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Schiedsrichter im Fokus

„FC Bayern scheitert nach Handspiel-Drama“: Die Pressestimmen zum CL-Aus gegen PSG

Der Triple-Traum des FC Bayern ist im CL-Halbfinale gegen PSG geplatzt. Das 4:5 aus dem Hinspiel konnte nicht umgebogen werden. Die Pressestimmen zum Spiel.

Nach viel Euphorie und großartiger Stimmung auf den Rängen bereits eine Stunde vor Spielbeginn herrschte beim FC Bayern und seinen Fans nach dem Champions-League- Halbfinal-Rückspiel gegen Paris Saint-Germain große Ernüchterung. Die großen Hoffnungen hatten bereits in der 3. Minute einen herben Dämpfer erhalten, als der Titelverteidiger durch Ousmane Dembélé nach Vorarbeit durch Khvicha Kvaratskhelia mit 1:0 in Führung ging und damit den Vorsprung verdoppelte.

Keine Ampelkarte trotz klarem Handspiel von Nuno Mendes.

Ausländische Presse „watscht“ FC Bayern nach Aus gegen PSG ab

Die Bayern schüttelten sich, waren fortan feldüberlegen und kamen zu Halbchancen. Mitte der ersten Halbzeit fühlten sie sich dann aber dreimal entscheidend vom schwachen Schiedsrichter João Pinheiro benachteiligt. Erst pfiff der Portugiese Harry Kane in abseitsverdächtiger Position (Nuno Mendes könnte das Abseits knapp aufgehoben haben) überraschend früh zurück (23.). Dann der erste ganz große Aufreger: Der bereits gelb verwarnte Nuno Mendes stoppt einen Münchner Angriff mit dem ausgestreckten Arm – in Konsequenz eine klare Gelb-Rote Karte. Doch Pinheiro gibt stattdessen wegen eines angeblichen Handspiels von Konrad Laimer Freistoß für Paris (28.) – eine krasse Fehlentscheidung. Der Österreicher spielte den Ball mit Bauch und Oberschenkel.

Nur acht Minuten später der nächste Riesen-Aufreger – die ganze Arena forderte Elfmeter: Vitinha will den Ball aus dem eigenen Strafraum herausschlagen und trifft dabei die Hand des nach oben abgespreizten Armes von João Neves. Doch Pinheiro und auch der VAR lassen weiterspielen. Dazu Ex-SR Manuel Gräfe: „Das ist Elfmeter und muss auch immer Strafstoß sein, weil es eine absichtliche Bewegung zum Ball ist.“ Bitter für Bayern, weil nach dem Handelfmeter für PSG im Hinspiel auch die zweite umstrittene Elfmeterszene gegen sie entschieden wurde.

Die Bayern-Noten gegen PSG: Kimmich stemmt sich dagegen – Olise fällt ab

Manuel Neuer: Wurde lange nicht gefordert und lenkte dann einen strammen Schuss von Leverkusens Tella stark am Tor vorbei (52.). War da, wenn man ihn brauchte. Note: 2
Manuel Neuer: War beim frühen Führungstreffer der Pariser machtlos. Hielt sein Team danach mit mehreren starken Parade (34., 56. und 64. Minute) im Spiel. ⇥Note: 2 © IMAGO/Jerry Andre
Konrad Laimer: Hatte auf der linken Seite viel Offensivdrang. Defensiv zudem tadellos. Note: 2
Konrad Laimer: Ließ die rechte Seite beim ersten Gegentor offen und seine Nebenmänner daher im Stich. Schaltete sich zwar immer wieder offensiv ein, bot den Franzosen daher aber ebenfalls viel Raum zum Kontern. ⇥Note: 4 © IMAGO/Ulrik Pedersen/DeFodi Images
Dayot Upamecano: Ließ zu Beginn die Chance aufs 1:0 liegen, verteidigte dafür fehlerfrei und gewann mit seinen aggressiven Tacklings zahlreiche Bälle. Note: 2
Dayot Upamecano: Kam vor dem 0:1 gegen Vorlagengeber Kvaratskhelia überhaupt nicht in den Zweikampf und hatte auch danach größte Probleme mit den Dribblings des Georgiers. Leistete sich zudem einige technische Fehler. Kam danach aber besser in die Zweikämpfe, machte im eigenen Ballbesitz viel Druck nach vorn und schob immer wieder von hinten an. ⇥Note: 4 © IMAGO/Markus Fischer
Jonathan Tah: Entschied die wichtigen Duelle für sich und hielt Leverkusens Stürmer souverän in Schach. Note: 3
Jonathan Tah: Bestritt seine Zweikämpfe souverän, hatte aber Probleme, das Tempo der Franzosen mitzugehen. Hätte vor der Halbzeit per Kopf ausgleichen können, setzte seinen Kopfball aber recht freistehend neben das Tor. Strahlte dafür Ruhe im Spielaufbau aus.⇥Note: 3 © IMAGO/Michael Weber IMAGEPOWER
Josip Stanisic: Hinterlief immer wieder Olise und schaffte so zusätzliche Anspielstationen. Blieb defensiv konzentriert. Note: 3
Hatte seine Abwehrseite größtenteils im Griff und ließ über links wenig zu – was gleichzeitig zulasten seiner Offensivbemühungen ging. Dadurch blieb der Verteidiger weite Teile des Spiels blass. ⇥Note: 4 © IMAGO/STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL
Joshua Kimmich: Verteilte die Bälle im Mittelfeld und hielt außerdem das Zentrum vor der Abwehr dicht. Note: 2
Joshua Kimmich: Ging als Mittelfeldchef voran und mit höchster Intensität in jeden Zweikampf. Organisierte so das Offensivspiel und schlug Flanke um Flanke in den Strafraum – die von seinen Mitspielern aber nicht verwertet wurden. ⇥Note: 2 © IMAGO/Noah Wedel
Aleksandar Pavlovic: Schaltete sich häufig nach vorn ein und überzeugte mit Offensivläufen in den gegnerischen Strafraum. Note: 3
Aleksandar Pavlovic: Hatte Probleme, dieser intensiven Partie seinen Stempel aufzudrücken. Hielt in den Zweikämpfen zwar körperlich stark dagegen, war bei den eigenen Angriffen aber selten eingebunden. ⇥Note: 3 © IMAGO/Allstar Picture Library Ltd
Michael Olise: Zog immer wieder in die Mitte und suchte den Abschluss, war dabei aber oft zu eigensinnig. Blieb dadurch ineffektiver als zuletzt. Note: 4
Michael Olise: Suchte auf der rechten Seite immer wieder das Eins-gegen-eins und den eigenen Abschluss. Hätte auf diese Weise beinahe zum 1:1 getroffen (27.), setzte seinen Schlenzer aber knapp übers Tor. Blieb darüber hinaus aber deutlich blasser als im Hinspiel und schenkte PSG mit mehreren Ballverlusten sogar die Chance zu kontern. Insgesamt eine schwache Leistung. ⇥Note: 5 © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
Jamal Musiala: Glänzte mit viel Spielfreude im Offensivzentrum, ließ sich immer wieder fallen und dribbelte von dort Löcher in Leverkusens Abwehr. Legte den Ball beim 1:0 präzise zurück, sodass Kane freistehend einschieben konnte. Bester Münchner Angreifer. Note: 1
Jamal Musiala: Leistete sich zunächst mehrere riskante Ballverluste im Aufbauspiel und lud den Gegner damit zu Umschaltsituationen ein. Kam dann immer besser in die Partie und zu mehreren Chancen, bei denen ihm jedoch das Glück (und die nötige Präzision) im Abschluss fehlte. Stemmte sich in unzähligen Zweikämpfen gegen das Aus und wurde im Laufe der Partie zu Bayerns bestem Offensivspieler. ⇥Note: 2 © IMAGO/David Klein
Luis Diaz: War zwar offiziell nicht am Führungstor beteiligt und hatte mit einem genialen Moment doch großen Anteil: Diaz ließ die Flanke gedankenschnell durch seine Beine und bewies damit seine Extraklasse. Ansonsten einer der Aktivposten im Angriff, ihm gelang das erlösende 2:0 in der Nachspielzeit. Note: 1
Luis Diaz: War eine echte Waffe im Gegenpressing und gewann mehrere Bälle, aus denen sich gute Chancen entwickelten. Forderte als Aktivposten auf der linken Seite viele Bälle und ging immer wieder ins Dribbling, dabei fehlte ihm in den entscheidenden Situationen aber die Genauigkeit oder das richtige Timing. Daher bemüht, aber unglücklich. ⇥Note: 3 © IMAGO/Noah Wedel
Harry Kane: Scheiterte in der Anfangsphase noch per Lupfer, markierte dann aber nach 22 Minuten das wichtige 1:0 und schloss trocken ab. Hatte vor und nach der Pause sogar noch Chancen aufs 2:0, die er jedoch ausließ. Darüber hinaus fungierte Kane aber als wichtiger Taktgeber in der Offensive, weil er seine Stürmerrolle gewohnt mitspielend interpretierte. Note: 2
Harry Kane: Wurde von der Pariser Innenverteidigung in die Mangel genommen und hing weite Teile des Spiels in der Luft. Dadurch blieb der Engländer blass. Zwar sorgte Kane mit seinem späten Ausgleichstreffer noch für Hoffnung, sein Tor kam letztlich aber zu spät. ⇥Note: 4 © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Wolfgang Frank
Alphonso Davies: Ohne Einsatz im Kader.
Alphonso Davies: In der 68. Minute eingewechselt. © IMAGO/JOERAN STEINSIEK
02.08.2025, Fussball Testspiel, FC Bayern - Olympique Lyon
Minjae Kim: In der 68. Minute eingewechselt. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.
Nicolas Jackson: Ohne Einsatz im Kader.
Nicolas Jackson: In der 79. Minute eingewechselt. © IMAGO/Ulrich Wagner
VfB Stuttgart - FC Bayern München
Leon Goretzka: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/Noah Wedel
CALCIO
Raphaël Guerreiro: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL
VfB Stuttgart - FC Bayern München
Jonas Urbig: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/Revierfoto
Franz-Beckenbauer-Supercup 2025, VfB Stuttgart - FC Bayern München; 16.08.2025
Sven Ulreich: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Goldberg
Hiroki Ito: Ohne Einsatz im Kader.
Hiroki Ito: Ohne Einsatz im Kader. © DeFodi/Imago

Obwohl bis zum Schlusspfiff kämpfend gelangen die Bayern im Laufe der Partie nur selten in gute Schusspositionen mussten selbst bei den Pariser Kontern höllisch aufpassen. Manuel Neuer klärte einige Male überragend in höchster Not, und Harry Kane erzielte spät doch noch den insgesamt verdienten Ausgleich (90.+4). Dass es dann nicht mehr zu einer dramatischen Schlussphase kam, verdankte PSG erneut Pinheiro, der die Nachspielzeit extrem kurz ansetzte.

Während in der deutschen (und Schweizer) Presse die SR-Leistung einen großen Rahmen einnimmt – in der kicker-Umfrage bewerten über 80 Prozent der Teilnehmer die fälschlicherweise nicht gegebene Ampelkarte für Mendes als „spielentscheidend“ -, kanzelt die internationale Presse den deutschen Rekordmeister teilweise gnadenlos ab und feiert PSG als verdienten Finalisten. Ein in dieser Eindeutigkeit überraschendes Urteil: Waren die Bayern beim X-Goal-Wert schon beim 4:5 in Paris mit 3,06 zu 1,90 vorn, gelang ihnen das auch im Rückspiel: 1,40 zu 1,03. Es fehlte schlichtweg die Effektivität. Aber: The winner takes it all.

Die internationalen Pressestimmen:

Frankreich

L’Équipe: „Die Geschichte des französischen Fußballs wird oft in München geschrieben, und der Rasen der Allianz-Arena ist für PSG weiter eine Quelle unendlicher Freude. Seit seinem sensationellen Triumph gegen Inter Mailand am 31. Mai ist der Hauptstadtklub eng mit der bayerischen Hochburg verbunden und hat am Mittwochabend im Rückspiel des Champions-League-Halbfinals mit einem verdienten Unentschieden gegen Bayern München nachgelegt.“

Le Figaro: „Paris Saint-Germain steht im Finale! In einem äußerst spannenden Spiel mussten die Pariser, die in der Abwehr heldenhaft kämpften, viel leiden. Der zweite Stern war noch nie so nah.“

Spanien

Marca: „Luis Enrique macht München erneut zum heiligen Boden für PSG. Dembélés frühes Tor baute den Vorsprung aus dem Hinspiel weiter aus – Harry Kanes Treffer in der Nachspielzeit kam für Bayern zu spät. Die Pariser verteidigen ihren Titel gegen Artetas Arsenal.“

Mundo Deportivo: „Luis Enriques PSG trifft am 30. Mai im Champions-League-Finale auf Mikel Artetas Arsenal. In der Puskas-Arena in Budapest kommt es zu einem Duell spanischer Trainer. Während das erste Aufeinandertreffen als eines der besten Spiele aller Zeiten in die Fußballgeschichte eingegangen ist, war das Rückspiel zwischen PSG und Bayern eher von Spannung und Nervosität geprägt.“

England

BBC: „Das Rückspiel im Halbfinale war kein Klassiker wie das Hinspiel in Paris. Bayern war überzeugt, dass ihnen in der ersten Halbzeit ein Elfmeter hätte zugesprochen werden müssen, als Vitinha im Strafraum einen Klärungsball gegen den Arm von Joao Neves schoss, doch laut Regelwerk darf es keinen Elfmeter geben, wenn der Ball von einem Mitspieler gespielt wurde.“

The Guardian: „Paris Saint-Germain trifft im Champions-League-Finale auf Arsenal, weil sie Ernst machten, einen schwächelnden FC Bayern neutralisierten und nach dem Ausbau ihrer Führung aus dem Hinspiel kaum ins Wanken gerieten.“

Italien

Corriere dello Sport: „Das Hinspiel bot Tore, Spektakel und Spannung. Das Rückspiel tat es ihm gleich und fällte das Urteil: Paris Saint-Germain zieht zum zweiten Mal in Folge ins Champions-League-Finale ein. Der FC Bayern muss sich nach dem 1:1 in der Allianz Arena geschlagen geben.“

Gazzetta dello Sport: „Das Ergebnis geht in Ordnung, auch wenn das Spiel selbst dank Kanes spätem Ausgleichstreffer in der 94. Minute mit 1:1 endete. Die Europa-Champions haben sich den zweiten Finaleinzug in Folge vollauf verdient; dort treffen sie auf Arsenal – und gehen als klarer Favorit in die Partie. (…) Den Bayern ist es nicht gelungen, mit derselben defensiven Stabilität zu verteidigen wie der Gegner. Tatsächlich hatten sie es mehr als einmal Manuel Neuer zu verdanken, dass sie nicht in Rückstand gerieten. Vor allem aber wurde das lodernde Feuer ihres Angriffs wirkungsvoll erstickt.“

Österreich

Kurier: „Wenn in einem Semifinal-Hinspiel der Champions League einmal neun Tore fallen und die ganze Fußballwelt verzückt ist vor lauter Spektakel, Show und Spannung, dann liegt die Latte für das zweite Duell zwangsläufig hoch. Ja, das zweite Kräftemessen zwischen dem FC Bayern und Paris SG mag dann nicht mehr dieses Torfestival gewesen sein, aber unterhaltsam und mitreißend war das Rückspiel in der Allianz-Arena allemal.“

Kronenzeitung: „PSG jubelt und stürzt Bayern ins Tal der Tränen. Für Deutschlands Meister um Trainer Vincent Kompany endete der Traum vom Triple vorzeitig. Kane und Co. fanden offensiv nicht die Mittel, um die kompakt verteidigenden Gäste in Bedrängnis zu bringen.“

Schweiz

Blick: „Bayern scheitert nach Handspiel-Drama.“

Die deutschen Pressestimmen

Sport Bild: „Schiri-Skandal! Bayerns Triple-Traum zerstört: Anders als beim Fußball-Fest in der französischen Hauptstadt stehen diesmal aber nicht die 22 Stars auf dem Rasen im Fokus, sondern – zum großen Unmut der Münchner – Schiedsrichter João Pinheiro (38). Der unerfahrene Portugiese (15. Königsklassen-Einsatz, erstes Halbfinale) zieht mit gleich drei Entscheidungen die Wut der Münchner auf sich.“

Kicker: „Strittige Schiri-Entscheidung: War die nicht gegebene Gelb-Rote-Karte für Nuno Mendes spielentscheidend?“

Rubriklistenbild: © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

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