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Tragödie nach Bestwert

Holt sich der FC Bayern den Rekord der tragischsten Weltklassemannschaft der Geschichte?

Der FC Bayern ist in dieser Bundesligasaison eine Tormaschine. So besteht kein Zweifel mehr, dass der legendäre Torrekord von 1971/72 fallen wird. Aber es geht noch eine Stufe höher.

Schon seit Monaten kündigt es sich an, dass die Kompany-Bayern den Bundesliga-Torrekord von Gerd Müller, Uli Hoeneß, Franz Beckenbauer & Co. aus der Spielzeit 1971/72 knacken werden. Der Bestwert mit 101 Treffern (bei 38 Gegentoren) der damaligen Meistermannschaft wackelte in den vergangenen Spielzeiten mehrmals, die Bayern erzielten regelmäßig über 90 Tore, am meisten in der Triple-Spielzeit 2019/20 (100:32 Tore), in der vergangenen Saison waren es 99 (zu 32) Tore.

Keine Mannschaft jubelt derzeit im europäischen Top-Fußball so oft wie der FC Bayern.

Nach dem 3:2-Triumph im Klassiker steht der souveräne Tabellenführer aktuell bei 88 (zu 23) Toren, das ist ein Schnitt von 3,67 Toren pro Partie, hochgerechnet auf 34 Spieltage kämen am Saisonende überragende 125 Tore heraus. Nicht unwahrscheinlich, erzielten die Bayern gegen die restlichen zehn Gegner in der Vorrunde satte 39 Tore. Bei einer Wiederholung dieser Quote wären es final sogar 127 Treffer.

Welche europäische Topliga hält den Torrekord?

Kündigt sich ein derart überragender „deutscher Rekord“ an, blickt man natürlich auch über die Grenzen hinaus. Bereits zum Saisonstart haben Harry Kane, Michael Olise & Co. mit wettbewerbsübergreifend 16 Siegen einen neuen Bestwert für die europäischen Top-5-Ligen erzielt. Wie sieht es nun in diesem Vergleich mit dem ewigen Torrekord aus?

Als Erstes kommt einem dabei natürlich die spanische Liga in der Epoche von Lionel Messi und Cristiano Ronaldo in den Sinn. In den 2010ern schossen diese zusammen mit ihren Vereinen FC Barcelona und Real Madrid LaLiga kurz und klein. Regelmäßig wurde von beiden Klubs die 100-Tore-Marke klar übertroffen. Einschränkend muss man aber sagen, dass es in der spanischen Liga auch vier Spieltage mehr als in der Bundesliga gibt.

Vom Sündenbock zum Hoffnungsträger: Die wundersame Auferstehung von Serge Gnabry beim FC Bayern

Gemeinsam mit Joshua Kimmich (untere Reihe, 6. von links) gehört Serge Gnabry 2008/09 (obere Reihe, 4. von links) zu den großen Nachwuchstalenten bei den Schwaben. Als gebürtiger Stuttgarter hat er die VfB-DNA im Blut.
Gemeinsam mit Joshua Kimmich (untere Reihe, 6. von links) gehört Serge Gnabry 2008/09 (obere Reihe, 4. von links) zu den großen Nachwuchstalenten bei den Schwaben. Als gebürtiger Stuttgarter hat er die VfB-DNA im Blut. © Pressefoto Rudel/Herbert Rudel via www.imago-images.de
In der B-Jugend des VfB Stuttgart macht Gnabry 2011 auf sich aufmerksam. Im Jahr 2006 war er von Stadt-Rivale Stuttgarters Kickers in die Jugendakademie des VfB gewechselt.
In der B-Jugend des VfB Stuttgart macht Gnabry 2011 auf sich aufmerksam. Im Jahr 2006 war er von Stadt-Rivale Stuttgarters Kickers in die Jugendakademie des VfB gewechselt. © Julia Rahn via www.imago-images.de
Der Offensivspieler entscheidet sich für einen Wechsel zum FC Arsenal, steht 2012 im Capital One Cup auf dem Platz. In Arsenals U18-Team startete sein Insel-Abenteuer.
Der Offensivspieler entscheidet sich für einen Wechsel zum FC Arsenal, steht hier im Jahr 2012 im Capital One Cup auf dem Platz. In Arsenals U18-Team startete sein Insel-Abenteuer. © imago sportfotodienst
Auch der DFB lässt sich Gnabrys Potenzial nicht engehen. Mittlerweile, wir schreiben das Jahr 2013, spielt Gnabry auch für die deutsche U19-Nationalmannschaft. Debütiert hatte er bereits in der U16.
Auch der DFB lässt sich Gnabrys Potenzial nicht engehen. Mittlerweile, wir schreiben das Jahr 2013, spielt Gnabry auch für die deutsche U19-Nationalmannschaft. Debütiert hatte er bereits in der U16. © imago sportfotodienst
Im Jahr 2013 schafft Gnabry den Sprung in den Pofi-Kader des FC Arsenal. Im September dieses Jahres schießt der gebürtige Schwabe sein erstes Tor in der Premier League.
Im Jahr 2013 schafft Gnabry den Sprung in den Pofi-Kader des FC Arsenal. Im September dieses Jahres schießt der gebürtige Schwabe sein erstes Tor in der Premier League. © imago sportfotodienst
Im März 2014 spielt Gnabry in der Allianz Arena vor, verliert in der Champions League mit 0:1. Damals ahnt er noch nicht, dass er einige Jahre später Tor um Tor in diesem Stadion schießen wird.
Im März 2014 spielt Gnabry in der Allianz Arena vor, verliert in der Champions League mit 0:1. Damals ahnt er noch nicht, dass er einige Jahre später Tor um Tor in diesem Stadion schießen wird. © imago sportfotodienst
Auch im Trikot mit dem Bundesadler klettert Gnabry immer weiter nach oben. Im März 2015 ist er erstmals mit der deutschen U21 unterwegs, wird von Horst Hrubesch trainiert.
Auch im Trikot mit dem Bundesadler klettert Gnabry immer weiter nach oben. Im März 2015 ist er erstmals mit der deutschen U21 unterwegs, wird von Horst Hrubesch trainiert. © imago sportfotodienst
Die Konkurrenz beim FC Arsenal ist immens. Um Spielpraxis zu sammeln, verleihen ihn die Londoner im Sommer 2015 an West Bromwich.
Die Konkurrenz beim FC Arsenal ist immens. Um Spielpraxis zu sammeln, verleihen ihn die Londoner im Sommer 2015 an West Bromwich. © Alex James/Jmp/Shutterstock via www.imago-images.de
Serge Gnabry reist 2016 mit dem DFB-Team zu den Olympischen Spielen, verliert das Finale dramatisch gegen Gastgeber Brasilien im Elfmeterschießen. Sechs Tore gelingen ihm im Turnier, seine Nerven im Elfmeterschießen hielten.
Serge Gnabry reist 2016 mit dem DFB-Team zu den Olympischen Spielen, verliert das Finale dramatisch gegen Gastgeber Brasilien im Elfmeterschießen. Sechs Tore gelingen ihm im Turnier, seine Nerven im Elfmeterschießen hielten. © imago sportfotodienst
Zurück in Deutschland - Gnabry wird 2016 vom SV Werder Bremen unter Vertrag genommen. Die Hanseaten zahlen fünf Millionen Euro Ablöse. Bis heute halten sich Gerüchte, der FC Bayern hätte die Zahlung übernommen, Werder aber dementiert.
Zurück in Deutschland - Gnabry wird 2016 vom SV Werder Bremen unter Vertrag genommen. Die Hanseaten zahlen fünf Millionen Euro Ablöse. Bis heute halten sich Gerüchte, der FC Bayern hätte die Zahlung übernommen, Werder aber dementiert. © imago sportfotodienst
Im November 2016 feiert Gnabry sein Debüt in der Nationalmannschaft unter Joachim Löw. Trotzdem ist er weiterhin auch für die U21 auf Torejagd.
Im November 2016 feiert Gnabry sein Debüt in der Nationalmannschaft unter Joachim Löw. Trotzdem ist er weiterhin auch für die U21 auf Torejagd. © imago sportfotodienst
2017 feiert Gnabry einen seiner größten Erfolge abseits der Klub-Ebene. Mit der deutschen U21 gewinnt er den EM-Titel unter Trainer Stefan Kuntz. Im Finale gegen Spanien gelingt ein 1:0, Gnabry steht über 80 Minuten auf dem Feld.
2017 feiert Gnabry einen seiner größten Erfolge abseits der Klub-Ebene. Mit der deutschen U21 gewinnt er den EM-Titel unter Trainer Stefan Kuntz. Im Finale gegen Spanien gelingt ein 1:0, Gnabry steht über 80 Minuten auf dem Feld. © Pressefoto ULMER/Alberto Lingria
Der FC Bayern verpflichtet Gnabry im Sommer 2017, bezahlt acht Millionen Euro an Werder Bremen. Um ihm die nötige Spielpraxis bieten zu können, verlieht ihn der FCB direkt weiter nach Hoffenheim. Sein Trainer bei 1899: Julian Nagelsmann, dem er später in München erneut begegnen sollte.
Der FC Bayern verpflichtet Gnabry im Sommer 2017, bezahlt acht Millionen Euro an Werder Bremen. Um ihm die nötige Spielpraxis bieten zu können, verleiht ihn der FCB direkt weiter nach Hoffenheim. Sein Trainer bei 1899: Julian Nagelsmann, dem er später in München erneut begegnen sollte. © Michael Weber IMAGEPOWER
Zu Beginn seiner TSG-Zeit fehlt Gnabry häufig verletzt. Im Laufe der Rückrunde aber platzt der Knoten, allein in seinen letzten acht Spielen vor Saisonende war er an neun Toren beteiligt. Selbst gegen den deutschen Rekordmeister netzte er.
Zu Beginn seiner TSG-Zeit fehlt Gnabry häufig verletzt. Im Laufe der Rückrunde aber platzt der Knoten, allein in seinen letzten acht Spielen vor Saisonende war er an neun Toren beteiligt. Selbst gegen den deutschen Rekordmeister netzte er. © Hasan Bratic/DeFodi.de
Die Leihe endet im Sommer 2018, Gnabry muss, oder besser gesagt darf, zum FC Bayern. Am letzten Spieltag verabschiedet sich Gnabry von den TSG-Fans, beendet die Saison auf einem starken dritten Platz.
Die Leihe endet im Sommer 2018, Gnabry muss, oder besser gesagt darf, zum FC Bayern. Am letzten Spieltag verabschiedet sich Gnabry von den TSG-Fans, beendet die Saison auf einem starken dritten Platz. © Huebner/Meiser
Wenig später legt er beim deutschen Rekordmeister los. Trainer Niko Kovac und der damalige Sportdirektor Hasan Salihamidzic freuen sich auf ihren neuen Stürmer. Damals startet Gnabry noch mit der Trikotnummer 22. Mittlerweile trägt er das Jersey mit der Nummer 7.
Wenig später legt er beim deutschen Rekordmeister los. Trainer Niko Kovac und der damalige Sportdirektor Hasan Salihamidzic freuen sich auf ihren neuen Stürmer. Damals startet Gnabry noch mit der Trikotnummer 22. Mittlerweile trägt er das Jersey mit der Nummer 7. © Langer/Eibner-Pressefoto
Gleich in seiner ersten FCB-Saison fügt sich Gnabry wunderbar ins Münchner Star-Ensemble ein. Er wird deutscher Meister, trifft in der Bundesliga zehnmal und legt weitere sechs Tore auf. Zudem gewinnt er den DFB-Pokal.
Gleich in seiner ersten FCB-Saison wird Gnabry Meister, trifft in der Bundesliga zehnmal und legt weitere sechs Tore auf. © Frank Hoermann/SVEN SIMON via www.imago-images.de
Die internationale Krönung: 2020 gewinnt er mit dem FC Bayern die Königsklasse gegen PSG (1:0) und feiert mit Kumpel Joshua Kimmich. Neun Tore und zwei Vorlagen geben im Wettbewerb auf Gnabrys Konto.
Die internationale Krönung: 2020 gewinnt er mit dem FC Bayern die Königsklasse gegen PSG (1:0) und feiert mit Kumpel Joshua Kimmich. Neun Tore und zwei Vorlagen geben im Wettbewerb auf Gnabrys Konto. © Frank Hoermann/ SVEN SIMON
Nach sehr starken Jahren erlebt Gnabry in der Spielzeit 2023/24 einen Rückschlag nach dem anderen. Aufgrund vieler Verletzungen bestreitet er nur 10 Bundesliga-Spiele, gilt erstmals als Abschiedskandidat. Zudem verpasst er mit dem FC Bayern die Meisterschaft.
Nach sehr starken Jahren erlebt Gnabry in der Spielzeit 2023/24 einen Rückschlag nach dem anderen. Aufgrund vieler Verletzungen bestreitet er nur 10 Bundesliga-Spiele, gilt erstmals als Abschiedskandidat. Zudem verpasst er mit dem FC Bayern die Meisterschaft. © IMAGO/Markus Fischer
In der Spielzeit 2024/25 bessert sich Gnabry Form langsam wieder, an zwölf Toren ist er in der Bundesliga beteiligt. Zur Stammformation aber gehört er zu selten, in der gesamten Runde bestreitet er nur vier Liga-Matches über 90 Minuten. Immerhin erobert er mit dem FCB die Meisterschaft zurück.
In der Spielzeit 2024/25 bessert sich Gnabry Form langsam wieder, an zwölf Toren ist er in der Bundesliga beteiligt. Zur Stammformation aber gehört er zu selten, in der gesamten Runde bestreitet er nur vier Liga-Matches über 90 Minuten. Immerhin erobert er mit dem FCB die Meisterschaft zurück. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
Der Offensivspieler lässt sich von den Fans feiern, doch hinter den Kulissen wird über seine Zukunft diskutiert. Sein Vertrag läuft im Sommer 2026 aus. Der Marktwert ist zudem auf 22 Millionen Euro gesunken. Droht ein Verkauf?
Der Offensivspieler lässt sich von den Fans feiern, doch hinter den Kulissen wird über seine Zukunft diskutiert. Sein Vertrag läuft im Sommer 2026 aus. Der Marktwert ist zudem auf 22 Millionen Euro gesunken. Droht ein Verkauf? © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
Im August gewinnt Gnabry mit den Münchnern den Franz-Beckenbauer-Cup gegen Stuttgart, spielt von Beginn an. Nach den Abschieden von Kingsley Coman und Leroy Sane sieht es nicht mehr nach einem Gnabry-Verkauf aus.
Im August gewinnt Gnabry mit den Münchnern den Franz-Beckenbauer-Cup gegen Stuttgart, spielt von Beginn an. Nach den Abschieden von Kingsley Coman und Leroy Sané sieht es nicht mehr nach einem Gnabry-Verkauf aus. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Gelhardt
Am 1. Spieltag der Saison 2025/26 fegt der FCB mit 6:0 über Leipzig hinweg, Gnabry liefert eine fantastische Leistung ab und bereitet zwei Tore vor. Zahlreiche weitere starke Aktionen zeigen seinen Wert für die Mannschaft.
Am 1. Spieltag der Saison 2025/26 fegt der FCB mit 6:0 über Leipzig hinweg, Gnabry liefert eine fantastische Leistung ab und bereitet zwei Tore vor. Zahlreiche weitere starke Aktionen zeigen seinen Wert für die Mannschaft. © IMAGO/Philippe Ruiz
Trainer Vincent Kompany verteilt ein großes Lob an Gnabry und betitelt ihn als komplett unterschätzten Spieler. Er merkt an: Aus den letzten Jahren gäbe es kaum Highlights, die nicht mit Toren oder Vorlagen Gnabrys zu tun hätten.
Trainer Vincent Kompany verteilt ein großes Lob an Gnabry und betitelt ihn als komplett unterschätzten Spieler. Er merkt an: Aus den letzten Jahren gäbe es kaum Highlights, die nicht mit Toren oder Vorlagen Gnabrys zu tun hätten. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.
Teamkollegen, beste Freunde - Joshua Kimmich adelt Gnabry für seine Leistung gegen Leipzig. Was manche nicht wissen: Gnabry erwies Kimmich sogar die Ehre als dessen Trauzeuge.
Teamkollegen, beste Freunde - Joshua Kimmich adelt Gnabry für seine Leistung gegen Leipzig. Was manche nicht wissen: Gnabry erwies Kimmich sogar die Ehre als dessen Trauzeuge. © IMAGO/kolbert-press/Martin Agüera

Der absolute LaLiga-Rekord stammt aus der Saison 2011/12: Meister Real Madrid mit CR7, Kaká, Xabi Alonso & Co. hatte am Ende ein überragendes Torverhältnis von 121:32. Interessante Pointe: Genau dieses Team der Königlichen scheiterte als letztes in der Champions League am FC Bayern – und zwar dramatisch im Elfmeterschießen des Halbfinales. Erstaunlich: Als die Meister-Bayern 1971/72 den 101-Torrekord aufstellten, wurde Real auch spanischer Meister – mit 51:27 Toren!

Die Premier League ist in dieser Kategorie nie rekordverdächtig gewesen: Bei ebenfalls 38 Spieltagen schafften es bislang lediglich drei Klubs die 100-Tore-Hürde zu überspringen: Dreimal Manchester City unter Pep Guardiola, darunter der „englische Rekord“ von 106:27 Toren in der Spielzeit 2017/18. Der FC Chelsea schaffte dies 2009/10 mit einem Verhältnis von 103:32 – ausgerechnet die Londoner, die sich zwei Jahre später im Münchner „Finale dahoam“ zum CL-Sieg mauerten. Der aktuelle Champion FC Liverpool gehört ebenso zu diesem Trio: 101:50 Tore in 2013/14.

Dass der seit 78 Jahren bestehende Liga-Torrekord aber ausgerechnet aus Italien, dem Land des Catenaccio stammt, hätten sich wohl nur die wenigsten vorstellen können. Der legendäre Rekordhalter fristet seit Jahrzehnten eher ein bescheidenes Profifußball-Dasein im Schatten seines wesentlich erfolgreicheren Lokalrivalen und ist aktuell Tabellenvierzehnter in der Serie A. Es handelt sich um den AC Turin, heute wieder wie zu seiner Gründung FC Turin (Torino FC).

Der AC Turin gewann zwischen 1943 und 1949, unterbrochen durch den Zweiten Weltkrieg, fünf Meistertitel in Folge, ging als „Grande Torino“ in die Fußballgeschichte ein und gilt bis heute als eine der besten Mannschaften, die jemals in der Serie A spielte. In den Nachkriegsjahren zählte das Team, das damals den Stadtrivalen Juventus weit hinter sich ließ, zu den weltbesten. In der Spielzeit 1947/48 stellten die Turiner mit 125:33 (in 40 Liga-Partien) den Top-5-Ligen-Torrekord auf, den die Bayern nun brechen könnten.

Können die Bayern die Rekorde von Grande Torino und Real toppen?

Ein Jahr später holte sich der AC Turin den fünften Titel in Serie, der jedoch von einer Tragödie, dem traurigsten Kapitel der Vereinsgeschichte, überschattet wurde. Bereits am fünftletzten Spieltag sicherte man sich den Scudetto, als Belohnung gab es eine Reise nach Portugal, wo ein Freundschaftsspiel bei Benfica Lissabon stattfand. Auf der Rückreise am 4. Mai 1949 stürzte jedoch das Flugzeug im Landeanflug auf Turin ab. Alle 31 Flugzeuginsassen und damit fast alle Torino-Spieler kamen dabei ums Leben, ebenso Funktionäre des Vereins und drei begleitende Journalisten. Von der Mannschaft des Grande Torino überlebte nur Sauro Tomà, der wegen einer Verletzung nicht mit nach Lissabon geflogen war. Die Saison wurde von der A-Jugend zu Ende gespielt.

Das Unglück ist wohl das bitterste, welches jemals ein großer Fußballverein erlitten hat. Auch München musste leider mit einem derart schrecklichen Ereignis seine Erfahrung machen: Am 6. Februar 1958 verunglückte der Charterflug mit der Mannschaft von Manchester United („Busby Babes“) nach einem Tankstopp in München-Riem. 23 Menschen, darunter acht Spieler, starben beim dritten Startversuch im Schneematsch. An der Unglücksstelle in München-Trudering erinnert heute eine Gedenkstätte an die Tragödie. Zahlreiche United-Fans besuchen diese vor allem zum Jahrestag.

Für den FC Bayern dürfte es unglaublich schwer werden, den Rekord zu brechen, weil noch die Zusatzbelastung in der Champions League und vom DFB-Pokal-Halbfinale dazu kommt. Aufgrund der elf Punkte Vorsprung dürfte Vincent Kompany in der Bundesliga künftig häufiger seine Topspieler schonen.

Bringt man aufgrund der unterschiedlichen Anzahl an Partien den Torschnitt ins Spiel, liegt der Bestwert 2011/12 von Real Madrid mit durchschnittlich 3,18 Treffern pro Spiel übrigens knapp über dem von Grande Torino (3,12). Hochgerechnet auf die 34 Spiele, die in der Bundesliga absolviert werden, würde der FC Bayern bereits mit 108 Toren den Real-Rekord einstellen, mit 109 überbieten. 20 bzw. 21 Tore in den restlichen zehn BL-Spielen sind dabei sehr REAListisch.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Heiko Blatterspiel

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