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Standardschwäche zieht sich durch

Kompany sind bei Achillesferse des FC Bayern die Hände gebunden

Auf der Pressekonferenz vor dem BL-Spiel gegen den FC St. Pauli wurde FCB-Chefcoach Vincent Kompany auf die vermeintliche „Standardschwäche“ seiner Mannschaft angesprochen.

München - Fünf der letzten sieben Gegentore in den letzten drei Pflichtpartien des FC Bayern wurden durch Standardsituationen erzielt. Union Berlin war auf diese Weise beim 2:2 zweimal erfolgreich, der SC Freiburg ging bei der letztendlich 2:6-Klatsche in München gar durch zwei Treffer nach Ecken mit 2:0 in Führung, der FC Arsenal erzielte auf gleiche Weise den wichtigen 1:0-Führungstreffer beim 3:1-Sieg in der Champions League. Hat der FC Bayern ein generelles Problem bei Standards?

Bayern-Coach Vincent Kompany beim CL-Spiel gegen Arsenal.

Eher nicht, wenn man einen Blick auf die lediglich 11 Gegentore bei den zuvor 16 Europarekord-Siegen wirft. Das sieht auch Vincent Kompany so. Er setzt in solchen weniger optimal laufenden Phasen mehr auf den Lerneffekt: „Natürlich lernen wir immer aus allen Situationen.“ Obwohl sein Spielsystem eher einen offensiven Ansatz beinhaltet: „Ich möchte, dass wir angreifen und viele Tore machen“, verweist der Belgier, dass die aktuelle vermeintliche defensive Schwachstelle nicht zu kurz kommt: „Aber wir trainieren auch Boxverteidigung und Standards.“

Enger Spielplan lässt aktuell kein gezieltes Training für Standards zu

Allerdings: „Viel können wir auf dem Platz nicht mehr tun, wir haben wenig Zeit zu trainieren, probieren aber trotzdem, das reinzubekommen“, erklärt der 39-Jährige den aktuellen Stand in der dicht getakteten Spielzeit. Trotzdem weiß er, wie man aus dieser Situation herauskommen kann: „Daher müssen wir viel Videoanalyse machen – und müssen durchkommen durch diese Phase und dann eine Serie hinlegen, wo das stabil aussieht. Das kann man sich nicht wünschen – wir müssen da sein und reagieren. Es ist normal, dass das jetzt ein Thema ist – und bis wir den Deckel da zu machen, wird das auch so bleiben.“

Insgesamt macht sich der Trainer des Rekordmeisters wegen der jüngsten Defensivschwäche keine großen Sorgen: „Wir sind in den letzten 18 Monaten eine stabile Mannschaft bei Standards gewesen. Wir haben jetzt eine Phase – da möchte ich, dass wir die richtigen Lösungen finden und uns so aufbauen, dass das unsere größte Stärke wird vielleicht.“

Dafür gibt es laut Kompany grundsätzlich ein sehr einfaches Rezept: „Wenn der Ball reinkommt und es Chaos gibt, muss man hochsteigen und den Ball wegköpfen. Ich möchte nicht, dass wir alles infrage stellen, die Phase ist so, wie sie ist, es ist richtig, darüber zu diskutieren – aber wir werden die Situation lösen und den Deckel drauf machen.“ Der Belgier scheint sich dabei auch sicher zu sein, dass ein erster robuster Schritt im Bundesligaspiel gegen St. Pauli erfolgen wird, obwohl der Abstiegskandidat fünf seiner neun BL-Treffer durch Standards erzielt hat.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Simon Traylen

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