Kritik von Rekordnationalspieler
„Das war ein Fehler“ – Matthäus rügt Bayern-Bosse für umstrittenen Transfer
Lothar Matthäus hat die Verantwortlichen des FC Bayern für einen umstrittenen Transfer im vergangenen Sommer deutlich kritisiert.
München – Da der FC Bayern trotz enormer finanzieller Mittel mit seinem Geld haushalten muss, waren die Verantwortlichen im Sommer zu einer unpopulären Entscheidung gezwungen.
Rächt sich ein Abgang beim FC Bayern?
Die drei Neuzugänge Michael Olise, João Palhinha und Hiroki Ito waren verpflichtet worden, um den Konkurrenzkampf auf mehreren Positionen anzuheizen. Die Investments über 127,5 Millionen Euro machten Spielerverkäufe erforderlich, um das Defizit in der Transferbilanz aufzufangen. So nahmen die Münchner für Noussair Mazraoui (Manchester United) und Malik Tillman (PSV Eindhoven) insgesamt 27 Millionen Euro ein – und verkauften außerdem Matthijs de Ligt für 45 Millionen Euro an Manchester United.
De Ligt war nach seiner Verpflichtung von Juventus Turin im Sommer 2022 zu einem Publikumsliebling gereift, der eine hohe Identifikation mit dem FC Bayern ausstrahlte und als Abwehrchef der Zukunft galt. Die Verantwortlichen um Sportvorstand Max Eberl verteidigten mehrfach ihre Entscheidung, nachdem aus dem Fan-Umfeld deutliche Kritik am Transfer aufgekommen war.
Im System von Vincent Kompany erhielten Dayot Upamecano und Minjae Kim den Vorzug, über weite Strecken der Saison wussten beide Innenverteidiger zu überzeugen. Dennoch übte Lothar Matthäus am Sonntagabend bei Sky90 Kritik an der Entscheidung, de Ligt abzugeben. „Mit Matthijs de Ligt haben sie denjenigen, der als Leader gesehen worden ist, zu Manchester United gehen lassen. Das war ein Fehler, was die Führungsqualitäten im zentralen Bereich betrifft.“
Matthäus kritisiert Abwehr: „Es ist nicht Bayern-like“
Der Verkauf des niederländischen Innenverteidigers, den Matthäus schon im Sommer als „Armutszeugnis“ bezeichnet hat, räche sich in der aktuellen Phase. In den vergangenen dreizehn Pflichtspielen wahrte der FC Bayern nur zweimal die weiße Weste, Manuel Neuer kassierte alleine in den letzten fünf Spielen zehn Gegentore. Neben der 0:3-Niederlage in der Champions League gegen Feyenoord Rotterdam sticht das 4:3 gegen Holstein Kiel in der Bundesliga heraus.
„Es ist nicht Bayern-like, es kommen viele Fehler zusammen“, sagte Matthäus, der kritisierte, „dass die Fehler, die jetzt durch Tore gezeigt werden, in der vergangenen Einkaufspolitik passiert sind, die Bayern München nicht glücklich gemacht hat.“
So fehle seit dem Abgang von David Alaba zu Real Madrid im Sommer 2021 weiterhin ein Abwehrchef: „Es ist nichts zusammengewachsen, es fehlt immer noch derjenige, der die Abwehr organisiert. Sie haben immer noch die beste Abwehr der Bundesliga mit 19 Gegentoren, sie sind besser als die anderen, aber das ist natürlich nicht der Anspruch des FC Bayern.“
Matthäus verteidigt Kimmich
Darüber hinaus bleibe das zentrale Mittelfeld eine Schwachstelle des Rekordmeisters. „Vielleicht ist es ein Warnschuss zum richtigen Zeitpunkt, auch an das defensive Mittelfeld, das die Kieler 30 Meter alleine durchs Mittelfeld hat laufen lassen“, sagte Matthäus.
Auf Joshua Kimmich, der nach dem Abpfiff gegen die Störche den Finger in die Wunde gelegt hat, lässt der Rekordnationalspieler allerdings nichts kommen: „Kimmich ist derjenige, auf den man sich verlassen kann. Ich habe noch nie einen besseren Profi in den letzten zehn Jahren gesehen als Kimmich, der sich auf jedes Spiel vorbereitet und auf jeder Position für die Mannschaft aufopfert. Natürlich ist er mitverantwortlich, weil er der Führungsspieler in der Zentrale ist, trotzdem müssen die anderen mitmachen.“ Angesichts des straffen Spielplans im Februar gilt es, diese Fehler schnellstmöglich auszubügeln.
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