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Nach erster Saisonniederlage

Kompany denkt schon an die Revanche: Die FC-Bayern-Stimmen zur Arsenal-Pleite

Beim Topspiel in London war es nun soweit: Der FC Bayern musste nach seiner Siegesserie die erste Saison-Niederlage hinnehmen. Die Stimmen nach der Partie.

London - Schon bei der Auslosung der Ligaspiele in der Fußball-Königsklasse wusste man an der Säbener Straße, welch schwierige Phase es im nasskalten Herbst geben würde. Ein Computer errechnete gar, dass der deutsche Rekordmeister die schwerste Auslosung aller 36 Vereine erhalten hätte. Der Blick auf die Tabelle nach fünf Spieltagen bestätigt dies eindrucksvoll. Und so ist es durchaus nicht außergewöhnlich, Ende November die erste Saison-Niederlage einstecken zu müssen.

Frustrierte Bayern nach der Niederlage in London.

Dass diese Pleite beim souveränen Premier-League-Tabellenführer im Norden Londons, der nun auch in der Champions League von ganz oben grüßt, passieren würde, ist keine Überraschung. Galt der FC Bayern bis vor Kurzem als die derzeit weltbeste Mannschaft, sind es aktuell wohl die Gunners. Aus Bayern-Sicht geht es nun darum, aus den begangenen Fehlern zu lernen.

So zeigte sich Cheftrainer Vincent Kompany auf der PK nach dem Spiel bereits sehr kämpferisch und würde gerne in der entscheidenden Saisonphase ab April noch einmal gegen Arsenal antreten, um es dann besser zu machen. Anschauungsunterricht gab dabei das Weltklassetor zum zwischenzeitlichen 1:1 durch Lennart Karl, überragend durch Joshua Kimmich und Serge Gnabry vorbereitet (32.). Alle drei Londoner Gegentore (Timber 22., Madueke 69., Martinelli 77.) wurden dagegen durch FCB-Fehler begünstigt.

Die Stimmen der Bayern nach dem Spiel

FCB-Chefcoach Vincent Kompany

„Im Fußball kann man verlieren, das gehört dazu. Vom Gefühl her sind wir in der ersten Halbzeit eigentlich immer besser geworden. Es gab die Anfangsphase, in der wir nicht schlecht starten, aber die Standardsituationen von Arsenal sind extrem gefährlich – da hat sich das Momentum gedreht. Trotzdem haben wir unser eigenes Momentum zurückgeholt und ich hatte das Gefühl, dass wir zur Pause gut im Spiel waren. 

Bayern-Noten gegen Arsenal: Es hagelt Vieren – drei Stars kassieren sogar die Fünf

Manuel Neuer: Wurde lange nicht gefordert und lenkte dann einen strammen Schuss von Leverkusens Tella stark am Tor vorbei (52.). War da, wenn man ihn brauchte. Note: 2
Manuel Neuer: Nach knapp einer Viertelstunde kam er in typischer Neuer-Manier weit aus dem Tor, um einen langen Ball auf Saka abzufangen und per Kopf zu klären. Dabei verpasste er dem Arsenal-Kapitän unabsichtlich, aber nicht unfair eine blutige Nase. Wurde zwar vorher geblockt, aber beim 0:1 machte er der Torhüter eine unglückliche Figur, der Fünfmeterraum sollte sein Territorium sein. Vor dem 1:3 lief er unnötig weit aus seinem Kasten und verlor das Duell mit Torschütze Martinelli. Immerhin: Nach einem Freistoß bewahrte er Bayern mit einer Parade gegen Saliba vor einem Rückstand. Note: 5 © IMAGO/Jerry Andre
Konrad Laimer: Hatte auf der linken Seite viel Offensivdrang. Defensiv zudem tadellos. Note: 2
Konrad Laimer: Hatte auf der linken Abwehrseite Probleme mit Saka. Im bisherigen Saisonverlauf äußerst stark, aber gegen Arsenal Unsicherheitsfaktor in der Defensive. Beim 1:2 war er wie Tah nur Begleitschutz. Note: 5 © IMAGO/Ulrik Pedersen/DeFodi Images
Dayot Upamecano: Ließ zu Beginn die Chance aufs 1:0 liegen, verteidigte dafür fehlerfrei und gewann mit seinen aggressiven Tacklings zahlreiche Bälle. Note: 2
Dayot Upamecano: Unsicherer als zuletzt im Abwehrzentrum. Wurde mal getunnelt und musste sich auch mehrmals mit Fouls helfen. Wirkte in der ein oder anderen Szene orientierungslos gegen Merino. Fehlpass vor dem 1:2. Note: 5 © IMAGO/Markus Fischer
Jonathan Tah: Entschied die wichtigen Duelle für sich und hielt Leverkusens Stürmer souverän in Schach. Note: 3
Jonathan Tah: Licht und Schatten. Für ihn gilt Ähnliches wie für Upamecano, immerhin etwas kompromissloser in den Zweikämpfen. Note: 4 © IMAGO/Michael Weber IMAGEPOWER
Josip Stanisic: Hinterlief immer wieder Olise und schaffte so zusätzliche Anspielstationen. Blieb defensiv konzentriert. Note: 3
Josip Stanisic: Hatte defensiv etwas weniger zu tun als Laimer. Auch er spielte fehlerhaft, offensiv vergab er nach etwas mehr als 30 Minuten eine große Chance. In der Situation hätte er auf einen der mitgelaufenen Kollegen passen sollen. Note: 4 © IMAGO/STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL
Joshua Kimmich: Verteilte die Bälle im Mittelfeld und hielt außerdem das Zentrum vor der Abwehr dicht. Note: 2
Joshua Kimmich: Nach Knöchelbeschwerden zurück in der Startelf. Der Mittelfeldchef leitete mit einer überragenden Flanke auf Gnabry das 1:1 ein. Hatte kurz nach der Pause Glück, dass Saka sein ungewolltes Zuspiel nicht verwerten konnte. Note: 3 © IMAGO/Noah Wedel
Aleksandar Pavlovic: Schaltete sich häufig nach vorn ein und überzeugte mit Offensivläufen in den gegnerischen Strafraum. Note: 3
Aleksandar Pavlović: Sonst Ruhepol im Mittelfeld-Zentrum. Dieses Mal wirkte das Eigengewächs des FC Bayern aber wilder. Note: 4 © IMAGO/Allstar Picture Library Ltd
Michael Olise: Zog immer wieder in die Mitte und suchte den Abschluss, war dabei aber oft zu eigensinnig. Blieb dadurch ineffektiver als zuletzt. Note: 4
Michael Olise: Der Franzose trat in den ersten 45 Minuten kaum in Erscheinung. Fand nicht ins Spiel. Im zweiten Durchgang hatte er bessere Aktionen. Note: 4 © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
Lennart Karl: Einwechslung in der 68. Minute, feierte somit sein Bundesligadebüt – ohne Bewertung.
Lennart Karl: Erste große Bewährungsprobe gegen einen Top-Gegner auf großer Bühne. Die bestand der 17-Jährige bravourös. Mutig in seinen Aktionen und ein Killer vor dem gegnerischen Tor, wie man beim 1:1 wieder sehen konnte. Nach 55 Minuten vergab er eine Riesen-Chance auf die Führung. Der Lichtblick des Abends. Note: 2 © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Jenni Maul
Fussball Supercup Saison 2025/2026 VfB Stuttgart - FC Bayern Muenchen
Serge Gnabry: Der Offensiv-Star fehlte am Wochenende noch aufgrund von Knieproblemen. Rechtzeitig zum Duell mit seinem Ex-Verein wurde er fit. Gnabry ersetzte den gesperrten Luis Diaz auf dem linken Flügel. Bereitete das 1:1 mustergültig vor. Glück in der Defensive gegen Saka nach etwas mehr als einer halben Stunde. Note: 3 © IMAGO/Markus Ulmer
Harry Kane: Scheiterte in der Anfangsphase noch per Lupfer, markierte dann aber nach 22 Minuten das wichtige 1:0 und schloss trocken ab. Hatte vor und nach der Pause sogar noch Chancen aufs 2:0, die er jedoch ausließ. Darüber hinaus fungierte Kane aber als wichtiger Taktgeber in der Offensive, weil er seine Stürmerrolle gewohnt mitspielend interpretierte. Note: 2
Harry Kane: Offensiv war nichts von ihm zu sehen. Half hinten viel mit. Bittere Rückkehr nach London. Note: 4 © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Wolfgang Frank
VfB Stuttgart - FC Bayern München
Leon Goretzka: Für eine Bewertung zu spät eingewechselt. © IMAGO/Noah Wedel
02.08.2025, Fussball Testspiel, FC Bayern - Olympique Lyon
Minjae Kim: Für eine Bewertung zu spät eingewechselt. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.
Franz Beckenbauer Supercup 2025 Supercup VfB Stuttgart - FC Bayern Muenchen 1 : 2 am 16.08.2025 in Stuttgart
Sacha Boey: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/Laci Perenyi
Nicolas Jackson: Ohne Einsatz im Kader.
Nicolas Jackson: Für eine Bewertung zu spät eingewechselt. © IMAGO/Ulrich Wagner
CALCIO
Raphaël Guerreiro: Für eine Bewertung zu spät eingewechselt. © IMAGO/STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL
GER, FC Bayern Muenchen vs. Tottenham Hotspur, Fussball, Telekom Cup, Testspiel, Saison 2025/2026, 07.08.2025
Tom Bischof: Für eine Bewertung zu spät eingewechselt. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Jenni Maul
VfB Stuttgart - FC Bayern München
Jonas Urbig: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/Revierfoto
Franz-Beckenbauer-Supercup 2025, VfB Stuttgart - FC Bayern München; 16.08.2025
Sven Ulreich: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Goldberg
Wisdom Mike: Ohne Einsatz im Kader.
Wisdom Mike: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/Markus Ulmer
Hiroki Ito: Ohne Einsatz im Kader.
Hiroki Ito: Ohne Einsatz im Kader. © DeFodi/Imago

Aber wir sind nicht gut aus der Kabine gekommen, haben die einfachen Dinge, die wir normalerweise richtig gut machen, nicht mehr so ausgeführt. Dadurch hat sich das Spiel für Arsenal entschieden. Arsenal ist unglaublich gut darin, das Spielmomentum zu kontrollieren. Sie haben ein starkes Game-Management. Und wenn dann noch Kleinigkeiten hinzukommen – kleine Schiedsrichterentscheidungen, kleine Fouls – dann verteidigst du plötzlich wieder eineinhalb, zwei Minuten am Stück. Gegen so einen Gegner sind genau diese Details entscheidend.

Aber ich hoffe, dass wir irgendwann wieder gegen sie spielen. Und dann schauen wir, wie die nächste Phase läuft. Die Champions League wird nicht jetzt entschieden. Wir müssen aber ehrlich sagen, dass Arsenal heute besser war. Das müssen wir ab Samstag lösen. Ich hatte das Gefühl, dass die Jungs auch schon wieder Hunger haben auf das nächste Spiel.“

Serge Gnabry

„Arsenal ist ein sehr starker Gegner, sie haben nicht umsonst bis jetzt alle ihre Spiele in der Champions League gewonnen. Am Ende des Tages hatten sie mehr Chancen und haben mehr Tore geschossen. Deswegen haben wir verloren. Wir hatten eine Phase, in der sie mit vier, fünf Eckbällen richtig Druck gemacht haben. In der zweiten Hälfte ist uns nach vorne nicht so viel gelungen. Man muss es auch mal akzeptieren, wenn man verliert. Wir haben bisher alle Champions League-Spiele gewonnen, eine super Serie hingelegt. Wir müssen einfach weitermachen wie bisher.“

Jonathan Tah

„Am Ende hat es an Details gelegen, warum wir das Spiel nicht gewonnen haben. Kleine Momente, vor allem in der zweiten Halbzeit, in denen das Spiel zu sehr in ihre Richtung gekippt ist. Dadurch haben sie ihr Momentum bekommen und das Spiel gewonnen. Für mich hat es nichts mit der Intensität zu tun. Wir sind es gewohnt, jede Woche, alle drei Tage, in dieser Intensität zu spielen – das ist auch unser Spiel.

Es waren wirklich die Details: Beim ersten Gegentor kassieren wir ein Standardtor, beim zweiten verlieren wir den Ball im eigenen Ballbesitz in der eigenen Hälfte, und das dritte ist ein Konter, nachdem wir wieder den Ball verlieren. Es waren aber nicht nur die Tore – auch in anderen Momenten waren sie vielleicht einfach etwas schärfer. Sie haben in diesen Phasen auch ihre Stimmung im Stadion bekommen. Und so ist das Spiel dann in die andere Richtung gekippt.“

Rubriklistenbild: © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Goldberg

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