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Distanz zum Ex-„Herzensverein“
Elfmeter-Diskussionen nach Pokalsieg des FC Bayern: Schweinsteiger verärgert die Fans
Beim 2:0-Sieg des FC Bayern gegen RB Leipzig gab es große Aufreger. Klub-Ikone Bastian Schweinsteiger wird für seine Sichtweise scharf von den Fans kritisiert.
Obwohl RB-Trainer Ole Werner dem FC Bayernnach dem Pokalfight in der Allianz Arena einen verdienten Sieg attestierte – 3,10 zu 0,55 X-Goals bestätigen die Einschätzung sehr deutlich, reduzierte er das Geschehen auf dem Rasen doch ziemlich eindeutig auf eine umstrittene Szene in der 27. Spielminute. Seine Bewertung des gesamten Schiedsrichter-Teams war infolgedessen „einfach schlecht“.
Was war passiert: Leipzig-Angreifer Antonio Nusa kam an der Münchner Strafraumkante im Duell mit Josip Stanišić zu Fall, Schiedsrichter Daniel Siebert ließ weiterlaufen, der VAR überprüfte im Anschluss zwar die Szene, bestätigte aber die Entscheidung des Hauptschiedsrichters. Knackpunkt bei der Prüfung war der „Tatort“. Dieser wurde von der SR-Crew als außerhalb des Strafraums erachtet. Die bei der Aktion „unnatürlich hohe Flugkurve“ des 20-jährigen Norwegers hätte bei Sieberts ursprünglicher Entscheidung wohl auch eine Schwalbe zum Erzwingen eines Elfmeters vermuten lassen können.
Scharfe Schiedsrichter-Kritik von Ex-Kollegen
Ex-SR Manuel Gräfe sah – wie gewohnt per X-Post – die Situation jedoch ganz anders: „Klarer Elfer für RBL! Klares Beinstellen darf Ref auch selbst sehen, aber innerhalb der VAR! #Varwas ?! Linker Fuß steht schon an der Linie & der Kontakt ist definitiv auf fast Kniehöhe und damit mindestens 20-30 cm weiter & über der Strafraumlinie, die zum Strafraum gehört. (…) Hier gibt es sogar durch Hochziehen noch zweiten Kontakt im Strafraum.“
Der 52-jährige Ex-BL-Schiedsrichter zählt mittlerweile zu den größten Kritikern seiner jüngeren Kollegen und spart dabei auch selten mit Polemik und zweifelhaften „Hilfsmitteln“. In diesem Fall postete er einige selbst zusammengestellte Einstellungen der Szene aus wenig aussagekräftigen Perspektiven. Es ist anzunehmen, dass dem „Kölner Keller“ für die Einschätzung der Szene wesentlich besseres Bildmaterial als Gräfe vorlag.
Bayern belohnen sich gegen zähe Leipziger: Viermal Note 2 für FCB-Stars
Allerdings endete der X-Beitrag des früheren UEFA-Schiedsrichters mit einem interessanten Hinweis auf eine weitere umstrittene Szene des Spiels, die in der Nachbetrachtung, vor allem in der von Ole Werner überhaupt keine Beachtung fand: „Kontakt Raum gegen Olise im Gesicht aber auch grenzwertig…“
Wenige Minuten vor der Szene am / im Bayern-Strafraum hatte es nämlich im RB-Sechzehner eine Aktion gegeben, die noch wesentlich mehr nach Elfmeter roch als die zwischen Stanišić und Nusa. Der Leipziger Kapitän David Raum rammte dabei im Zweikampf Michael Olise den Ellbogen ins Gesicht. Warum es in dieser Szene keinen Foulelfmeter gab, sich der VAR offenbar nicht einschaltete, verstanden wiederum sehr viele Anhänger des Rekordmeisters nicht. Die unnatürliche Armhaltung des Leipzigers hätte durchaus auch eine Diskussion über die Farbe der Karte nach sich ziehen können.
Unverständnis der FCB-Anhänger für Vereins-Ikone
Dass Werner die Spielszene völlig ignorierte und Gräfe sich lieber auf die „Klick-trächtigere“ Aktion auf der anderen Seite konzentrierte, ist aus unterschiedlichen Gründen nachvollziehbar. Weniger Verständnis bringen die FCB-Fans in diesem Kontext jedoch für die kommentierende Klub-Ikone Bastian Schweinsteiger auf.
Der Triple-Sieger von 2013 folgte auf der einen Seite der Gräfe-Meinung, ignorierte auf der anderen Seite aber den Raum-Ellbogen gegen Olise: „Schweinsteiger findet, dass Stanišić ein Foul an Nusa im 1. Durchgang beging – und warum schweigt er zur Szene Raum gegen Olise?“ – so ein noch gemäßigter Social-Media-Kommentar eines verärgerten Anhängers des Rekordmeisters.
Mit seiner teilweise sehr distanzierten Herangehensweise zu seinem Ex-Verein, auffällig das nüchterne „Bayern München“, verliert der frühere „Fußball-Gott“ in zunehmenden Maße die Herzen seiner ehemals glühenden Fans in München. Im Gegensatz zu seinem langjährigen Weggefährten Thomas Müller strebt Schweinsteiger wohl auch keine Tätigkeit an der Säbener Straße an.