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Bayern-Trainer spricht über Kongo-Reise
Bayern-Coach mit Häuptlings-Wurzeln: Kompanys emotionale Heimatreise hinterließ Spuren
In seiner Biographie spricht der Bayern-Coach offen wie selten über persönliche Themen – und äußert einen großen Wunsch.
München – Vincent Kompany hat in seiner Spielerkarriere im Grunde alles erreicht: Mit Manchester City wurde er viermal englischer Meister, zudem holte er mit den Citizens zweimal den FA-Cup und absolvierte 89 Länderspiele für sein Geburtsland Belgien. Nach seiner Laufbahn als Innenverteidiger startete er als Trainer durch, seit 2024 steht er beim FC Bayern München an der Seitenlinie und holte in seinem ersten Jahr gleich die Meisterschaft.
Häuptlingssohn am Säbener Tor: Kompanys emotionale Reise in den Kongo veränderte den Bayern-Coach
Bei allen Erfolgen hat der Sohn eines kongolesischen Vaters und einer belgischen Mutter aber nie vergessen, wo er herkommt. In seiner von Frank van de Winkel verfassten Biographie, die in diesem Jahr erschienen ist, spricht er offen wie selten über seinen Werdegang und seine familiären Wurzeln.
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So besuchte er im Sommer 2006 als 20-Jähriger erstmals die Heimat seines Vaters – die Demokratische Republik Kongo. „Ein jahrzehntelanger Teufelskreis aus Krieg, Korruption, Gesetzlosigkeit und schlechter Regierungsführung gipfelt dort in bitterer Armut. Es ist ein lautes Land. Alle singen, reden und sind überzeugt, dass sie etwas zu sagen haben. Und die Leute machen weiter, und ich bin da keine Ausnahme“, sagt Kompany über das Land seiner Vorfahren.
Die von Armut geprägten Zustände in der Heimat seines Vaters berühren Kompany sehr. Er erinnert sich: „Wie kann es sein, dass andere Länder Milliarden von Dollar aus Kongos Bodenschätzen scheffeln, während es vor Ort so viel Armut gibt? Ich verstehe die grassierende Korruption nicht. Die großen Unternehmen dort sind in der Hand von multinationalen Konzernen, die keinen Cent Steuern zahlen. Und dann ist auch kein Geld für das Bildungswesen oder die Gesundheitsversorgung da.“
Kompanys Vater Pierre war auch Fußballer
Er wünsche sich, der Ausbeutung ein Ende zu setzen – denn das habe er von seinen Eltern gelernt: „Einer Abneigung gegen Ungerechtigkeit.“
Kompanys Vater Pierre wurde in den 40-er Jahren im damaligen Belgisch-Kongo geboren und kam 1975 als politischer Gefangener nach Belgien. Er stammt aus der Region Kasai, wo sein Vorfahre Kabanza einst Dorfvorsteher war. „Wir sind schon immer Chefs gewesen. Wenn man mit der Erkenntnis aufwächst, dass man ein Nachfahre eines Häuptlings ist, beeinflusst das unweigerlich das Leben und die Entscheidungen“, so Pierre.
Wie sein Sohn war auch er ein begeisterter Fußballer: In den 70er-Jahren spielte er für den kongolesischen Klub Tout Puissant Mazembe, der in den 60er-Jahren unter dem alten Namen FC Englebert dreimal nationaler Meister wurde und zudem zweimal den Afrika-Pokal der Landesmeister holte.
Das fußballerische Talent hat er seinem Sohn Jahrzehnte später in die Wiege gelegt. (ysl)