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Münchner sind Favoriten

Sechs Gründe, warum sich der FC Bayern gegen Real Madrid durchsetzen wird

Der FC Bayern hat sich mit dem 2:1-Sieg im Bernabéu eine gute Basis geschaffen, um ins CL-Halbfinale einzuziehen. Real Madrid kommt dennoch optimistisch nach München – zu Recht?

Eine Heimniederlage ist niemals eine gute Voraussetzung, wenn man in K.-o.-Duellen mit Hin- und Rückspiel die nächste Runde erreichen will. Genauso eine unangenehme Schlappe ist Real Madrid beim 1:2 im Hinspiel-Duell des Champions-League-Viertelfinales im Bernabéu gegen den FC Bayern passiert. Unmittelbar nach der Partie zeigten sich die Königlichen dennoch fast schon reflexartig überaus optimistisch, die bayerische Hürde zu überspringen und in das Halbfinale einzuziehen.

Harry Kanes Torjubel beim letzten CL-Spiel zwischen Bayern und Real in München.

Seitdem werden Argumente gesammelt, warum die Madrilenen das tatsächlich schaffen könnten. Diesen Beitrag sollten sie folglich lieber ignorieren. Aufgrund der Ausgangssituation hat es weniger mit Übermut oder gar Arroganz zu tun, wenn behauptet wird, der deutsche Rekordmeister gehe als eindeutiger Favorit ins Rückspiel in der heimischen Arena. Sechs Gründe, warum das so ist.

1. Die Formstärke des FC Bayern

Mit ganz wenigen Ausnahmen haben die Bayern über die gesamte Spielzeit stark bis überragend agiert: Startrekorde, Torrekorde, Kantersiege, überragende Auswärtssiege bei Topteams sind seit August 2025 eher die Regel als die Ausnahme. Die beeindruckende Gesamtbilanz der Mannschaft von Vincent Kompany lautet nach 45 Pflichtspielen mit zahlreichen komplizierten Auslosungen in den Pokal-Wettbewerben: 39 Siege, 4 Unentschieden und 2 Niederlagen – bei einem fantastischen Torverhältnis von 153:44.

Kein Topteam in Europa kann aktuell einen Punkteschnitt von 2,69 aufweisen, und hat gar seine Spiele mit durchschnittlich 2,42 Toren Differenz gewonnen. Der Gegner aus Madrid, abgehängter Tabellenzweiter der spanischen Liga, kann schon gar nicht mithalten: Lediglich 31 Siege in 48 Partien, 4 Remis und satte elf Niederlagen, dies alles bei 104:54 Toren.

2. Hinspielergebnis „hoffnungslos“ für Real

Derzeit kann man überall lesen, dass die Champions League DER Wettbewerb des 15-fachen Gewinners Real Madrid ist. Wenn einem Team nach einer Heimniederlage ein beeindruckendes Comeback zuzutrauen ist, dann dem königlichen. Die Realität zeigt aber ein ganz anderes Bild.

Tatsächlich ist es Real seit der Gründung der Champions League als Nachfolger-Wettbewerb des Europapokals der Landesmeister in der Saison 1992/93 kein einziges Mal gelungen, sich nach einer Heimpleite im Rückspiel für die nächste Runde zu qualifizieren. 2019/20 folgte einem 1:2 gegen ManCity eine 1:2-Auswärtsniederlage, 2008/09 einem 0:1 gegen Liverpool gar eine 0:4-Klatsche an der Anfield Road. Auch beim CL-Sieg der Bayern in der Spielzeit 2000/01 konnten die Königlichen ein 0:1 im Olympiastadion (1:2) nicht umdrehen. 2024/25 verlor Madrid beide Viertelfinal-Duelle gegen Arsenal (0:3; 1:2). Zuvor folgten auf Heim-Unentschieden saftige Auswärts-Klatschen im Rückspiel, so ein 0:4 bei City 2023.

Auf der anderen Seite ist der FC Bayern in seiner gesamten Europapokal-Historie (seit 1966/67) erst ein einziges Mal nach einem Auswärtssieg im Hinspiel ausgeschieden: im CL-Achtelfinale gegen den damaligen Titelverteidiger Inter Mailand. Dem 1:0 in San Siro folgte ein ganz bitteres 2:3 nach zwischenzeitlicher 2:1-Führung. Aber: Die Auswärtstorregelung existiert nicht mehr, dafür der VAR – und der hätte damals die 1:0-Führung von Inter aus glasklarer Abseitsposition kassiert.

3. FCB (fast) in Bestbesetzung

Auch wenn der Muskelfaserriss im Oberschenkel dem 18-jährigen Lennart Karl im doppelten Sinne sehr wehtun dürfte, wird der FC Bayern im Rückspiel in Bestformation auflaufen. Es wäre zwar schön, wenn der Jungnationalspieler auch in der heimischen Arena eine zusätzliche Option wäre, aber schon im Bernabéu wurde er von Kompany nicht berücksichtigt und saß 90 Minuten auf der Bank.

Jüngste Schiri-Skandale überschatten legendäre Duelle des FC Bayern mit Real Madrid

Real Madrid und der FC Bayern zählen zu den größten Klubs aller Zeiten. Das erste Aufeinandertreffen beider Mannschaften liegt weit zurück. Im Europapokal der Landesmeister 75/76 trafen beide Klubs im Halbfinale aufeinander.
Real Madrid und der FC Bayern zählen zu den größten Klubs aller Zeiten. Das erste Aufeinandertreffen beider Mannschaften liegt weit zurück. Im Europapokal der Landesmeister 75/76 trafen beide Klubs im Halbfinale aufeinander.  © via www.imago-images.de
Nach einem 1:1 im Hinspiel konnten die Bayern das Rückspiel im Olympiastadion durch einen Doppelpack von Gerd Müller mit 2:0 für sich entscheiden. Am Ende konten die Münchner auch den Henkelpott bejubeln.
Nach einem 1:1 im Hinspiel konnten die Bayern das Rückspiel im Olympiastadion durch einen Doppelpack von Gerd Müller mit 2:0 für sich entscheiden. Am Ende konten die Münchner auch den Henkelpott bejubeln.  © IMAGO/Pressefoto Rudel/Herbert Rudel
Auch in den 80ern trafen beide Teams aufeinander. In der Saison 86/87 setzten sich die Bayern wieder durch, 87/88 konnten die Madrilenen den Rekordmeister erstmals herauskegeln.
Auch in den 80ern trafen beide Teams aufeinander. In der Saison 86/87 setzten sich die Bayern wieder durch, 87/88 konnten die Madrilenen den Rekordmeister erstmals herauskegeln.  © imago sportfotodienst
Erst im Jahr 2000 sahen sich beide Teams wieder – und das ganze viermal. Denn damals gab es in der Champions League noch eine Zwischenrunde, bei der beide Teams aufeinandertrafen. Dort triumphierten die Bayern klar und deutlich, doch im Halbfinale flog man gegen Anelka und Co. unglücklich raus. Die Madrilenen setzten sich am Ende auch die Krone auf.
Erst im Jahr 2000 sahen sich beide Teams wieder – und das ganze viermal. Denn damals gab es in der Champions League noch eine Zwischenrunde, bei der beide Teams aufeinandertrafen. Dort triumphierten die Bayern klar und deutlich, doch im Halbfinale flog man gegen Anelka und Co. unglücklich raus. Die Madrilenen setzten sich am Ende auch die Krone auf.  © IMAGO
Die Rache folgte eine Saison später: Die Bayern gewannen das Halbfinal-Hinspiel in Madrid mit 1:0 und konnten sich auch zu Hause mit 2:1 durchsetzen. Auch im Finale tirumphierte man.
Die Rache folgte eine Saison später: Die Bayern gewannen das Halbfinal-Hinspiel in Madrid mit 1:0 und konnten sich auch zu Hause mit 2:1 durchsetzen. Auch im Finale tirumphierte man.  © IMAGO
Nur eine Saison später traf man wieder aufeinander – dieses Mal allerdings im Viertelfinale. Nach einem 2:1-Hinspiel-Sieg der Bayern schlug Real Madrid zurück und gewann mit 2:0 im Bernabéu. Wie schon in den beiden Saisons zuvor hatte der Gewinner des Aufeinandertreffens auch ein Abo auf den Henkelpott.
Nur eine Saison später traf man wieder aufeinander – dieses Mal allerdings im Viertelfinale. Nach einem 2:1-Hinspiel-Sieg der Bayern schlug Real Madrid zurück und gewann mit 2:0 im Bernabéu. Wie schon in den beiden Saisons zuvor hatte der Gewinner des Aufeinandertreffens auch ein Abo auf den Henkelpott.  © IMAGO
2004 riss die Serie. Zwar konnten sich die Königlichen am Ende im Achtelfinale (1:1, 1:0) durchsetzen – Champions-League-Sieger wurde in dieser Saison allerdings der FC Porto.
2004 riss die Serie. Zwar konnten sich die Königlichen am Ende im Achtelfinale (1:1, 1:0) durchsetzen – Champions-League-Sieger wurde in dieser Saison allerdings der FC Porto.  ©  via www.imago-images.de
Ein historischer Moment zwischen beiden Mannschaften ereignete sich im Jahr 2007: Nachdem die Bayern in Madrid mit 2:3 unterlagen, wollten sie in München alles tun, um weiterzukommen. Direkt nach dem Anstoß gingen die Münchner drauf und sorgten für einen Fehler der Madrilenen. Nach 10,12 Sekunden erzielte Roy Makaay den Führungstreffer – bis heute Rekord in der Königsklasse.
Ein historischer Moment zwischen beiden Mannschaften ereignete sich im Jahr 2007: Nachdem die Bayern in Madrid mit 2:3 unterlagen, wollten sie in München alles tun, um weiterzukommen. Direkt nach dem Anstoß gingen die Münchner drauf und sorgten für einen Fehler der Madrilenen. Nach 10,12 Sekunden erzielte Roy Makaay den Führungstreffer – bis heute Rekord in der Königsklasse. © IMAGO
Am Ende setzten sich die Münchner mit 2:1 durch und kamen aufgrund der Auswärtstorregel weiter. Den Titel gab es allerdings nicht.
Am Ende setzten sich die Münchner mit 2:1 durch und kamen aufgrund der Auswärtstorregel weiter. Den Titel gab es allerdings nicht.  © IMAGO/PICS UNITED/Eric Verhoeven
Besonders groß war der Traum vom Titel in der Saison 11/12. Denn die Bayern wollten unbedingt ins „Finale Dahoam“. Bereits im Hinspiel ging es hoch her. Ribery traf zur Führung, Özil konnte in der zweiten Hälfte ausgleichen und am Ende war es Mario Gomez, der in der 90. Minute zum umjubelten Siegtreffer für den Rekordmeister traf.
Besonders groß war der Traum vom Titel in der Saison 11/12. Denn die Bayern wollten unbedingt ins „Finale Dahoam“. Bereits im Hinspiel ging es hoch her. Ribery traf zur Führung, Özil konnte in der zweiten Hälfte ausgleichen und am Ende war es Mario Gomez, der in der 90. Minute zum umjubelten Siegtreffer für den Rekordmeister traf.  © imago sportfotodienst
Was folgte, war ein Rückspiel, das wohl kein Bayern-Fan vergessen wird. Die Königlichen legten los wie die Feuerwehr und führten durch einen Doppelpack von Cristiano Ronaldo schnell mit 2:0. Robben konnte den Anschlusstreffer erzielen. Dann passierte nicht mehr allzu viel, beide Mannschaften mussten zum ersten Mal gegeneinander ins Elfmeterschießen. Dort hielt Neuer direkt die ersten beiden Strafstöße von Ronaldo und Kaká.
Was folgte, war ein Rückspiel, das wohl kein Bayern-Fan vergessen wird. Die Königlichen legten los wie die Feuerwehr und führten durch einen Doppelpack von Cristiano Ronaldo schnell mit 2:0. Robben konnte den Anschlusstreffer erzielen. Dann passierte nicht mehr allzu viel, beide Mannschaften mussten zum ersten Mal gegeneinander ins Elfmeterschießen. Dort hielt Neuer direkt die ersten beiden Strafstöße von Ronaldo und Kaká. © Philippe Ruiz
Kroos und Lahm zeigten im Anschluss Nerven und scheiterten an Casillas. Doch nachdem Sergio Ramos seinen Elfmeter über das Tor setzte, hatte Bastian Schweinsteiger die Möglichkeit, die Bayern ins Finale zu schießen – und das gelang ihm. Über das Finale reden wir an dieser Stelle besser nicht.
Kroos und Lahm zeigten im Anschluss Nerven und scheiterten an Casillas. Doch nachdem Sergio Ramos seinen Elfmeter über das Tor setzte, hatte Bastian Schweinsteiger die Möglichkeit, die Bayern ins Finale zu schießen – und das gelang ihm. Über das Finale reden wir an dieser Stelle besser nicht.  © Philippe Ruiz
2014 sann Real auf Rache. Was geschah, war die bisher wohl deutlichste K.-o.-Runde zwischen beiden Mannschaften. Nach einem 1:0-Sieg im Bernabéu konnten die Königlichen auch dank eines überragenden Sergio Ramos mit 4:0 bei den Bayern triumphieren. Am Ende der Saison durften die Madrilenen den 10. CL-Titel bejubeln.
2014 sann Real auf Rache. Was geschah, war die bisher wohl deutlichste K.-o.-Runde zwischen beiden Mannschaften. Nach einem 1:0-Sieg im Bernabéu konnten die Königlichen auch dank eines überragenden Sergio Ramos mit 4:0 bei den Bayern triumphieren. Am Ende der Saison durften die Madrilenen den 10. CL-Titel bejubeln.  © imago sportfotodienst
In der Saison 16/17 folgte das Aufeinandertreffen im Viertelfinale der Champions League. Und die Bayern waren vom Start weg gewillt, dieses Mal zu gewinnen. Im Hinspiel in München führte man früh durch einen Treffer von Arturo Vidal, der dann sogar per Elfmeter erhöhen konnte. Allerdings verschoss er diesen.
In der Saison 16/17 folgte das Aufeinandertreffen im Viertelfinale der Champions League. Und die Bayern waren vom Start weg gewillt, dieses Mal zu gewinnen. Im Hinspiel in München führte man früh durch einen Treffer von Arturo Vidal, der dann sogar per Elfmeter erhöhen konnte. Allerdings verschoss er diesen.  © Fotostand / Jakob via www.imago-images.de
In der zweiten Hälfte drehten die Gäste durch Cristiano Ronaldo die Partie und hatten mit einem 2:1 im Rücken eine überragende Ausgangspoition für das Spiel im Bernabeu.
In der zweiten Hälfte drehten die Gäste durch Cristiano Ronaldo die Partie und hatten mit einem 2:1 im Rücken eine überragende Ausgangsposition für das Spiel im Bernabéu.  © Frank Hoermann/SVEN SIMON
Und da folgte eines der kontroversesten Spiele der jüngeren Geschichte. Die Bayern gingen durch Lewandowski in Führung, Ronaldo konnte ausgleichen und Ramos stellte mit einem Eigentor die Weichen auf Verlängerung.
Und da folgte eines der kontroversesten Spiele der jüngeren Geschichte. Die Bayern gingen durch Lewandowski in Führung, Ronaldo konnte ausgleichen und Ramos stellte mit einem Eigentor die Weichen auf Verlängerung.  © Bernd König
Dann folgte eine Gelb-Rote Karte für Arturo Vidal. Der Chilene war außer sich und wurde dadurch zu einem der tragischen Helden dieses Duells.
Dann folgte eine Gelb-Rote Karte für Arturo Vidal. Der Chilene war außer sich und wurde dadurch zu einem der tragischen Helden dieses Duells.  © Roland Krivec/DeFodi.de
Denn in der Verlängerung drehten die Königlichen auf und gewannen am Ende mit 4:2 durch einen Dreierpack von CR7. Doch vor allem das Abseitstor von Ronaldo zum 2:2 ist den Bayern-Fans bis heute ein Dorn im Auge.
Denn in der Verlängerung drehten die Königlichen auf und gewannen am Ende mit 4:2 durch einen Dreierpack von CR7. Doch vor allem das Abseitstor von Ronaldo zum 2:2 ist den Bayern-Fans bis heute ein Dorn im Auge.  © Langer/Eibner-Pressefoto
Ein Jahr später hatten die Bayern die Chance auf eine weitere Revanche. Im Hinspiel in München gelang wiedermals ein toller Start. Kimmich erzielte die Führung Mitte der ersten Halbzeit.
Ein Jahr später hatten die Bayern die Chance auf eine weitere Revanche. Im Hinspiel in München gelang wiedermals ein toller Start. Kimmich erzielte die Führung Mitte der ersten Halbzeit. © kolbert-press/Christian Kolbert
Doch es kam wieder so, wie es kommen musste, und Real drehte die Partie, obwohl Ronaldo einen schlechten Tag erwischte. Dieses Mal waren es Marcelo und Lucas Vázquez, die die Treffer für die Königlichen erzielten.
Doch es kam wieder so, wie es kommen musste, und Real drehte die Partie, obwohl Ronaldo einen schlechten Tag erwischte. Dieses Mal waren es Marcelo und Lucas Vázquez, die die Treffer für die Königlichen erzielten.  © Bernd Müller
Im Rückspiel mussten die Bayern also wieder einen Rückstand aufholen. Und Joshua Kimmich zeigte, dass die Bayern motiviert waren. Bereits in der 3. Minute traf er zum 1:0 aus Sicht der Bayern.
Im Rückspiel mussten die Bayern also wieder einen Rückstand aufholen. Und Joshua Kimmich zeigte, dass die Bayern motiviert waren. Bereits in der 3. Minute traf er zum 1:0 aus Sicht der Bayern.  © IMAGO/Burak Akbulut
Doch Karim Benzema erwischte einen Sahne-Tag, erzielte schnell den Ausgleich und traf kurz nach der Pause zum 2:1. Die Bayern kamen zwar durch James noch zum 2:2, am Ende reichte es aber mal wieder nicht.
Doch Karim Benzema erwischte einen Sahne-Tag, erzielte schnell den Ausgleich und traf kurz nach der Pause zum 2:1. Die Bayern kamen zwar durch James noch zum 2:2, am Ende reichte es aber mal wieder nicht.  © Huebner/Ulrich
Das letzte Aufeinandertreffen zwischen beiden Mannschaften gab es im Halbfinale 23/24. Mit dem neuen Topstar Harry Kane wollten die Bayern endlich wieder Real bezwingen. Und nach dem Führungstreffer von Vinicius Jr. konnten Leroy Sané und er die Partie drehen.
Das letzte Aufeinandertreffen zwischen beiden Mannschaften gab es im Halbfinale 23/24. Mit dem neuen Topstar Harry Kane wollten die Bayern endlich wieder Real bezwingen. Und nach dem Führungstreffer von Vinicius Jr. konnten Leroy Sané und er die Partie drehen.  © IMAGO/Jose Breton
Real wäre aber nicht Real, wenn der Klub keine Antwort parat hätte. Vinicius erzielte kurz vor Schluss den Ausgleich und ließ die Münchner mal wieder mit ratlosen Gesichtern zurück.
Real wäre aber nicht Real, wenn der Klub keine Antwort parat hätte. Vinicius erzielte kurz vor Schluss den Ausgleich und ließ die Münchner mal wieder mit ratlosen Gesichtern zurück.  © IMAGO
Im Bernabéu erzielte Alphonso Davies in der 68. Minute den Führungstreffer und stieß das Tor zum Finale weit auf. Die Bayern sahen wie der sichere Sieger aus.
Im Bernabéu erzielte Alphonso Davies in der 68. Minute den Führungstreffer und stieß das Tor zum Finale weit auf. Die Bayern sahen wie der sichere Sieger aus.  © IMAGO/IPA Sport/ABACA
Doch in der 81. Minute wechselten die Madrilenen Ex-Bundesliga-Flop Joselu ein. Und der erzielte in der 88. Minute den Ausgleich.
Doch in der 81. Minute wechselten die Madrilenen Ex-Bundesliga-Flop Joselu ein. Und der erzielte in der 88. Minute den Ausgleich.  © IMAGO/DAX Images
Doch es kam noch schlimmer. In 91. Minute war es wieder Joselu. Die Bayern lagen plötzlich mit 1:2 zurück und mussten die Hoffnungen auf das Weiterkommen begraben.
Doch es kam noch schlimmer. In 91. Minute war es wieder Joselu. Die Bayern lagen plötzlich mit 1:2 zurück und mussten die Hoffnungen auf das Weiterkommen begraben. © IMAGO/Alex Perez
Doch eine Aktion gab es noch – denkste. Mathijs De Ligt schoss den Ball ins Tor, allerdings hatte der Schiedsrichter bereits auf Abseits entschieden. Die Bayern waren fuchsteufelswild, doch am Ende mussten sie wieder mit der Enttäuschung umgehen. In dieser Saison gibt es die nächste Chance auf eine Revanche.
Doch eine Aktion gab es noch – denkste. Mathijs de Ligt schoss den Ball ins Tor, allerdings hatte der Schiedsrichter bereits auf Abseits entschieden. Die Bayern waren fuchsteufelswild, doch am Ende mussten sie wieder mit der Enttäuschung umgehen. In dieser Saison gibt es die nächste Chance auf eine Revanche.  © IMAGO/kolbert-press/Marc Niemeyer
Luis Diaz
ofws3sqfa2-v5-ax-s2048.jpeg © Sven Hoppe

Harry Kane und Serge Gnabry werden dagegen auflaufen können, auf Real-Seite aber natürlich auch Kylian Mbappé. Der hat aber schon als PSG-Spieler regelmäßig schlechte Erfahrungen mit den Bayern gesammelt. Im CL-Finale 2020 war Manuel Neuer für ihn unüberwindbar, in den Achtelfinalspielen 2022/23 kochte ihn der damals noch ziemlich unbekannte Josip Stanišić zweimal ab (0:1; 0:2). Der gesperrte Aurélien Tchouaméni und der verletzte Stammkeeper Thibaut Courtois werden den Königlichen dagegen auf schmerzhafte Weise fehlen.

4. SR Slavko Vinčić kein schlechtes Omen

Der für das Rückspiel nominierte slowenische Schiedsrichter Slavko Vinčić gehört zwar gewiss nicht zu den Unparteiischen, mit welchen die Bayern die allerbesten Erfahrungen gesammelt haben. Aber: Der Rekordmeister hat keines seiner vier K.-o.-Spiele in der Königsklasse unter seiner Leitung verloren – und das wäre die Grundvoraussetzung für ein Ausscheiden gegen Real Madrid. Die Unentschieden gegen den FC Villarreal (1:1; 2022) und Inter (2:2; 2025) bedeuteten zwar jeweils das Ausscheiden – demgegenüber stehen aber die souveränen Siege gegen Lazio Rom (3:0; 2024) und in Leverkusen (2:0; 2025), die jeweils den Einzug in die nächste Runde bedeuteten.

5. Der FCB will die Gesamtbilanz ausgleichen

Hatten die Münchner lange Zeit als „Bestia Negra“ der spanischen Hauptstädter gegolten, haben die den Spieß von 2014 bis 2024 umgedreht. Die aktuelle Gesamtbilanz zwischen den beiden Giganten lautet in der Königsklasse aus FCB-Perspektive: zwölf Siege in 29 Partien, vier Unentschieden, 13 Niederlagen. Es gibt auch Statistiken, die dies andersherum sehen: Die werten den 3:1-Sieg im Elfmeterschießen des Halbfinals 2012 im Bernabéu als FCB-Sieg, nachdem es nach 120 Minuten 1:2 gestanden hatte. Mit einem Sieg im Rückspiel in der Allianz Arena würden die Bayern die Bilanz also mindestens ausgleichen.

Apropos Angstgegner – „Bestia Negra“: Spiele in der Sommerpause gingen in schöner Regelmäßigkeit ganz klar an den FC Bayern. Das erste Aufeinandertreffen bei einem Turnier in Bilbao im August 1973 gewannen Beckenbauer, Müller & Co. mit 5:1. Auch die Trofeo Santiago Bernabéu holten sich die Münchner dreimal bei vier Teilnahmen: jeweils im Finale gegen den Gastgeber (1979; 1980; 2002). Im Audi-Cup 2015 wurden die Königlichen mit 1:0 besiegt. Und es gab einen epischen Sieg im Sommer 1980 im Olympiastadion: 9:1 nach 7:0-Halbzeitführung!

6. Weiterkommen fast genau ein halbes Jahrhundert nach dem ersten CL-Sieg gegen Real

Es gibt auch noch eine historische Komponente beim Rückspiel am 15. April 2026 in der Allianz Arena: Im Halbfinale des Europapokals der Landesmeister 1975/76 standen sich beide Teams zum ersten Mal in Pflichtspielen gegenüber: Nach dem 1:1 in Madrid unter skandalösen Umständen gewannen die Bayern am 14. April 1976 das Rückspiel im Olympiastadion durch zwei Tore von Gerd Müller mit 2:0. Der erste FCB-Europapokalsieg über die Königlichen. Ein Weiterkommen fast exakt 50 Jahre später wäre so etwas wie die perfekte Abrundung der Geschichte, ein kleines Fußballmärchen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Moritz Mueller

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