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Schiedsrichter-Frust

Kommentar zum Bayern-Aus: Warum Skandal-Schiedsrichter Pinheiro gesperrt werden muss

Zum dritten Mal in Folge scheiterte der FC Bayern in der Königsklasse auch wegen desaströser Schiri‑Fehlentscheidungen. Gegen PSG war es aber eine neue Dimension.

In der Champions League ist der FC Bayern seit vielen Jahren leidgeprüft: Das Scheitern des Rekordmeisters wurde häufig von fragwürdigen Schiedsrichterleistungen und -entscheidungen begleitet. Nach dem aktuellen Ausscheiden gegen den Titelverteidiger Paris Saint-Germain ist dies nun zum dritten Mal in Serie der Fall – das Handeln des Portugiesen João Pinheiro bringt nun das Fass zum Überlaufen und muss Konsequenzen haben.

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Bereits in den letzten beiden CL-Spielzeiten sorgten SR-Entscheidungen, die unmittelbar zum Aus des Rekordmeisters führten, für Kopfschütteln. 2024 pfiff im Halbfinalrückspiel in Madrid ausgerechnet der damals amtierende Weltschiedsrichter Szymon Marciniak fast schon anfängerhaft den späten Ausgleichstreffer von Matthijs de Ligt wegen einer möglichen Abseitsstellung bei der Erzielung ab.

Portugiese Pinheiro mit skandalöser Spielleitung im CL-Halbfinale

Seit Einführung des VAR werden solche knappen Situationen nicht mehr unmittelbar abgepfiffen. Der Pole folgte dabei seinem Assistenten, den Bayern wurde die Verlängerung gestohlen. Dass Marciniak bei der anschließenden EM von der UEFA zu Recht degradiert wurde, war nur ein schwacher Trost für die Münchner.

2025 bestätigten Slavko Vinčić und der VAR im Viertelfinalrückspiel bei Inter Mailand den irregulären 1:1-Ausgleichstreffer von Lautaro Martínez, obwohl der unmittelbar vor der Erzielung klar die Hand zu Hilfe nahm. Dabei galt der Slowene hinsichtlich der Bayern als vorbelastet: Im Viertelfinale 2022 gegen den FC Villarreal hatte er sich beim Rückspiel in München zwar keine gravierende Fehlentscheidung geleistet.

Von „Glatze gnadenlos“ bis „Imperator“: Das sind die bekanntesten Fußball-Schiedsrichter der Welt

Pierluigi Collina bei der Europameisterschaft 2004 beim Halbfinale Griechenland gegen Tschechien im Einsatz.
Pierluigi Collina: Der Italiener ist wohl einer der berühmtesten Schiedsrichter überhaupt. Collina beendete 2005 nach 28 Dienstjahren seine Karriere als Referee, in der er unter anderem das Champions-League-Finale 1999 zwischen Bayern und Manchester United sowie das WM-Finale 2002 zwischen Brasilien und Deutschland gepfiffen hatte. Auf und neben dem Rasen soll er auch „Glatze gnadenlos“ genannt worden sein. © Ulmer / IMAGO
Viktor Kassai bei einem Freundschaftsspiel zwischen Belgien und Portugal.
Viktor Kassai: Der Ungar pfiff unter anderem das Champions-League-Finale 2011 zwischen dem FC Barcelona und Manchester United. Zudem leitete er zahlreiche Spiele bei WM- und EM-Turnieren. Kassai wurde 2011 zum Welt-Schiedsrichter gewählt. ©  ANP / IMAGO
Howard Webb 2014 bei einem Einsatz in der Premier League im Spiel zwischen Crystal Palace und Manchester City.
Howard Webb: Der ehemalige Star-Schiedsrichter war 25 Jahre als Unparteiischer tätig. 2010 und 2013 wurde er Weltschiedsrichter und pfiff unter anderem das Champions-League-Finale 2009 sowie das WM-Finale 2010. © Shutterstock / IMAGO
Deniz Aytekin beim Bundesliga-Duell zwischen Bayer 04 Leverkusen und Borussia Dortmund.
Deniz Aytekin: Der gebürtige Nürnberger zählt zu den bekanntesten Unparteiischen Deutschlands. Aytekin wurde bereits dreimal DFB-Schiedsrichter des Jahres. 2017 leitete er zum Beispiel das DFB-Pokalfinale zwischen Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt. © Maximilian Koch/IMAGO
Björn Kuipers 2021 beim Finale der Europameisterschaft zwischen Italien und England.
Björn Kuipers: Der Niederländer leitete unter anderem das EM-Finale 2021 zwischen Italien und England sowie das Champions-League-Endspiel 2014 zwischen Real Madrid und Atlético Madrid. © Gribaudi/ImagePhoto / IMAGO
Knut Kircher beim Bundesliga-Spiel zwischen Bayer 04 Leverkusen und dem FC Bayern München.
Knut Kircher: Der gebürtige Tübinger pfiff beispielsweise 2008 das Finale zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München. 2012 wurde er zudem zum DFB-Schiedsrichter des Jahres gewählt. © Eibner / IMAGO
Cüneyt Cakir beim Playoff-Duell zur Europa League zwischen RB Leipzig und Real Sociedad.
Cüneyt Cakir: Der türkische Schiedsrichter leitete unter anderem das Champions-League-Finale 2015 zwischen Juventus Turin und dem FC Barcelona und 2012 das Endspiel der Klub-WM in Japan zwischen Corinthians São Paulo und dem FC Chelsea. © Picture Point LE / IMAGO
Dr. Markus Merk beim Freundschaftsspiel zwischen England und Brasilien.
Markus Merk: Der in Kaiserslautern geborene Markus Merk ist dreifacher Welt-Schiedsrichter und siebenfacher DFB-Schiedsrichter des Jahres. 2003 pfiff er das Finale der Königsklasse zwischen Juventus Turin und AC Mailand sowie 2004 das EM-Finale zwischen Portugal und Griechenland. © Allstar/IMAGO
Nicola Rizzoli beim Champions-League-Viertelfinale zwischen Bayern München und Real Madrid.
Nicola Rizzoli: Der Italiener wurde in seinem Heimatland siebenmal zum Schiedsrichter des Jahres gekürt. Unter anderem pfiff er das WM-Finale 2014 zwischen Deutschland und Italien. © Bernd Müller / IMAGO
Felix Zwayer pfeift das Europa-League-Finale zwischen Tottenham und Manchester United.
Felix Zwayer: In Deutschland gilt der DFB- und FIFA-Schiedsrichter zu den Besten seiner Zunft. Neben zahlreichen Bundesliga-Einsätzen pfiff er unter anderem im Jahr 2024 das Halbfinale der Europameisterschaft zwischen der Niederlande und England. Dennoch haftet Zwayer ein Makel an: Das DFB-Sportgericht sperrte Zwayer einst für sechs Monate, weil er die Spielmanipulation des früheren Schiedsrichters Robert Hoyzer aus dem Jahr 2005 erst verspätet anzeigte. © Gonzales Photo/Frederikke Jensen/IMAGO
Herbert Fandel beim Viertelfinale der Europameisterschaft zwischen Spanien und Italien.
Herbert Fandel: Der gebürtige Bitburger zählt ebenfalls zu den renommiertesten Schiedsrichtern, die in und außerhalb von Deutschland je gepfiffen haben. 2004 und 2006 leitete er unter anderem jeweils das DFB-Pokalfinale sowie 2007 das Champions-League-Endspiel. © Bernd König / IMAGO
Urs Meier beim Viertelfinale der Europameisterschaft zwischen Portugal und England im Einsatz.
Urs Meier: Der Schweizer leitete unter anderem das WM-Halbfinale 2002 zwischen Südkorea und Deutschland sowie im selben Jahr das Champions-League-Endspiel zwischen Real Madrid und Bayer Leverkusen. © PICS UNITED/IMAGO
Marco Antonio Rodríguez Moreno beim WM-Halbfinale 2014 zwischen Brasilien und Deutschland.
Marco Antonio Rodríguez Moreno: Der Mexikaner pfiff unter anderem das WM-Halbfinale 2014 zwischen Brasilien und Deutschland (1:7) und trug aufgrund seiner Frisur den Spitznamen Chiquidrácula (Deutsch: Klein-Dracula).  © PICS UNITED/BOB VAN DEN CRUIJSEM/IMAGO
Felix Brych beim Bundesliga-Spiel zwischen dem FC Augsburg und Union Berlin am 34. Spieltag.
Felix Brych: Der 49-Jährige beendete seine Karriere nach der Saison 2024/25 mit dem Bundesliga-Spiel zwischen Augsburg und Union Berlin. Brych leitete 359 Bundesliga-Spiele, pfiff bei WM- und EM-Turnieren und war obendrein zweimal Welt-Schiedsrichter. Mit 359 Einsätzen ist Brych Bundesliga-Rekordschiedsrichter (Stand 2. Juli, 2025). © Klaus Rainer Krieger/IMAGO
Ex-Schiedsrichter Thomas Metzen bei einem Spiel in der 2. Bundesliga zwischen Mainz 05 und dem FC St. Pauli.
Thomas Metzen: Der Deutsche wurde durch sein Doppel-Gelb 2008 berühmt. „Das war ein Fehler von mir, ich habe mich dazu hinreißen lassen“, sagte Metzen anschließend. © Alfred Harder/IMAGO
Michael Oliver beim Achtelfinale der FIFA Klub-WM zwischen Flamengo und Bayern.
Michael Oliver: Der Engländer gilt als einer der besten Schiedsrichter Europas. Seit 2012 ist er zudem FIFA-Schiedsrichter. Bei der FIFA Klub-WM pfiff Oliver unter anderem die Bayern im Achtelfinale gegen Flamengo. © Allstar Picture Library Ltd/IMAGO
Daniele Orsato beim EM-Viertelfinale 2024 zwischen England und der Schweiz in Düsseldorf.
Daniele Orsato: Der Italiener pfiff neben zahlreichen Serie-A-Spielen unter anderem das Finale der UEFA Champions League 2020 zwischen dem FC Bayern München und Paris Saint-Germain. Nach dem EM-Viertelfinale 2024 zwischen England und Schweiz beendete Orsato seine Karriere. © Pro Shots/IMAGO
Schiedsrichter Wolfgang Stark beim Bundesliga-Spiel zwischen Hannover 96 und dem VfB Stuttgart im Einsatz.
Wolfgang Stark: Neben hunderten Einsätzen in der 1. und 2. Bundesliga pfiff der Bayer zum Beispiel auch das Europa-League-Finale 2012 zwischen Atlético Madrid und Athletic Bilbao. Während seiner aktiven Zeit soll er nach SZ-Informationen von Spielern wegen seines harten Auftretens „Imperator“ getauft worden sein. © SIPPEL / Eibner-Pressefoto
Clément Turpin beim Achtelfinale der Europa League zwischen Athletic Bilbao und AS Rom.
Clément Turpin: Der Franzose leitete unter anderem das Finale der UEFA Champions League 2021/2022 zwischen Real Madrid und dem FC Liverpool sowie das EM-Eröffnungsspiel 2024 zwischen Deutschland und Schottland. © Ricardo Larreina/IMAGO
Antonio Miguel Mateu Lahoz beim WM-Viertelfinale 2022 zwischen den Niederlanden und Argentinien.
Antonio Miguel Mateu Lahoz: Der Spanier pfiff unter anderem das Champions-League-Finale 2021 zwischen Manchester City und dem FC Chelsea sowie das WM-Viertelfinale 2022 zwischen den Niederlanden und Argentinien, in dem er 15 Mal die Gelbe Karte zückte (Rekord). 2023 beendete Lahoz seine aktive Karriere. © Frank Hoermann/SVEN SIMON/IMAGO
Manuel Gräfe bei einem Bundesligaspiel in Düsseldorf gegen Ingolstadt.
Manuel Gräfe: Der in West-Berlin geborene Gräfe ist einer der bekanntesten deutschen Unparteiischen. 2013 pfiff er das DFB-Pokalfinale zwischen Bayern und Stuttgart. Zuletzt war er unter anderem als Schiedsrichter-Experte für das ZDF bei der EM 2024 im Einsatz. Gräfe verklagte den DFB, weil er seine Bundesligakarriere mit 47 Jahren nach 289 Einsätzen wegen der vom Verband festgelegten Altersbeschränkung beenden musste. Das Landgericht Frankfurt gab Gräfe Recht: Wegen festgestellter Altersdiskriminierung wurden ihm 48.500 Euro Entschädigung zugesprochen. © Michael Kolvenbach / IMAGO
Damir Skomina beim Champions-League-Finale 2019 zwischen den Tottenham Hotspur und dem FC Liverpool.
Damir Skomina: Zwei seiner Karriere-Höhepunkte erlebte der Slowene 2017 bei der Leitung des Europa-League-Finals zwischen Ajax Amsterdam und Manchester United sowie 2019 mit dem Champions-League-Endspiel zwischen den Tottenham Hotspur und dem FC Liverpool.  © BPI/Shutterstock/IMAGO
Kim Milton Nielsen 2005 beim Champions-League-Qualifikationsduell zwischen Werder Bremen und dem FC Basel.
Kim Milton Nielsen: Der Däne zählte zu den weltbesten FIFA-Schiedsrichtern. Die EM 1996 war Nielsens erstes großes Turnier. Bis zur EM 2004 verpasste er kein einziges UEFA- und FIFA-Turnier. 2005 folgte sein Karriereende. © Garcia / IMAGO
Pedro Proença beim Gruppenphasen-Duell 2014 zwischen Ajax Amsterdam und dem FC Barcelona.
Pedro Proença: Der Portugiese war der erste Schiedsrichter, der 2012 im selben Jahr sowohl das Finale der Königsklasse zwischen Spanien und Italien als auch der Europameisterschaft zwischen dem FC Bayern und FC Chelsea leitete. © Pro Shots / Stanley Gontha / IMAGO
Patrick Ittrich beim Bundesliga-Spiel zwischen dem VfL Bochum und 1. FC Heidenheim.
Patrick Ittrich: Neben etlichen Bundesliga-Spielen, Partien in der Qualifikation zur Champions League sowie in der Europa League ist Ittrich zweimal als Lebensretter bekannt geworden. 2011 leistete er gemeinsam mit den Assistenten Holger Hentschel und Frank Willenborg Erste Hilfe, als sich Hauptschiedsrichter Babak Rafati vor dem Bundesliga-Spiel zwischen Köln und Mainz das Leben nehmen wollte. 2024 rettete er Josuha Guilavogui beim Spiel Bayern gegen Mainz, in dem der Franzose seine Zunge verschluckte. Ittrich zog diese heraus und brachte Guilavogui in die stabile Seitenlage. © Malte Ossowski/Sven Simon/IMAGO

Allerdings hatte er den Spaniern, die mit einem 1:0-Vorsprung in die Partie gegangen waren, von der ersten Minute an jede einzelne Spielverzögerung durchgehen lassen und keine davon mit erhöhter Nachspielzeit sanktioniert. Die Bayern verkrampften, verzweifelten – das 1:1 zählt zu den schwächsten Europapokalspielen der Münchner Geschichte.

Pinheiros Spielleitung beim absoluten CL-Kracher zwischen den Bayern und PSG setzt dem Ganzen nun aber die Krone auf. Schon seine Ansetzung durch die UEFA erzeugte beim FC Bayern wegen seiner relativen Unerfahrenheit Unverständnis. Diese muss jedoch nicht zwangsläufig zu einer schwachen und schon gar nicht zu einer wenig unparteiischen Leistung führen. Zu Diskussionen führte aber auch schon vor der Partie die Ansetzung eines größtenteils portugiesischen SR-Teams bei einem Match, in welchem eine Mannschaft zahlreiche portugiesische Nationalspieler einsetzt.

Höchst auffallend war dann im Spiel, dass alle strittigen, spielentscheidenden Szenen mit Beteiligung von portugiesischen Spielern stattfanden und Pinheiro alle zu deren Gunsten auslegte. Noch auffälliger und für den FCB ärgerlicher war, auf welche Weise er dies tat. Erst pfiff der Portugiese Harry Kane in abseitsverdächtiger Position zurück und überstimmte dabei den natürlich wesentlich besser positionierten Linienrichter – eine äußerst ungewöhnliche Vorgehensweise im Profi-Fußball (23.). Bitter für die Bayern: Nuno Mendes könnte das Abseits knapp aufgehoben haben. Pinheiros Handeln wirkte fast so, als wollte er einen möglichen Münchner Treffer schon in der Entstehung verhindern. Wohlgemerkt als „Unparteiischer“ und nicht als PSG-Verteidiger.

Vierter Offizieller ausschlaggebend an Handspiel-Entscheidung von Laimer

Kurz später die Krönung von Pinheiros inakzeptabler Spielleitung: Der bereits gelb verwarnte Mendes stoppte einen vielversprechenden Münchner Angriff mit dem ausgestreckten Arm – in Konsequenz eine glasklare Gelb-Rote Karte (28.). Doch der Portugiese gab stattdessen Freistoß für Paris.

Obwohl er selbst das Handspiel seines Landsmanns abgepfiffen hatte, ließ er sich in Sekundenbruchteilen vom wesentlich schlechter postierten vierten Offiziellen Espen Eskas aus Norwegen umstimmen. Der hatte als einziger im ganzen Stadion unmittelbar zuvor ein Handspiel von Konrad Laimer gesehen – eine krasse Fehleinschätzung und folglich Fehlentscheidung. Der Österreicher spielte den Ball mit Bauch und Oberschenkel, nicht ansatzweise mit der Hand.

Pinheiro schien, nach seiner ganzen Mimik und Gestik zu schließen, höchst erleichtert gewesen zu sein, seinen Landsmann Mendes nicht vom Platz stellen zu müssen. Eine Entscheidung, welche wohl das ganze Spiel in eine Richtung hätte kippen lassen. Dabei ist jedoch auch die Einmischung des nicht wirklich gut positionierten Norwegers Eskas infrage zu stellen, die diese katastrophale Fehlentscheidung ermöglichte.

Pinheiro wäre sonst vor einem persönlichen Dilemma gestanden: Lasse ich Mendes gegen alle Regeln auf dem Platz? Stattdessen kam ganz spontan der dankbare „Daumen hoch“ für Eskas – eine äußerst merkwürdige Geste, vor allem in Anbetracht dessen, dass es sich dabei um eine falsche Fährte handelte.

Jede Handentscheidung zu Ungunsten der Bayern

Nur acht Minuten später der nächste Riesen-Aufreger – die ganze Arena forderte Elfmeter nach einer portugiesischen Co-Produktion: Vitinha wollte den Ball aus dem eigenen Strafraum herausschlagen und traf dabei die Hand des nach oben abgespreizten Armes von João Neves. Doch Pinheiro und auch der VAR ließen weiterspielen.

Dazu Ex-SR Manuel Gräfe: „Das ist Elfmeter und muss auch immer Strafstoß sein, weil es eine absichtliche Bewegung zum Ball ist.“ Die immer undurchsichtigeren Handregeln im Fußball bestätigen dagegen Pinheiros Entscheidung. Diese ist allerdings mit der Vorgeschichte aus dem Hinspiel, in dem ein umstrittener Handelfmeter gegen Bayern mit derselben Begründung nicht hätte gegeben werden dürfen, eine weitere bittere Entscheidung gegen den deutschen Rekordmeister.

Des Weiteren muss festgestellt werden, dass Pinheiro quasi jede 50:50-Entscheidung pro PSG auslegte und dem mit allen Wassern gewaschenen Titelverteidiger in der schwierigen Schlussphase auch mit einer extrem kurz bemessenen Nachspielzeit zu Hilfe kam. Wer weiß, was passiert wäre, hätten die Bayern nach Harry Kanes spätem 1:1 (90.+4) noch die absolut vertretbaren weiteren fünf Minuten bekommen.

Natürlich hätten die Bayern trotzdem ins Finale einziehen können. Dass die Qualität ihrer Chancen für ein Weiterkommen hätte reichen müssen, beweisen insgesamt 4,46 zu 2,93 xGoals aus den beiden Partien. Speziell die Chancenauswertung im Rückspiel war weit unter dem eigenen Level. Diese Feststellung hat aber überhaupt nichts damit zu tun, dass Pinheiro auf extrem dreiste Weise in das Spiel eingegriffen hat.

Maßstab Marciniak: Pinheiro sollte international gesperrt werden

Weltschiedsrichter Marciniak wurde für weniger für die Euro 2024 degradiert. Pinheiro, der noch wesentlich weniger Meriten hat, aber sehr „verhaltensauffällig“ gehandelt hat, muss wesentlich härter bestraft werden. Die UEFA würde erneut verantwortungslos handeln, wenn sie seine Nominierung für die WM in den USA, Kanada und Mexiko aufrechterhalten würde. Der Portugiese muss erst wieder beweisen, dass er auf dem internationalen Parkett „unparteiisch“ Spiele leiten kann. Davor sollte er in den Europapokalwettbewerben eine mindestens zweijährige Pause bekommen. Wunschdenken – wenn man die Machenschaften der UEFA kennt.

Aber auch der FC Bayern sollte über seine Rolle in den UEFA-Wettbewerben nachdenken. Neben dem FC Arsenal war er der einzige Verein, der sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen im CL-Halbfinale stand. Und in allen vier Partien waren die Schiedsrichter(innen) den Münchnern – vorsichtig ausgedrückt – wenig gewogen.

Die Frauen wären wahrscheinlich dennoch gegen die Übermannschaft aus Barcelona (1:1; 2:4) ausgeschieden – die Männer hätten dagegen eine exzellente Chance auf den Finaleinzug gehabt. CEO Jan-Christian Dreesen sollte sich künftig weniger über die harmonischen Treffen mit den Klubchefs der Konkurrenz freuen als vielmehr für die Wettbewerbschancen seiner Mannschaften kämpfen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

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