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Gruppenfinale gegen Ecuador

Die perfekte WM-Vorrunde für Deutschland wartet – doch ist sie von Vorteil?

Deutschland steht bei der WM vor dem letzten Vorrunden-Match gegen Ecuador. Kaum zu glauben: Nur 1970 und 2006 gewann DFB-Team alle Gruppenspiele.

Julian Nagelsmann war vor 20 Jahren ein Nachwuchsfußballer, der die Sommermärchen-WM beim Public Viewing verfolgte. Eher aus Fan-Perspektive als mit den nach Erkenntnis forschenden Augen des kommenden Trainers. Nun ist er der Bundes-Julian und dabei, die WM-Vorrunde von 2006 in Deutschland nachzuspielen.

Absolut hautnah. Absolut fundiert: Absolut Fussball berichtet für euch von der WM 2026. Unsere Reporter sind in Amerika vor Ort und versorgen euch mit News, Videos und exklusiven Einblicken.

Mehrere Parallelen: Gelungener Einstieg ins Turnier in der Gruppe E gegen ein Team aus der Concacaf-Region (damals Costa Rica, nun Curacao), dramatischer Last-Minute-Sieg im zweiten Spiel (1:0 gegen Polen, 2:1 gegen die Elfenbeinküste) dank der eingewechselten Spieler (2006: Neuville, Odonkor, 2026: Undav, Amiri). Wieder kann eine Vorrunde glatt mit drei Siegen abgeschlossen werden – wieder ist Ecuador der Gegner. Von Berlin 2006 nach New York 2026.

Deutschland kann zum dritten Mal die perfekte WM-Vorrunde spielen

2006 war es auch das letzte Mal, dass ein DFB-Team eine makellose Gruppenphase spielte. Selbst bei den insgesamt weit eindrucksvolleren Turnierauftritten 2010 und 2014 gab es Aussetzer: In Südafrika verlor Per Mertesacker ein Kopfballduell gegen den noch längeren serbischen Stürmer Nikalo Zigic – 0:1-Niederlage. In Brasilien erreichte man im zweiten Spiel ein mühsames 2:2 gegen Ghana. Und bei den beiden folgenden Welt-Turnieren war Deutschland nach der Vorrunde draußen.

Und vor 2006? Hat es eine Vorrunde, in der jedes Spiel gewonnen wurde, lediglich 1970 noch gegeben. Nach mühsamem Start gegen Marokko (2:1) schoss sich Gerd Müller in Schwung. 5:2 gegen Bulgarien, 3:1 gegen Peru. Müller hatte sich mit Uwe Seeler eingespielt. Vor der WM in Mexiko hatte es noch geheißen: Beide zusammen, das gehe nicht, die stünden sich auf den Füßen herum. Doch Müller/Seeler wurden zum Trumpf, auf die Vorrunde folgte das Verlängerungsdrama gegen England (3:2), dann das Jahrhundertspiel gegen Ialien – 3:4, auch hier gab es 30 Minuten extra.

Das Quartier der DFB-Elf bei der WM 2026: Billard, Schach und ganz viel Idylle

Anfang des Jahres entschied der DFB offiziell, welches WM-Domizil die Mannschaft bezieht.
Anfang des Jahres 2025 entschied der DFB offiziell, welches WM-Domizil die Mannschaft bezieht.  © IMAGO
Die Entscheidung ist zugunsten des „The Graylyn Estate“ gefallen. Das Hotel befindet sich in Winston-Salem im US-Bundesstaat North Carolina.
Die Entscheidung ist zugunsten des „The Graylyn Estate“ gefallen. Das Hotel befindet sich in Winston-Salem im US-Bundesstaat North Carolina. © IMAGO
Vor über 100 Jahren wurde das altertümliche Gebäude als Privatanwesen errichtet.
Vor über 100 Jahren wurde das altertümliche Gebäude als Privatanwesen errichtet.  © IMAGO
Mittlerweile wird es von der Universität in der Nähe betrieben und ist im Sommer für die Mannschaft des DFB reserviert.
Mittlerweile wird es von der Universität in der Nähe betrieben und ist im Sommer für die Mannschaft des DFB reserviert.  © IMAGO
Das Gelände des Hotels ist 55 Hektar groß. Viel Platz also, um sich optimal vom WM-Stress zu erholen.
Das Gelände des Hotels ist 55 Hektar groß. Viel Platz also, um sich optimal vom WM-Stress zu erholen.  © IMAGO
Das Gelände hat auch einige Rückzugsorte parat, damit der ein oder andere Star die Natur genießen kann.
Das Gelände hat auch einige Rückzugsorte parat, damit der ein oder andere Star die Natur genießen kann.  © IMAGO
In einem prachtvoll gestalteten Speisesaal können die Spieler gemeinsam essen.
In einem prachtvoll gestalteten Speisesaal können die Spieler gemeinsam essen.  © IMAGO
Auch auf der Terrasse haben die DFB-Stars ausreichend Platz, um zusammenzusitzen.
Auch auf der Terrasse haben die DFB-Stars ausreichend Platz, um zusammenzusitzen.  © IMAGO
Auch die Zimmer des Hotels sind sehr edel gestaltet und passen zum Stil des Anwesens.
Auch die Zimmer des Hotels sind sehr edel gestaltet und passen zum Stil des Anwesens.  © IMAGO
Es gibt 85 individuell gestaltete Zimmer. Ob es am Ende Streit um den schönsten Raum gibt?
Es gibt 85 individuell gestaltete Zimmer. Ob es am Ende Streit um den schönsten Raum gibt? © IMAGO
In den Badezimmern gibt es große Wannen, in denen sich die Spieler nach anstrengenden Tagen vielleicht auch mal die ein oder andere Minute Ruhe gönnen können.
In den Badezimmern gibt es große Wannen, in denen sich die Spieler nach anstrengenden Tagen vielleicht auch mal die ein oder andere Minute Ruhe gönnen können.  © IMAGO
Den Zugang zu den zahlreichen Räumen bekommen die Spieler über die beeindruckende Wendelltreppe.
Den Zugang zu den zahlreichen Räumen bekommen die Spieler über eine beeindruckende Wendelltreppe. © IMAGO
In einem kleinen Konferenzsaal kann sich vorwiegend das Trainerteam auf die Spiele vorbereiten.
In einem kleinen Konferenzsaal kann sich vorwiegend das Trainerteam auf die Spiele vorbereiten.  © IMAGO
Doch es gibt auch einen großen Besprechungssaal, in dem unter anderem Videoanalysen möglich sind.
Doch es gibt auch einen großen Besprechungssaal, in dem unter anderem Videoanalysen möglich sind.  © IMAGO
Auch in ihrer Freizeit können es sich die Spieler gemütlich machen. Ob der ein oder andere Spieler vielleicht sogar Schach spielt?
Auch in ihrer Freizeit können es sich die Spieler gemütlich machen. Ob der ein oder andere Spieler vielleicht sogar Schach spielt? © IMAGO
Deutlich häufiger wird wahrscheinlich der Billardtisch benutzt. Vor allem, weil mehrere Spieler gemeinsam spielen können. Wird dort der Ehrgeiz von Stars wie Joshua Kimmich geweckt?
Deutlich häufiger wird wahrscheinlich der Billardtisch genutzt werden. Vor allem, weil mehrere Spieler gemeinsam spielen können. Wird dort der Ehrgeiz von Stars wie Joshua Kimmich geweckt? © IMAGO
Hauptsächlich ist die DFB-Elf natürlich da, um Fußball zu spielen und sich optimal vorzubereiten. Trainieren wird die Mannschaft auf dem Gelände der Wake Forest University.
Hauptsächlich ist die DFB-Elf natürlich vor Ort, um Fußball zu spielen und sich optimal vorzubereiten. Trainieren wird die Mannschaft unter anderem auf dem Gelände der Wake Forest University. © IMAGO
Das Gelände der Universität ist nur wenige Minuten vom Team-Hotel entfernt.
Das Gelände der Universität ist nur wenige Minuten vom Team-Hotel entfernt.  © IMAGO
Auf zwei großen Plätzen wollen Nagelsmann und Co. wohl den ein oder anderen taktischen Kniff ausprobieren, um die Gegner zu überraschen.
Auf zwei großen Plätzen wollen Nagelsmann und Co. wohl den ein oder anderen taktischen Kniff ausprobieren, um die Gegner zu überraschen.  © IMAGO
Das idyllische Trainingsgelände erinnert an die Romantik des Amateur-Fußballs.
Das idyllische Trainingsgelände erinnert an die Romantik des Amateur-Fußballs.  © IMAGO
Die Tribünen vor Ort werden natürlich weitestgehend leer bleiben. Nicht umsonst hat sich der DFB für ein ruhigeres Quartier entschieden.
Die Tribünen vor Ort werden natürlich weitestgehend leer bleiben. Nicht umsonst hat sich der DFB für ein ruhigeres Quartier entschieden.  © IMAGO
Auch Bundestrainer Julian Nagelsmann hat sich bereits vor Ort angeschaut, wie die Bedingungen auf dem Platz sind.
Auch Bundestrainer Julian Nagelsmann hat sich bereits vor Ort angeschaut, wie die Bedingungen auf dem Platz sind.  © IMAGO
Der Bundestrainer zeigte sogar ein paar Tricks mit einem Mini-Ball. Scheinbar hat der Platz die Belastungsprobe bestanden.
Der Bundestrainer zeigte sogar ein paar Tricks mit einem Mini-Ball. Scheinbar hat der Platz die Belastungsprobe bestanden.  © IMAGO
Kleine Zweifel an der Entscheidung gibt es allerdings auch. „Man hat dort sehr wenig Freizeitaktivitäten drumherum“, meinte zum Beispiel Laura Wontorra gegenüber der Bild.
Ein kleiner Sorgenpunkt bleibt: Aufgrund der Abgeschiedenheit des Quartiers besteht natürlich die Gefahr, dass den DFB-Stars irgendwann die Decke auf den Kopf fällt.  © IMAGO
Ob sich die DFB-Elf für das richtige Quartier entschieden hat, wird man erst im Sommer sehen. Zurzeit scheinen alle Verantwortlichen zufrieden mit der Wahl zu sein.
Ob sich die DFB-Elf für das richtige Quartier entschieden hat, wird man erst im Sommer sehen. Zurzeit scheinen alle Verantwortlichen zufrieden mit der Wahl zu sein.  © IMAGO

Für den guten Verlauf der Heim-WM 2006 war die Vorrunde mit ausschlaggebend: 4:2 gegen Costa Rica, das 1:0 gegen Polen, das den Turnierflow auslöste, dazu das bestätigende 3:0 gegen Ecuador – mit dem hier aufgebauten Selbstbewusstsein ging Deutschland ins Achtelfinale gegen Schweden. Beste Turnierleistung, ein 2:0 ohne Wackler. Die Mannschaft entwickelte, obwohl spielerisch weit hinter der Weltspitze zurück, den Glauben, sie könnte die WM gewinnen. Sie wurde Dritter.

Als sie Weltmeister wurde, hatte sie in den Vorrunden Widerstände zu überwinden gehabt. 1954 gab es die 3:8-Klatsche gegen Ungarn, 1974 das 0:1 gegen die DDR (danach griff Franz Beckenbauer ein und diktierte Bundestrainer Helmut Schön eine andere Aufstellung). 1990 ein leichter Stolperer mit einem 1:1 gegen Kolumbien, 2014 die erwähnten Schwierigkeiten mit Ghana.

Jürgen Klinsmann, der 2006-Bundestrainer, sieht Ähnlichkeiten des jetzigen Teams mit seinem: „Von außen betrachtet scheint das alles zu passen und die Mannschaft Spaß zu haben. Aber mit der K.o.-Runde beginnt ein neues Turnier.“ Sein WM-Favorit ist Deutschland nicht. Er hat sich auf Brasilien festgelegt.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Jan Woitas

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