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Löst der „Glücksfall“ eine Ikone ab?
Kompany: Mit maximalem Vertrauen Rekordtrainer beim FC Bayern?
Der FC Bayern verlängert den Vertrag mit Cheftrainer Vincent Kompany um zwei Jahre bis 2029. Warum das ein richtiges Signal ist.
München - Der 39-jährige Belgier Vincent Kompany war auf der Suche des FC Bayern nach dem Nachfolger von Thomas Tuchel zwar in der Abfolge nicht die erste Wahl – dies waren wohl Xabi Alonso, Ralf Rangnick und Julian Nagelsmann. Wie sich aber nun immer mehr herauskristallisiert, ist seine Verpflichtung für den den deutschen Rekordmeister die beste Lösung.
Max Eberl & Co. scheinen den „perfekten Bayerntrainer“ gefunden zu haben, obwohl zu Beginn seiner Tätigkeit die Skepsis bei einigen Experten und vielen Fans gewaltig war. Eine gewisse Geringschätzung seiner FCB-Tätigkeit begleitete Kompany sogar noch in die laufende Spielzeit hinein, obwohl er eine unter seinem Vorgänger verunsicherte Truppe zu einer äußerst souveränen Deutschen Meisterschaft geführt hatte: „Lehrling“, „Traineranfänger“.
Vincent Kompany: Wird er vom „Glücksfall“ zum Rekordtrainer des FC Bayern?
Und was passiert? Wie bei seiner Verpflichtung wird auch dieser Schritt reflexartig von vielen Seiten als „völlig verfrüht“, als „Vabanque-Spiel“ abqualifiziert. Dabei zeigt diese Maßnahme der Bayernbosse eigentlich nur eines: Man hat riesiges Vertrauen in den empathischen Belgier, der die gesamte Säbener Straße und die riesige Mehrheit der FCB-Anhänger auf mannigfaltige Weise verzaubert hat.
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Kompany hat von Beginn an frischen Wind und neue Impulse nach München gebracht. Er überzeugt nicht nur mit seiner herausragenden Fachkompetenz, sondern insbesondere mit seiner Fähigkeit, seine Mannschaften zu echten Einheiten zu formen. So schwärmt FCB-Präsident Herbert Hainer von Kompany: „Er macht eine unheimlich gute Arbeit. Wir spielen sehr attraktiven Fußball, schießen viele Tore. Die Mannschaft hat Spaß, das sieht man auf dem Platz – aber auch nach den Spielen. Es gibt ein unglaubliches Zusammengehörigkeitsgefühl. Dafür ist der Trainer verantwortlich, der das hervorragend macht – sowohl aus sportlicher als auch aus menschlicher Sicht“.
Sportvorstand Max Eberl, der bei der Bekanntgabe von Kompanys Verpflichtung im Mai 2024 teilweise verspottet worden war, bezeichnete diesen schon mehrfach als einen „Glücksgriff für den FC Bayern“. Der Belgier habe „eine fantastische Entwicklung mit der Mannschaft und dem Verein genommen. Erfolge stellen sich nicht automatisch ein, es ist harte Arbeit. Das hat er in der vergangenen Saison begonnen und setzt es nahtlos fort. Er hat einen sehr großen Anteil an unserem Erfolg. Das Miteinander, diese Energie, diese Lust, gewinnen zu wollen – das hat der Trainer den Spielern verinnerlicht. Das sieht sehr gut aus. Diese Welle wollen wir weiterreiten“, so Eberl im Brustton der Überzeugung.
Auch Nagelsmann wurde mit einem Fünf-Jahres-Vertrag ausgestattet
Nachdem Pep Guardiola sein Intermezzo in München 2016 nach nur drei Jahren freiwillig beendet hatte, reichten sich zahlreiche sehr renommierte Trainerkollegen die Türklinke. Selbst der legendäre Sextupel-Coach Hansi Flick verließ die Säbener Straße bereits nach anderthalb Jahren. Auch der heutige Bundestrainer Nagelsmann war 2021 mit einem Fünf-Jahres-Kontrakt ausgestattet worden, um dann auf unwürdige Weise von den damaligen FCB-Vorständen Oliver Kahn und Hasan Salihamidžić im März 2023 vorschnell entlassen zu werden.
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Aufgrund der ihm zustehenden üppigen Abfindung wurde folgend vor allem die Langfristigkeit des Vertrags kritisiert. Dies passiert nun auch im Fall von Kompany. Dabei sollte man eher davon ausgehen, dass die Bosse an der Säbener Straße vom Nagelsmann-Debakel gelernt haben: Man hält zusammen in guten und in schlechten Zeiten. Krisen sind nicht nur im Profifußball eine normale Begleiterscheinung.
Bereits in seiner ersten Saison beim Rekordmeister hat Kompany auf einer Pressekonferenz einmal im Spaß sinngemäß vom Szenario „wenn er in zehn Jahren noch Bayerntrainer ist…“ gesprochen – möglicherweise hat er dies doch eher ziemlich ernst gemeint. Auf alle Fälle ist ihm absolut zuzutrauen, dass er den Vereinsrekord des FC Bayern in dessen nun fast 126-jährigen Geschichte bricht und dabei mit Ottmar Hitzfeld eine Klub-Ikone ablöst. Dieser hatte den FCB von 1998 bis 2004 in sechs aufeinanderfolgenden Spielzeiten betreut. Nie zuvor und danach saß ein Coach länger durchgehend auf der manchmal so harten Trainerbank der Münchner.