Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Neuer Mittelfeld-Chef

Die Bayern-Erkenntnisse aus dem Frankfurt-Spiel

Lange Zeit dominant und souverän gerät der Bayern-Sieg gegen Eintracht Frankfurt am Ende sogar in Gefahr. Die Erkenntnisse aus der Partie könnten für den Clásico jedoch hilfreich sein.

Bereits zur Halbzeit hätte der FC Bayern das Bundesliga-Heimspiel gegen den Tabellen-Siebten Eintracht Frankfurt eigentlich bereits entschieden haben müssen. Die Dominanz war eklatant, die 2:0-Pausenführung spiegelte das Geschehen auf dem durch Dauerregen klatschnassen Rasen nur unzureichend wider. Als Harry Kane in der 68. Minute mit seinem zweiten Treffer das 3:0 erzielte, schien die Partie dennoch entschieden – ein Trugschluss, patzten die Bayern doch zweimal kräftig und brachten die Eintracht selbst wieder ins Spiel zurück.

Riesenjubel bei Aleksandar Pavlovic nach seinem Treffer zum 1:0.

Spielt man in Bundesliga, Pokal oder international gegen Top-Gegner, sollte man bis zum Schlusspfiff konzentriert bleiben, wenn man nicht schon haushoch in Führung liegt. Ein 3:0 scheint dafür noch kein ausreichendes Ergebnis zu sein. Schien gegen Frankfurt der eine Viertelstunde vor Ablauf der regulären Spielzeit von Kane verursachte Elfmeter noch unter die Rubrik „unglücklich gelaufen“ gefallen zu sein, war das 2:3 der Eintracht durch Arnaud Kalimuendo (86.) nur durch gröbste Fahrlässigkeiten der Bayern möglich.

Konzentration bis zum Spielende

Bei beiden Gegentoren war der Rekordmeister in Ballbesitz. Vor dem zweiten verblüffte FCB-Keeper Jonas Urbig zunächst mit ebenso riskanten wie gekonnten Dribbeleinlagen à la Manuel Neuer. Dann kam Joshua Kimmich auf der rechten Außenbahn an den Ball, rutschte auf dem nassen Geläuf aus. Anstelle nun endgültig die Situation mit einem weiten Ball zu klären, kam der 31-Jährige jedoch auf die wenig glorreiche Idee, den Ball – an Urbig vorbei(!) – Richtung eigenes Tor zu spielen. Dort war Minjae Kim nicht gedankenschnell genug, um die Situation zu klären. So konnte Frankfurt aus null Torchancen zwei Treffer erzielen.

Vor eineinhalb Wochen haben es die Bayern selbst im Pokal-Viertelfinale gegen RB Leipzig in einer insgesamt wesentlich engeren Partie viel besser gemacht. Mit der 2:0-Führung nach einer Stunde Spielzeit wurde das Spiel souverän und konzentriert zu Ende gebracht. Die Roten Bullen waren nach dem 2-Tore-Rückstand im wahrsten Sinne des Wortes chancenlos. Diese Herangehensweise ist auch in einer Woche beim deutschen Klassiker in Dortmund absolut notwendig. Die Borussen überzeugen regelmäßig wenig, sind aber bis zum Schlusspfiff brandgefährlich, so auch beim 2:2 in Leipzig.

Pavlović - der aktuelle Boss im FCB-Mittelfeld

Seit einigen Jahren ist Joshua Kimmich im Mittelfeld des deutschen Rekordmeisters gesetzt. Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft war lange Zeit die Schaltzentrale im Münchner Mittelfeld, nach seiner Verletzungspause vor Weihnachten ist er aber noch nicht wieder so richtig in Fahrt gekommen. In Bremen zeigte er bereits eine ungewohnt fehlerhafte Leistung, die sich mit seinem Lapsus gegen Frankfurt fortsetzte.

Sein junger Teamkollege Aleksandar Pavlović blühte dagegen zuletzt immer mehr auf. Im Heimspiel gegen Union Saint-Gilloise brachte der 21-Jährige beispielsweise 150 Zuspiele an den Mitspieler, was seit der detaillierten Datenerfassung (2002/03) noch keinem anderen Spieler des FC Bayern in einem Königsklassen-Spiel gelang: Überraschenderweise keinem Kimmich, aber auch keinem Bastian Schweinsteiger, Xabi Alonso oder Thiago.

Zudem trifft Pavlović in dieser Spielzeit endlich die Tor. Standen bis zu dieser Saison insgesamt lediglich drei Bundesliga-Treffer auf seinem Konto, hat er mit dem 1:0-Führungstor gegen Frankfurt diesen Wert bereits nach 23 Spieltagen erreicht. Tendenz steigend: Es ist schon seit zweiter Rückrunden-Treffer (zuvor in Leipzig).

Musiala kommt langsam richtig in Fahrt

FCB-Supertechniker Jamal Musiala fiel nach seiner schweren Unterschenkelverletzung, die er bei der Klub-WM gegen Paris Saint-Germain erlitten hatte, über ein halbes Jahr aus. Beim Rekordmeister war man sich immer einig, dass der 22-Jährige behutsam aufgebaut werden soll, um in der entscheidenden Saisonphase in Topform zu sein. Der Plan könnte aufgehen.

Gegen Frankfurt stand Musiala zum ersten Mal seit fast elf Monaten wieder in der Startelf bei einem Bundesliga-Spiel – in der Endphase der Spielzeit 2024/25 war er mit einem Muskelbündelriss ausgefallen. Und der Edeltechniker kommt immer mehr in Schwung: Sein fantastischer Drehschuss in der ersten Halbzeit, der nur hauchzart am zweiten Pfosten vorbeistrich, hätte ein Tor verdient gehabt.

Der Nationalspieler nähert sich langsam seiner Bestform. Seine Leistung schätzte er nach der Partie – in der 78. Minute wurde er für Serge Gnabry ausgewechselt – mit „ich fühle mich gut, bin zufrieden mit dem Spiel heute. Ich brauche noch ein paar Spiele, um reinzukommen“ ein.

Problem-Position Außenverteidiger

Das Verletzungspech des FC Bayern auf den beiden Außenverteidiger-Positionen begleitet ihn wahrscheinlich bis zum Saisonende. Keiner der gelernten defensiven Außenbahnspieler wurde davon in dieser Spielzeit verschont. Und die Misere geht weiter.

Nach der neunmonatigen Pause wegen seines im März 2025 bei der kanadischen Nationalmannschaft erlittenen Kreuzbandrisses kämpfte sich Alphonso Davies mühsam Richtung alte Form zurück. Schrittweise gelang dies zuletzt. Nun stoppt ihn schon wieder eine Verletzung: Sichtbar geknickt musste der 25-Jährige in der 50. Minute den Platz verlassen. Diagnose Muskelfaserriss im hinteren Oberschenkel, sicherer Ausfall für das BVB-Spiel. Es bleibt zumindest die Hoffnung, dass er für die ganz heiße Phase wieder fit wird.

Schon vor der Frankfurt-Partie musste auch Konrad Laimer erneut passen. Laut Vereinsangaben eine „Vorsichtsmaßnahme“, im Klassiker soll er wieder zur Verfügung stehen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Mladen Lackovic

Kommentare