dabei aber nicht immer nur glücklich. Besonders unglücklich, als er sich vor dem 1:0 den Ball abluchsen ließ. Ein Spiel zum Vergessen - bis zur 9. Minute der Nachspielzeit. Da traf er plötzlich zum SIeg - und ließ sich feiern. Note: 2 © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Jenni Maul
CALCIO
Raphaël Guerreiro: Unter Woche war verkündet worden, dass er den FC Bayern im Sommer verlässt – also warum nicht noch ein paar Spielchen spielen? Nominell als Zehner, in Wahrheit überall war Guerreiro zu finden. Mal mit guten Ideen und Pässen (wie auf Gnabry), mal mit unglücklichen (wie einem von ihm geblockten Schuss durch Stanisic). Hintenraus wurde er schwächer und schwächer, daher früher Feierabend. Note: 5 © IMAGO/STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL
Luis Diaz: War zwar offiziell nicht am Führungstor beteiligt und hatte mit einem genialen Moment doch großen Anteil: Diaz ließ die Flanke gedankenschnell durch seine Beine und bewies damit seine Extraklasse. Ansonsten einer der Aktivposten im Angriff, ihm gelang das erlösende 2:0 in der Nachspielzeit. Note: 1
Luis Diaz: Weiter, immer weiter – Michael Olise bekam eine Pause, Luis Diaz nicht. Ohne seinen kongenialen Partner aber fehlte ihm mehrfach Ideen wie Anspielstationen. Wäre dieser herrliche Seitfallzieher kurz vor dem Seitenwechsel reingegangen, wäre er der Held gewesen. Ging er aber nicht. Nach vorne etwas besser, als Olise kam. Und an der Wende beteiligt. Note: 3 © IMAGO/Noah Wedel
Fussball Supercup Saison 2025/2026 VfB Stuttgart - FC Bayern Muenchen
Serge Gnabry: Ein Treffer in Freiburg wäre der 100. seiner Bundesliga-Saison gewesen. In der 10. Minute hatte Atubolu etwas dagegen, als Gnabry frei auf der SC-Keeper zulief. Wurde von Guerreiro immer wieder gesucht, das Glück aber war nicht auf seiner Seite. Versuchte viel, wenig gelang. Sinnbildlich: eine Flanke, die er nach einer guten Stunde einfach ins Aus abgab. Note: 5 © IMAGO/Markus Ulmer
VfB Stuttgart - FC Bayern München
Jonas Urbig: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/Revierfoto
Aleksandar Pavlovic: Schaltete sich häufig nach vorn ein und überzeugte mit Offensivläufen in den gegnerischen Strafraum. Note: 3
Aleksandar Pavlović (ab 56. für Goretzka): Die Hüftprobleme sind auskuriert. Versuchte, die Partie zu beruhigen und mit seiner Körperlichkeit Zeichen zu setzen. Das gelang. Note: 3 © IMAGO/Allstar Picture Library Ltd
Michael Olise: Zog immer wieder in die Mitte und suchte den Abschluss, war dabei aber oft zu eigensinnig. Blieb dadurch ineffektiver als zuletzt. Note: 4
Michael Olise (ab 56. für Guerreiro): Hatte mit seiner ersten Aktion die Chance zum Ausgleich. Belebte die Partie sichtlich. Note: 2 © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
Konrad Laimer: Hatte auf der linken Seite viel Offensivdrang. Defensiv zudem tadellos. Note: 2
Konrad Laimer (ab. 56. für Tah): Brachte den gewohnten Schwung und war am Ende auch am Aufdrehen der Bayern beteiligt. Note: 3 © IMAGO/Ulrik Pedersen/DeFodi Images
Jamal Musiala: Glänzte mit viel Spielfreude im Offensivzentrum, ließ sich immer wieder fallen und dribbelte von dort Löcher in Leverkusens Abwehr. Legte den Ball beim 1:0 präzise zurück, sodass Kane freistehend einschieben konnte. Bester Münchner Angreifer. Note: 1
Jamal Musiala (1b 65. für Gnabry): Ohne Bewertung. © IMAGO/David Klein
Alphonso Davies: Ohne Einsatz im Kader.
Alphonso Davies (ab 87. für Kim): Ohne Bewertung. © IMAGO/JOERAN STEINSIEK
Dayot Upamecano: Ließ zu Beginn die Chance aufs 1:0 liegen, verteidigte dafür fehlerfrei und gewann mit seinen aggressiven Tacklings zahlreiche Bälle. Note: 2
Dayot Upamecano: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/Markus Fischer
Hiroki Ito: Ohne Einsatz im Kader.
Hiroki Ito: Ohne Einsatz im Kader. © DeFodi/Imago
Leon Klanac: Ohne Einsatz im Kader.
Leon Klanac: Nicht im Kader. © IMAGO/Mladen Lackovic
Franz-Beckenbauer-Supercup 2025, VfB Stuttgart - FC Bayern München; 16.08.2025
Sven Ulreich: Nicht im Kader. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Goldberg
Wisdom Mike: Ohne Einsatz im Kader.
Wisdom Mike: Nicht im Kader. © IMAGO/Markus Ulmer
Nicolas Jackson: Ohne Einsatz im Kader.
Nicolas Jackson: Nicht im Kader. © IMAGO/Ulrich Wagner
Harry Kane: Scheiterte in der Anfangsphase noch per Lupfer, markierte dann aber nach 22 Minuten das wichtige 1:0 und schloss trocken ab. Hatte vor und nach der Pause sogar noch Chancen aufs 2:0, die er jedoch ausließ. Darüber hinaus fungierte Kane aber als wichtiger Taktgeber in der Offensive, weil er seine Stürmerrolle gewohnt mitspielend interpretierte. Note: 2
Harry Kane: Nicht im Kader. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Wolfgang Frank

Die letzte Begegnung im legendären Bernabéu im Mai 2024 mit den Bayern blieb Goretzka dagegen als „Horrorspiel“ im Gedächtnis: „Wir hatten unter Thomas Tuchel dann leider dieses Spiel, als wir uns schon im Finale wähnten. Da hat es leider am Ende nicht gereicht.“

Der robuste Mittelfeldspieler saß dabei 90 Minuten auf der Bank, die Münchner hatten nach einem Traumtor von Alphonso Davies bis kurz vor Schluss 1:0 geführt, und träumten von der Neuauflage des Wembley-Finales 2013 gegen den BVB. Ein Auswärtssieg hätte nach dem 2:2 im Hinspiel für den Einzug ins Finale gereicht, doch der eingewechselte Joselu (88. Minute/90.+1) schoss die Bayern in den letzten Minuten aus dem Wettbewerb.

Am Dienstag wollen die Bayern, knapp zwei Jahre nach jenem dramatischen Ausscheiden, endlich wieder einmal im Bernabéu jubeln. Dazu Goretzka: „Wir hatten in letzter Zeit nicht so viele Erfolgserlebnisse gegen Real. Wir würden sehr gerne etwas an der Statistik der letzten Jahre korrigieren.“ Dabei weiß er auch: „Real Madrid hört sich für einen Deutschen immer nach Königsklasse an. Sie sind die Champions in diesem Wettbewerb, und sie waren in den vergangenen zehn, fünfzehn Jahren die prägende Mannschaft.“

Sein Team sieht der scheidende Bayern-Star aber auf alle Fälle auf Augenhöhe: „Es sind zwei Giganten im europäischen Fußball, die da aufeinandertreffen.“ Und wie jeder, der es mit den Königlichen schon einmal zu tun bekommen hat, warnt er: „Das ist eine Weltklasse-Mannschaft mit herausragenden individuellen Qualitäten auf dem Platz. Sie hatten sehr, sehr gute – aber auch schlechte Momente in dieser Saison. Man weiß aktuell nie so richtig, was bei ihnen am Ende herauskommt. Erfahrungsgemäß kommt bei ihnen in der Champions League eigentlich immer etwas Gutes raus.“ Das Selbstvertrauen an der Säbener Straße ist dennoch groß: „Aber darauf werden wir vorbereitet sein.“

Rubriklistenbild: © IMAGO/Laci Perenyi

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